Wie schnell sich negative Einflüsse auf deiner Haut abzeichnen

Maria Del Russo

Ich hatte mal eine Freundin, die wirklich viel geraucht hat. Fast zwei Schachteln konnte sie an einem Wochenende wegpaffen. Und wie jede*r Raucher*in hat sie schon oft versucht damit aufzuhören – meistens nicht ganz so erfolgreich. Nach einigen Wochen (und manchmal auch Tagen) hab ich sie wieder mit dem Glimmstängel in der Hand gesehen. Und dann sagt sie mir eines Tages beim Brunchen, dass sie endgültig von den Zigaretten ablässt. Ihr Grund: Nach einem Monat als Nichtraucherin hat sie sich eine Zigarette angezündet und am nächsten Tag gleich einen Pickel bekommen.

Auf diese Aussage konnte ich ihr nur mit einer hochgezogenen Augenbraue begegnen. Nicht weil ich nach all den vergeblichen Versuchen nicht mehr glaubte, dass sie es durchziehen würde, sondern weil ich den Bewegungsgrund so absurd fand. „Von einer Zigarette nach Ewigkeiten bekommt man doch nicht gleich Pickel“, sagte ich zu ihr. Aber sie war sich sicher, dass diese eine Zigarette, die sie zwölf Stunden vorher geraucht hatte, der Grund für ihre Hautunreinheiten gewesen sein musste. Somit war ich in ihren Augen diejenige, die falsch lag mit ihren Behauptungen.

Irgendwann fing sie wieder an zu rauchen und dann trennten sich unsere Wege (wie es halt bei Freundschaften hin und wieder mal passiert), aber unser Gespräch blieb mir immer im Kopf. Konnten negative Einflüsse wirklich so schnell auf unserer Haut sichtbar werden?

Die Antwort darauf konnte mir die Dermatologin Dr. Jessica Weiser geben. Klick dich durch die Slides und finde heraus welche Umweltfaktoren und schlechten Angewohnheiten deine Haut beeinflussen können und was du tun kannst, um diesen entgegenzuwirken.

Mit Schminke schlafen

Ich weiß, manchmal ist man einfach so müde, dass man am liebsten mit Make-up schlafen möchte, um sich die Zeit mit dem Abwaschen zu sparen. Aber auch nur einmal darauf zu verzichten kann auf kurze oder lange Sicht schädlich für deine Haut sein. „Make-up sollte unbedingt jeden Abend entfernt werden, damit sich die Haut über Nacht regenerieren kann“, sagt Dr. Weiser. „Wenn man es drauflässt, können deine Poren verstopfen und es kommt zu verstärkter Ölproduktion und vermehrtem Bakterienaufkommen, was zu Pickeln führt.“

Beim Blick in den Spiegel am nächsten Morgen, wirst du dann gleich von den neuen ungebetenen Gästen begrüßt. Besonders wenn du sehr viel Schminke trägst, solltest du dein Gesicht jeden Abend gründlich reinigen. Selbst eine sorgfältige Pflegeroutine am Morgen schließt nicht aus, dass deine Haut unter Umständen sogar langfristig uneben und trocken wird, wenn du sie vor dem Schlafengehen nicht reinigst.

Fast Food

Auch ich habe schon einige nächtliche Besuche bei McDonalds hinter mir, und hin und wieder mal einen Burger zu essen, ist definitiv keine Todsünde. Wenn es aber um deine Haut geht, solltest du unbedingt darauf achten wirklich nur selten Fast Food zu essen. Durch chemische Prozesse, die sich bei übermäßigem Verzehr im Körper abspielen, erscheint die Haut nämlich irgendwann fahl und leblos.

„Wenn der in Lebensmitteln enthaltene Zucker mit den Fetten und Proteinen, die hohen Temperaturen ausgesetzt wurden, reagiert, nennt man das eine exogene Glykation“, erklärt die Dermatologin. Das ist bei Fast Food oft der Fall, da die Lebensmittel bei sehr hohen Temperaturen zubereitet werden, damit sie schnell fertig sind. „Glykation ist die erste Komponente in einer Reihe von Reaktionen, die glykierte Endprodukte formen. Diese triggern Entzündungen, die wiederum zu Kollagenabbau, schlaffer Haut und mehr führen können“, fügt Dr. Weiser hinzu. Also gilt grundsätzlich die Annahme, dass durch Fast Food entzündungsfördernde, chemische Prozesse in unserem Körper freigesetzt werden.

Natürlich passiert das nicht gleich nach einem Biss. Die Effekte kommen erst mit der Zeit. Aber genau wie alle Ernährungsexpert*innen werden auch Dermatolog*innen dir dazu raten, dem Whopper und seinen BFFs lieber fernzubleiben.

Reisen mit dem Flugzeug

Wenn du schon mal einen Langstreckenflug gemacht hast, dann weißt du sicher auch noch, wie gut deine Haut auf die Flugzeugluft reagiert hat – nicht! „Die Luft im Flugzeug zirkuliert nicht richtig, ist unter Druck und es mangelt ihr an Feuchtigkeit“, erklärt Dr. Weiser. „Deshalb macht sie die Haut trocken und begünstigt Irritationen.“ Was du vielleicht nicht wusstest ist, dass trockene Haut noch andere Probleme mit sich bringt: „Extreme Trockenheit führt zu starker Ölproduktion, wodurch Pickel entstehen können.“ Zirka zwei bis drei Tage nach dem Flug entdeckst du dann die kleinen, roten Pusteln im Gesicht.

Der einfachste Weg dem vorzubeugen ist, während des Flugs schön viel Wasser zu trinken und die Haut mit Feuchtigkeitsseren und Cremes zu pflegen. Verwende nach der Landung ein sanftes Peeling, um die abgestorbene Haut zu entfernen und der neuen Platz zum Atmen zu machen. Auch kleine Feuchtigkeitssprays sind eine gute Lösung.

Kalte Luft

Auch bei kalter Luft fehlt der Haut Feuchtigkeit. Doch im Vergleich zur Flugzeugluft sind kühle Temperaturen sogar noch etwas schädlicher. „Kalte Luft ist so feuchtigkeitsarm, dass sie der Hautoberfläche sogar die Feuchtigkeit entzieht, was zu Trockenheit und Irritationen führt“, sagt die Dermatologin. Wenn du deine Haut zu lange der kalten Luft aussetzt, können sogar Ekzeme entstehen.Vor allem bei extrem niedrigen Temperaturen und starkem Wind sind Rötungen und Trockenheit sofort bemerkbare Auswirkungen.

Wie also kannst du im Winter deine Haut schützen? Das Beste ist, du versuchst dein Gesicht so wenig wie möglich der Kälte auszusetzen. Das heißt draußen den Schal bis hoch zur Nase ziehen und die Mütze soweit runter, dass du gerade noch etwas sehen kannst. Und achte darauf für die nötige Feuchtigkeitspflege zu sorgen, bevor du das Haus verlässt. Gut ist es auch immer einen Luftbefeuchter in der Wohnung zu haben.

Hohe Luftfeuchtigkeit

Nach den beiden letzten Slides denkst du vielleicht, dass Feuchtigkeit der ultimative Skin-Care-Hack ist, aber wie sagt man so schön: Zu viel des Guten ist auch nicht gut. „Bei hoher Luftfeuchtigkeit bekommt die Haut zu viel Feuchtigkeit auf einmal und das fördert eine übermäßige Ölproduktion der Drüsen, was, wie wir schon wissen, die Poren verstopft und sogar Pickel verursacht“, so die Ärztin. Richtig unangenehm wird es, wenn man durch die feuchte Luft auch noch stark schwitzt, dann kommen schnell noch Hautirritationen dazu.

Solche Pickelausbrüche und Hautausschläge erscheinen zwar schnell, können aber ebenso einfach wieder gelindert werden. Achte darauf, dein Gesicht gut zu waschen und gelegentlich ein Peeling zu verwenden, dann ist bei deiner Haut alles wieder schnell beim Alten.

Smog

Anti Pollution ist zurzeit der Lieblingsbegriff der Kosmetikindustrie – und das nicht nur weil es sich super auf den Verpackungen macht. Wir sind uns der negativen Effekte von Smog und anderen Umweltfaktoren schon länger bewusst und geben deshalb auch gerne etwas mehr Geld für Pflegeprodukte aus, die die Haut davor schützen sollen. „Dreck und Staub in der Luft verstopfen die Poren, verursachen Akne und machen die Haut blass und glanzlos“, erklärt die Hautärztin. „Freie Radikale der Schadstoffe in der Luft verursachen oxidative Schäden, die zur vorzeitigen Hautalterung führen.“ Glücklicherweise dauert es Jahre, bis diese sichtbar werden, aber sie nehmen mit der Zeit zu. Kurz gesagt bedeutet das, je länger du schlechter Luft ausgesetzt bist, desto schlimmer leidet deine Haut darunter.

Alkohol

Hast du wirklich geglaubt du könntest mehrere Gläser Rotwein am Abend trinken und es hätte keine Konsequenzen für deine Haut? Alkohol in jeder Form beeinflusst dein Hautbild und das nicht nur kurzzeitig. „Es wirkt als Diuretikum, was dehydrierend ist, und das wiederum führt zu Trockenheit und Mattheit oder sogar zu aschfahler Haut“, sagt Dr. Weiser. Sprich: Durch Alkohol wird dein Harndrang angeregt und du musst öfter auf die Toilette. Bei jedem Gang aufs Klo wird deinem Körper Wasser entzogen. Am nächsten Morgen kannst du dann deinem Kater entsprechend auch das passende Gesicht dazu präsentieren – toll!

Aber nicht nur der Tag danach ist folgenreich. Alkohol hat auch besonders gravierende Langzeitfolgen, die erst nach regelmäßigem und starkem Konsum zum Vorschein treten: „Es kann zu Rötungen, beschädigten Kapillargefäßen, geschwollener Haut und schlaffem Hautgewebe kommen. Und vor allem Hautkrankheiten wie Kupferrose können sich dadurch verschlimmern“, warnt die Ärztin. Das erklärt auch, warum Menschen, die über längere Zeit viel trinken, zu einem aufgedunsenen, roten Gesicht neigen. Laut Dr. Weiser ist regelmäßiger Alkoholkonsum auch ein Indikator für glykierte Endprodukte – und deren Effekte auf die Haut kennen wir ja bereits.

Zucker

Genau wie Fast Food und Alkohol begünstigt auch Zucker den Glykationsprozess und die Entstehung von freien Radikalen im Körper. Daraus folgen Falten und matte Haut, die an Spannkraft verliert.

„Nach einem Tag voller ungesunder Lebensmittel wirst du sehen, dass deine Haut blass und leblos erscheint“, erwähnt Dr. Weiser. Sobald du aber deine Ernährung wieder auf gesunde Lebensmittel umstellst, wird sich das auch bei deiner Haut bemerkbar machen.

Rauchen

Kommen wir zu der schlechten Angewohnheit, die mich überhaupt dazu gebracht hat, mich mit diesem Thema auseinanderzusetzen: Rauchen.

„Der Zigarettenrauch schüttet Karzinogene aus, die einen Kollagenabbau fördern und dafür sorgen, dass die Haut schlaff und faltig wird“, erklärt Dr. Weiser. „Besonders oft entstehen bei Raucher*innen Falten im Mundbereich und fahle Hautstellen.“ Aber wie schnell treten diese Effekte auf? „Während einige Effekte sofort sichtbar sind, sind die meisten von ihnen erst im Laufe der Zeit erkennbar und verschlimmern sich auf Dauer. Es kommt ganz darauf an, wie lange man schon raucht und wie viele Zigaretten man am Tag konsumiert“, fügt die Expertin hinzu. Allerdings: Es gibt keine direkte Verbindung zu Akne oder sonstigen Pickelausbrüchen, wenn man raucht – also war nicht die Zigarette Schuld an der unreinen Haut meiner damaligen Freundin und somit habe ich eigentlich die Diskussion von damals gewonnen. Ha!

Sonnenbrand

Kaum hast du dich für einen kurzen Moment in die pralle Sonne gelegt und schon ist er da – der Sonnenbrand! Sobald du die Rötung und Schmerzen mit Aloe Vera behandelst, sollte jedoch alles wieder gut sein – dachte man zumindest. Dr. Weiser warnt allerdings vor einem noch größeren Schaden, der nicht so sichtbar ist wie die knallrote Haut: „Die ultraviolette Strahlung der Sonne ist eine der primären Quellen für oxidative Schäden an der Haut. Die Ansammlung von freien Radikalen beschleunigt den Kollagen- und Elastinabbau und führt zu Schlaffheit, Faltenbildung und ungleichmäßigem Hautbild.“ Im Klartext bedeutet das, wenn du dich zu oft der Sonne ohne Schutz aussetzt, kann deine Haut schneller altern.

UVA-Licht löst zudem die Pigmentproduktion aus, was Sommersprossen und Pigmentstörungen zur Folge haben kann. Schäden von der Sonne haben eine lange Laufzeit und je mehr du dich ihr aussetzt, desto eher wirst du mit den Folgen zu kämpfen haben. Möglicherweise treten nach einem Sonnenbrand auch neue Male oder Falten auf. Diese Dinge solltest du von deinem Hautarzt oder deiner Hautärztin überprüfen lassen, um sicher zu gehen, dass es sich nicht um eine ernsthafte Hautkrankheit handelt.

Es ist also kein Wunder, dass so viele Dermatolog*innen für einen ausreichenden Sonnenschutz gegen frühes Hautaltern werben. Selbst wenn du nicht am Strand bist, solltest du immer einen Lichtschutzfaktor von 30 oder höher auf alle entblößten Stellen auftragen. Dein zukünftiges Ich wird es dir danken.

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