Schulbezirke in den USA nutzen Busse, um Schülern während der Quarantäne Wi-Fi zur Verfügung zu stellen

Schulbusse, die nicht mehr in Betrieb sind, versorgen jetzt Schüler mit Internet, die den Unterricht von zu Hause aus absolvieren müssen. (Foto: Getty)

Da Unterricht in der Schule nicht mehr möglich ist, arbeiten mehrere Schulen in den USA daran, Schülern während der Quarantäne einen Internetzugang zur Verfügung zu stellen.

Die plötzlichen Schulschließungen haben zahlreiche Schüler und Eltern aus der Bahn geworfen. Die Schüler müssen nun das Schuljahr online beenden. Ein Problem ist dabei aber, dass viele keinen Internetzugang haben, um ihre Hausaufgaben zu erledigen. Das brachte Schulbezirke, Bibliotheken, Verkehrsbehörden und andere auf die Idee, Wege zu finden, um WLAN zur Verfügung zu stellen.

Im April begannen deshalb mehrere Schulbezirke damit, Schulbusse einzusetzen, die mit WLAN ausgestattet sind. Damit schaffen sie Hotspots, die Schüler in der Umgebung mit ihren Geräten zum Lernen nutzen können. In Carbondale, Illinois, und Dayton (Ohio) fahren die Buse an ein paar Tagen in der Woche in mehrere Stadtviertel und an Kreuzungen. Die Dayton Public Schools informierten in einer Erklärung auch, dass sie bedürftigen Schülern eine begrenzte Anzahl an Chromebooks zur Verfügung stellen werden.

In Texas hat der Austin Independent School District (AISD) finanzielle Unterstützung von Kajeet erhalten. Das Unternehmen arbeitet daran, Schülern sicheren Zugang zu Technologie zu ermöglichen. Der Schulbezirk erhielt laut einer Erklärung über 600.000 $ (550.000 €) aus dem Smartbus Wi-Fi Grant, um 534 Schulbusse mit WLAN-Zugang auszustatten.

„Wir bereiten uns auf die Möglichkeit längerer Schulschließungen vor und wissen, dass eine Internetverbindung für unsere Schüler ein Rettungsanker und eine Lernverbindung ist“, sagte Kevin Schwartz, Chief Executive Officer für AISD in der Erklärung. „Der Austin ISD wird viele unserer über 500 Kajeet WLAN/Internet-fähigen Schulbusse in unserem Schulbezirk einsetzen, so dass die Schüler mit den Chromebooks des Bezirks über das Internet lernen können.“

Die Erklärung geht im Weiteren darauf ein, dass die Technologie in den Bussen, um die Schüler ins Internet zu bringen, auch „Auslastungsraten, Verbesserungen der Hausaufgabenerfüllungsquote, Zufriedenheit der Schülerinnen und Schüler, Zufriedenheit der Fahrer und Reduzierung der disziplinarischen Vorfälle“ analysiere, um die Ergebnisse im nächsten Schuljahr auszuwerten.

Auch Pierce County Transit in Lakewood (Wash), hat es sich zur Aufgabe gemacht, Schülern mit Bussen WLAN-Hotspots zur Verfügung zu stellen. „Schüler und ihre Erziehungsberechtigten können in der Nähe des Busses parken und sich mit dem WLAN des Busses verbinden, um mit Lehrern zu interagieren, Hausaufgaben zu recherchieren, Hausaufgaben hoch- oder herunterladen oder andere Arten von Schulaufgaben zu erledigen“, hieß es in einer Pressemitteilung.

Und auch die Harris County Public Library in Houston stellt kostenloses WLAN zu Verfügung. Schüler und Familien müssen lediglich in der Nähe der Bibliotheken parken.

Jessica Mayorga Castillo, Vizepräsidentin für Marketing und Kommunikation für die Bildungs-Lobbygruppe Stand for Children, erklärt Yahoo, dass fehlender Internetzugang viel zu häufig vorkommt – 9,16 Millionen Schüler im ganzen Land können nicht online gehen.

Da die Schulgebäude in vielen Teilen der Nation geschlossen sind, ist das Online-Lernen die einzige Lernmöglichkeit für Schüler, um sich weiterhin mit ihrer Bildung zu beschäftigen,“, sagt Castillo. „Und wir sehen so viele Schulabbrüche, vor allem bei Schülern, die zu Hause keinen Breitbandzugang haben, und liegt wahrscheinlich das an den Bedingungen, unter denen sie leben – die Eltern können sich das nicht leisten, oder in einigen ländlichen Gebieten, gibt es einfach keine Sendemasten...“

Sie fügt hinzu: “und wie sollen sie etwas lernen, wenn sie nicht online gehen können, um ihre Hausaufgaben herunterzuladen, zu recherchieren oder Informationen für die Erledigung der Hausaufgaben zu suchen – das ist eine Herausforderung.“

Es liegt auf der Hand, dass die Anstrengungen, die in mehreren Städten im ganzen Land unternommen werden, notwendiger denn je sind, da zahllosen Schülern durch das Coronavirus dringend benötigte Ressourcen entzogen wurden. Castillo weist auch darauf hin, dass zwar Schritte unternommen wurden, um einigen von ihnen Internetzugang zu ermöglichen, dass es aber vor allem darauf ankommt, den Schülern im ganzen Land einen Zugang zum Internet und fortlaufender Bildung zu ermöglichen. Sie erklärt, dass der Emergency Educational Connections Act, der derzeit im Kongress diskutiert wird, Finanzmittel bereitstellen würde, um sicherzustellen, dass alle Schüler Geräte und Zugang zum Internet erhalten, damit sie ihre Hausaufgaben erledigen und weiter lernen können.

Megan Sims