Samstag, 20. Juli 2019: Das müssen Sie heute wissen

Die Stena Impero, ein unter britischer Flagge fahrender Öltanker, wurde vom Iran festgesetzt. (Foto: Reuters)

Iran stoppt einen britischen Öltanker in der Straße von Hormus, Algerien gewinnt den Africa-Cup und heute jähren sich zwei besondere Ereignisse der jüngeren Geschichte: der Überblick über die Nachrichten der Nacht und ein Ausblick auf den Tag.

Iran stoppt britischen Öltanker

  • Krise am Persischen Golf spitzt sich zu

Nach neuen Zwischenfällen in der Straße von Hormus spitzt sich die Krise zwischen dem Iran und dem US-Verbündeten Großbritannien zu. Der Iran beschlagnahmte innerhalb kurzer Zeit zwei britische Tanker; einer davon konnte seine Fahrt später wieder fortsetzen. Der britische Außenminister Jeremy Hunt drohte der Führung in Teheran mit “ernsten Konsequenzen”, sollte sie nicht auch den anderen Tanker bald freigeben. Das US-Militär teilte mit, es habe Aufklärungsflugzeuge im Einsatz, um die Lage in der Straße von Hormus zu beobachten. Die Iranischen Revolutionsgarden beschuldigen den Tanker, internationale maritime Regeln missachtet zu haben.

USA entsendet Soldaten

  • Militär soll bis zu 500 Soldaten in Saudi-Arabien stationieren

Der Schritt diene zu Abschreckung und dazu, die Streitkräfte und Interessen der USA im Persischen Golf vor Bedrohungen zu schützen, teilte das US-Zentralkommando Centcom am Freitagabend (Ortszeit) mit. Saudi-Arabien heißt die Stationierung willkommen. US-Medien hatten zuvor darüber berichtet, dass die Regierung von Präsident Donald Trump die Entsendung von bis zu 500 Soldaten nach Saudi-Arabien plane. Die Spannungen am Golf zwischen dem Iran auf der einen Seite und den USA, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten auf der anderen nahmen in den vergangenen Wochen zu.

Morddrohung gegen Journalisten

  • WDR erstellt Strafanzeige

Der WDR-Journalist Georg Restle kritisiert in den Tagesthemen die Alternative für Deutschland (AfD). Nun wurde ihm offenbar mit Mord gedroht, der Sender WDR hat nach eigenen Abgaben Anzeige erstattet. Der Leiter der “Monitor”-Redaktion forderte in seinem Kommentar, die AfD müsse als rechtsextremistisch eingestuft werden. “Das Schreiben ist dem Anschein nach dem rechtsextremen Spektrum zuzuordnen", sagte eine WDR-Sprecherin in Köln.

BVB gewinnt Testspiel

  • Auf USA-Tour spielt Borussia gegen ihren Ex-Trainer Jürgen Klopp

Fußball-Vizemeister Borussia Dortmund hat seine US-Sommertour mit einem Sieg abgeschlossen. Der BVB setzte sich gegen den Champions-League-Sieger FC Liverpool knapp mit 3:2 durch, gegen den früheren Trainer Jürgen Klopp. Für die Dortmunder war es der zweite Sieg im zweiten Testspiel in den USA. Am Mittwoch hatte der BVB mit 3:1 bei den Seattle Sounders aus der nordamerikanischen Profiliga MLS gewonnen.

Algerien gewinnt Afrika-Cup

  • Im Finale gegen Senegal fällt nur ein Tor

Algieren gewinnt zum zweiten Mal nach 29 Jahren den Afrika-Cup. Die Mannschaft von Djamel Belmadi setzte sich im Finale in Kairo mit 1:0 (1:0) gegen Senegal durch. Schon in der zweiten Minute entschied sich das Spiel durch ein Glückstor: Nach zwei Ballverlusten der Senegalesen im Mittelfeld zog Baghdad Bounedjah von der Strafraumgrenze ab, und der abgefälschte Ball segelte in hohem Bogen ins Tor. Es folgten zwar viele Chancen für den Senegal, der konnte sie aber nicht umsetzen.

Gepanschter Schnaps

  • Mindestens 17 Menschen sterben in Costa Rica

Seit Juni seien in Costa Rica 13 Männer und vier Frauen im Alter zwischen 32 und 72 Jahren an einer Methanol-Vergiftungen gestorben, berichtet Costa Ricas Gesundheitsministerium. Knapp 30 000 Flaschen Schnaps von sechs verschiedenen Marken wurden den Angaben zufolge beschlagnahmt. Methanol entsteht, wenn beim Destillieren von Alkohol nicht richtig gearbeitet wird. Versucht die Leber dann, den Körper vom Alkohol zu entgiften, wird das Methanol zu Formaldehyd und Ameisensäure umgewandelt. Dies kann die Nervenzellen schädigen, zur Erblindung und sogar zum Tod führen.

Zehn Tote in Mexiko

  • Menschen wurden wohl von krimineller Bande gefoltert und vergraben

Auf einem Grundstück in Mexiko sind die Leichen von zehn mutmaßlichen Opfern einer kriminellen Bande entdeckt worden. Zunächst waren demnach am vergangenen Samstag drei Tote, die Hände gefesselt und mit Spuren von Folter, in einem Haus in der Stadt Tonalá gefunden worden. Später wurde im 200 Quadratmeter großen Garten des Grundstücks mit Hilfe von Spürhunden nach weiteren Opfern gesucht. Die Ermittler fanden sowohl vergrabene Leichen als auch Tüten mit Leichenteilen. In der Gegend, zu der die Millionenstadt Guadalajara gehört, ist das mächtige Drogenkartell Jalisco Nueva Generación aktiv. In den vergangenen Monaten wurden dort mehrere ähnliche Funde gemacht.

Diese Ereignisse werden heute wichtig

Rechte demonstrieren in Kassel

  • “Die Rechte” will sich nach Mord nicht instrumentalisieren lassen

Am Samstag wollen Rechtsextreme durch Kassel ziehen. Die Partei “Die Rechte” will damit gegen eine vermeintliche Instrumentalisierung des Mordes an dem CDU-Politiker Walter Lübcke protestieren, mit der Rechte in die Nähe von Gewalt und Terror gerückt würden. Die Polizei erwartet bis zu 500 Teilnehmer. Ein Bündnis gegen Rechts hat zahlreiche Gegenveranstaltungen angemeldet, die Veranstalter rechnen mit mehrere tausend Demonstranten. Der CDU-Politiker Lübcke war am 2. Juni in seinem Haus im Landkreis Kassel erschossen worden. Der Generalbundesanwalt geht von einem rechtsextremen Hintergrund aus.

Gedenken an Hitler-Attentat

  • Vor 75 Jahren versuchte von Stauffenberg, Hitler zu töten

Am 20. Juli 1944 platziert Claus Schenk Graf von Stauffenberg im Führerhauptquartier in Ostpreußen einen Sprengsatz, während einer Lagebesprechung. Er wollte den Krieg beenden. Doch Adolf Hitler überlebt — und der Oberst Stauffenberg und drei Mitverschwörer wurden noch am Abend des Attentats im Innenhof des Bendlerblocks erschossen. In den folgenden Wochen und Monaten richteten die Nazis 89 weitere Beteiligte und Unterstützer hin. Die Bundesregierung gedenkt heute in Berlin der Widerständler, Kanzlerin Angela Merkel (CDU) wird eine Rede halten, ebenso die neue Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU).

Salzburger Festspiele starten

  • Hugo von Hofmannsthals Mysterienspiel “Jedermann” eröffnet Spiele

Tobias Moretti spielt die Hauptrolle in Hugo von Hofmannsthals Mysterienspiel “Jedermann”. Das Stück auf dem Salzburger Domplatz ist ein zentraler Bestandteil des weltgrößten Musik- und Theaterfestivals. Der österreichische Regisseur Michael Sturminger hatte das Traditionsstück vor zwei Jahren neu inszeniert und Text und Szene umfassend modernisiert. Der österreichische Regisseur Michael Sturminger hatte das Traditionsstück vor zwei Jahren neu inszeniert und Text und Szene umfassend modernisiert. In den letzten beiden Jahren mussten die Jedermann”-Premieren wegen Regens im Großen Festspielhaus stattfinden.

Hoch zum Mythos Tourmalet

  • Alaphilippe will auf 14. Etappe der Tour de France Trikot verteidigen

Heute geht es für die Radfahrer der Tour de France hinauf zum Mythos Tourmalet (13 Uhr). Ziel der 14. Etappe liegt auf dem 2115 Meter hohen Col du Tourmalet. Über 19 Kilometer geht es im Schnitt 7,4 Prozent hinauf. Der Franzose Julian Alaphilippe will das gelbe Trikot verteidigen, der Deutsche Emanuel Buchmann liegt er im Gesamtklassement auf Rang sechs. Auf seinen Helfer Maximilian Schachmann muss er aber verzichten, Schachmann erlitt am Freitag einen Mittelhandbruch.

Gewinner des Tages sind…

die Astronauten, die heute zur Raumstation ISS aufbrechen. Neben dem Italiener und Esa-Astronauten Luca Parmitano sollen auch der Amerikaner Andrew Morgan und der russische Kosmonaut Alexander Skworzow um 18.28 Uhr (Mitteleuropäische Zeit) vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan ins All geschickt werden — genau 50 Jahre, nachdem der US-Amerikaner Lance Armstrong als erster Mensch seinen Fuß auf dem Mond aufgesetzt hat. Nach Angaben der amerikanischen Raumfahrtbehörde Nasa dauert der Flug zur ISS rund 400 Kilometer über der Erde etwa sechs Stunden. Dann erwarte sie ein Anblick, der bisher ein paar Hundert Menschen vorbehalten war: die Erde in echt von oben zu sehen.