Roter Planet im blauen Gewand

Johannes Giesler
·Freier Autor
·Lesedauer: 3 Min.

Sogenannte False-Color-Bilder der Raumfahrtbehörde Nasa zeigen den Mars in ungewohnter Farbe: Der rote Planet erstrahlt in Eisblau.

Das Foto zeigt nicht die wirklichen Farben auf dem Mars, sondern die Temperaturunterschiede. Gelb sind die wärmeren Regionen, blau die kälteren. Foto: NASA / JPL-Caltech / ASU
Das Foto zeigt nicht die wirklichen Farben auf dem Mars, sondern die Temperaturunterschiede. Gelb sind die wärmeren Regionen, blau die kälteren. Foto: NASA / JPL-Caltech / ASU

Blaue Dünen auf dem roten Planeten: Die US-amerikanische Raumfahrtbehörde Nasa hat ein Bild veröffentlicht, das den Mars in einer ungewohnten Farbe zeigt.

Dünen auf einer Größe von Texas

Auf dem Foto, das überschrieben ist mit „Blue Dunes on the Red Planet“, sind kilometerlange Dünenzüge auf der Marsoberfläche zu sehen. Insgesamt wird darauf eine Fläche von rund 30 Kilometer Breite gezeigt. Das ist allerdings nur ein kleiner Ausschnitt: Die Dünen, so heißt es in einer zugehörigen Pressemitteilung, würden sich insgesamt auf einer Fläche von der Größe des Bundesstaates Texas ausbreiten. Was ungefähr der doppelten Fläche der Bundesrepublik entspricht.

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Das Foto haben Forschende der Nasa allerdings nachträglich eingefärbt – es ist ein sogenanntes False-Color-Image, das durch seine Farben die Oberflächentemperaturen darstellt. So entsteht ein ungewohnter Anblick des roten Planeten: Die Regionen, die sich durch Sonnenstrahlen aufgewärmt haben, sind in gelben bis goldenen Tönen dargestellt. Kältere Regionen hingegen sind blau, wodurch sie wie lange Gletscherzüge in einem riesigen Gebirge aussehen.

Wetter auf dem Mars: windig bis stürmisch

Entstanden sind die Dünen übrigens durch Wind. Denn auch der Mars verfügt über eine Atmosphäre – und damit über Wetter – sie ist im Vergleich zur Atmosphäre auf der Erde allerdings deutlich schwächer ausgeprägt. Das liegt daran, das schreibt der Deutsche Wetterdienst, dass der Mars über kein globales Magnetfeld verfügt und die Atmosphäre deshalb größtenteils durch den Sonnenwind abgetragen werden konnte. Dennoch gibt es einen Rest-Luftdruck: Er entspricht ungefähr 0,6 Prozent des Luftdrucks auf der Erde.

Das Wetter auf dem Mars entsteht vor allem durch Sonneneinstrahlung. Die ist, je nach Standort, unterschiedlich stark und somit gibt es große Temperaturunterschiede. Wie auch auf der Erde entstehen dadurch Winde, um das Gefälle auszugleichen. Die Winde reichen laut DWD vom lauen Lüftchen bis zu wilden Staubstürmen. Und können damit problemlos die Oberfläche dünenförmig gestalten.

Älteste Mars-Mission

Das Dünen-Foto, das jetzt die Nasa veröffentlicht hat, ist Teil einer Serie zu Ehren des Raumfahrtprogramms „Mars Odyssey“. Entstanden sind die Fotos bereits kurz nach Beginn des Programms, zwischen den Jahren 2002 und 2004.

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Das Programm, benannt nach dem Satelliten „Odyssey“, der seither in einer nahen Umlaufbahn den Mars umrundet, feierte diesen 7. April 20-jähriges Jubiläum. Es ist damit das älteste noch aktive Mars-Programm. Gestartet wurde es 2001 mit dem Ziel, die Oberfläche des Planeten genau zu kartografieren. Damit, so schreibt die Nasa, Forschende anhand der Fotos „durch ein Fenster in die Vergangenheit des Mars blicken können, um mehr über seine Evolution zu lernen“.

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Doch das Programm hat noch viel mehr geleistet: Es hat Eisvorkommen entdeckt, „Odyssey“ diente als Kommunikations-Brücke zu anderen Satelliten, außerdem konnten anhand der genauen Oberflächendaten ideale Landeplätze für spätere Missionen gefunden werden. Etwa für „Perseverance“, den Marsrover, der seit dem 18. Februar auf dem roten Planeten herumfährt und Bodenproben sammelt und analysiert.

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