Schlag auf der Laufbahn: Boxte Filip Ingebrigtsen Gegner aus dem Weg?

Ben Barthmann
freier Sportjournalist

Bei den Vorläufen der Männer über 1.500 Meter hat sich bei der Leichtathletik-WM ein kleiner Skandal abgespielt. TV-Bilder zeigten Läufer Filip Ingebrigtsen, wie er Teddese Lemi aus dem Weg boxte.

Filip Ingebrigtsen rangelte bereits vor seinem Schlag mit Kontrahent Teddese Lemi. (Bild: Getty Images)

Der Norweger suchte erst den Körperkontakt mit Lemi und schlug dem Äthiopier dann plötzlich in den Rücken. Der Läufer stolperte beim Versuch, sich aus dem Konflikt zu lösen und wurde natürlich von der Gruppe schnell abgehängt. Ingebrigtsen sollte das Rennen später gewinnen und sich somit erfolgreich für das heutige Halbfinale qualifizieren.

Sein Schlag aber wirft Fragen auf. BBC-Experte Steve Cram ordnete ein: “Das ist ein Schlag. Ein Schlag. Wenn der Schiedsrichter das nicht gesehen hat, wir haben es gesehen, bin ich erstaunt. Nichts gegen Filip, das hätte jeder sein können, aber ich bin erstaunt, dass er nicht disqualifiziert wurde.”

Teddese Lemi trotz Sturz für Halbfinale qualifiziert

Auch dass Ingebrigtsen anschließend die Bahn wechselte und Lemi damit in die Hacken lief, nahmen die Experten nicht gut auf. “Es geht vielleicht gar nicht so sehr um den Schlag, sondern darum, wie er dann versucht, ihn zu kreuzen”, sagte BBC-Analyst Michael Johnson.

Immerhin ein kleiner Trost: Der “gefoulte” Lemi wurde aufgrund seiner Leistung doch für das Halbfinale qualifiziert. Beide Kontrahenten sind also weiterhin im Rennen um eine Medaille - wenn auch der eine weitaus fragwürdigere Methoden anwendet als der andere. Körperkontakt ist über die Mittelstrecke durchaus normal - wird allerdings nicht in jeder Form akzeptiert.

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