Runter vom Ego-Trip: Viraler Spring Breaker entschuldigt sich für seine Corona-Kommentare

Ein angetrunkenes Interview hatte Brady Sluder berühmt gemacht - und zum Symbol für eine ganze Generation feierwütiger Egoisten werden lassen. (Quelle: Screenshot Twitter)

Erst gab er sich vor den Kameras gleichmütig gegenüber dem Coronavirus und wollte einfach nur feiern. Inzwischen hat der virale Spring Breaker ein Einsehen und entschuldigte sich öffentlich für seinen Ego-Trip.

Brady Sluder wurde schlagartig zum Symbol einer ganzen Generation, als er beim Spring Break in Florida in einem Interview jegliche Vorsicht vermissen ließ. Die Kommentare, die der sichtlich angetrunkene junge US-Amerikaner in die Mikrofone des TV-Senders CBS sprach, waren an Ignoranz und Gleichmut gegenüber dem Schicksal anderer kaum zu überbieten. Und so verbreitete sich der kurze Videobericht von ausgelassen feiernden US-Studenten an den Party Hotspots Floridas rasend schnell im Internet.

“Was immer passiert, passiert,” sagte der Freizeit Rapper in dem Interview. “Wenn ich Corona kriege, kriege ich eben Corona.” Am Ende des Tages wolle er sich davon nicht vom Feiern abhalten lassen.

Spring Break: Feiern bis das Virus kommt

Sluder wurde über Nacht zur Hassfigur für viele, die der jüngeren Generation ohnehin vorwerfen, die Bedrohung durch die Pandemie nicht ernst zu nehmen. Die Spring Breaker waren das Symbol zum nachlässigen egoistischen Verhalten der Jungen. Viele der Party-Orte schlossen in der Folge, manche Kommunen riegelten die Strände sogar komplett ab, um die Feiernden fern zu halten. In den USA ist dennoch im Zuge der Coronakrise ein wahrer Generationenstreit ausgebrochen. Zuletzt gab es Ärger um das ironische Hashtag #BoomerRemover, unter dem sich eine Reihe Posts versammelten, die das Virus als eine Art Rache für das Fehlverhalten der älteren Generation interpretierten. Da passte das alkoholisierte Interview des Jungen mit der Baseballkappe perfekt ins Bild.

Über 60.000 Kommentare ließen Sluder wissen, was die meisten Menschen von seinem Verhalten hielten. Und das kam anscheinend bei ihm an. Denn jetzt folgte die reumütige Entschuldigung des SoundCloud-Rappers via Instagram.

Auf seinem Account schreibt Sluder: "Seid nicht so arrogant wie ich und denkt, dass ihr unbesiegbar seid.” Er habe unbedacht gesprochen und sei sich über die Ernsthaftigkeit seines Handelns und seiner Bemerkungen nicht im Klaren gewesen. Inzwischen scheint sich das geändert zu haben, denn seiner öffentlichen Entschuldigung ließ Sluder ernsthafte Ratschläge an seine Generation folgen und warnte sie vor den Folgen, wenn sie weiterhin kein “social distancing” betrieben. “Wie viele andere auch habe ich ältere Menschen, die ich mehr liebe, als alles andere auf der Welt,” schrieb Sluder. “Ich verstehe, dass diese Krankheit uns alle betrifft.”

“Unsere Generation mag sich unbesiegbar fühlen, wie ich auch, als ich diese Dinge gesagt habe,” fügte er an. Doch das ist nun anders. Sein Appell an seine Altersgenossen war ehrlich und dringlich: “Wir haben die Verantwortung, zuzuhören und den Empfehlungen unserer Gemeinden zu folgen.” So kann die Krise zumindest für sich verbuchen, einem jungen Mann in rasender Geschwindigkeit ein wenig Reife auf dem Weg zum Erwachsenwerden vermittelt zu haben.