Streit um wertvollen Wikinger-Schatz

Stefica Budimir-Bekan
Freie Autorin

In Schottland ist ein Rechtsstreit um einen bedeutenden Wikinger-Schatz entbrannt. Die schottische Kirche hat den Finder verklagt, da dieser nicht die Hälfte des Finderlohns von 2,3 Millionen Euro herausrückt. Kurios: Das Geld steht der Kirche rechtlich gar nicht zu.

Teile des sogenannten "Galloway Hoard", der als einer der wichtigsten Wikinger-Funde gilt. (Bild: Getty Images)

Derek McLennan, ein pensionierter Geschäftsmann, hatte den Schatz im Jahr 2014 mit einem Metalldetektor im Westen Schottlands entdeckt. Der “Galloway Schatz” – den Namen bekam er durch die Region, in der er gefunden wurde – stammt aus dem 10. Jahrhundert und gilt als einer der wertvollsten und größten je auf britischem Boden gefundenen Wikinger-Nachlässe. Seltene silberne Armbänder und Broschen, ein Goldring und ein Christus-Kreuz sind Teil des spektakulären Fundes.

Rechtsfrage: Müssen Fundsachen wieder abgegeben werden?

Als McLennan 2014 auf den Schatz stieß, verstand er zu Beginn nicht, was er da entdeckt hatte. “Ich dachte zuerst, ich hätte einen Silberlöffel gefunden”, erzählte er damals der “BBC”. Schnell stellte sich allerdings heraus, dass es “einer der wichtigsten Funde ist, die jemals in Schottland gemacht wurde”, wie die schottische Kulturministerin Fiona Hyslop betonte.

Gefunden wurde der Schatz auf Kirchen-Boden

Aufgrund der Bedeutsamkeit nahm das schottische Nationalmuseum 2,3 Millionen Euro in die Hand, um den Schatz für die Öffentlichkeit zu erwerben. Anders als im Rest von Großbritannien sieht das schottische Gesetz vor, dass der Finderlohn nur dem Schatzfinder zusteht. Der Landeigentümer, in diesem Fall die schottische Kirche, hat rechtlich kein Anrecht auf die Hälfte der Summe.

Das schottische Nationalmuseum stellt den Wikinger-Schatz aus. (Bild: Getty Images)

Die schottische Kirche findet allerdings, dass ihr die Hälfte des Geldes aus moralischer Sicht zusteht und zog nun gegen McLennan vor Gericht. Ein befreundeter Kirchenvertreter von McLennan sagte der “Sunday Post”, er finde es schade, dass es nun so weit gekommen sei. Der Finder wollte sich nicht äußern.

Übersicht: In diesen Fällen bekommen Sie Finderlohn

Der Wikinger-Schatz wird derweil bald auf Tournee gehen. Im Dezember 2020 startet eine Wanderausstellung, die ihn in verschiedene schottische Museen führen wird.