Sein Video ging viral - nun sind ein syrischer Vater und seine Familie in Sicherheit

Antonie Hänel
Freie Autorin

Das Video eines Vaters aus Syrien ist um die Welt gegangen: Er hatte versucht, seiner vierjährigen Tochter die Angst vor den täglichen Bombeneinschlägen mit einem Spiel zu nehmen. Nachdem das Video tausende Menschen berührt hatte, ist die Familie nun in Sicherheit.

Abdullah al-Mohammed und seine Tochter Salwa sind jetzt in Sicherheit (Bild: Abdulaziz KETAZ / AFP)

Damit seine kleine Tochter nicht an der Angst vor dem Bombenregen in ihrer Heimat zerbricht, hat ein Vater ein Spiel entwickelt: Wenn die bedrohlichen Geräusche losgingen, rieten Abdullah al-Mohammed und seine Kleine, ob es sich um eine Bombe oder einen Jet handelt. Sobald die Explosion zu hören war, brach die Vierjährige in lautes Lachen aus - offenbar hatte sie durch das Spiel gelernt, die Bedrohung nicht ganz so ernst zu nehmen.

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Seine Anti-Trauma-Strategie hatte der 32-jährige Papa, der in der umkämpften Provinz Idlib im Nordwesten des Landes lebt, auf Video aufgenommen und an seine Freunde geschickt, 20 herzzerreißende Sekunden, in denen das Mädchen aus vollem Herzen über einen Bombeneinschlag lacht. Ein Freund aus der Türkei postete das Video Mitte Februar auf Twitter, jetzt sind Abdullah und Salwa berühmt.

Was für eine traurige Welt. Um die vierjährige Salwa abzulenken, hat ihr Vater Abdullah ein Spiel erfunden. Jedesmal, wenn eine Bombe über Idlib, Syrien, fällt, lachen sie, damit sie keine Angst hat.

Auf Twitter hat das Video über 13.000 Herzchen generiert, international berichteten Medien darüber. In den sozialen Netzwerken fühlten sich viele durch die Geschichte an den Film “Das Leben ist schön” erinnert. In dem italienischen oscarprämierten Werk von Roberto Benigni stellt der Hauptdarsteller seinem kleinen Sohn gegenüber das Leben im Konzentrationslager als ein lustiges Spiel dar – und geht letztendlich sogar lachend in den Tod, damit sein Sohn überleben kann.

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Wie die “Süddeutsche Zeitung” schreibt, hat ihre neue Bekanntheit die Familie nun auch aus der Kriegszone gerettet. Nachdem Journalisten weltweit über das Video berichtet hatten, öffnete die Türkei die Grenze für Vater, Mutter und Tochter. Abdullah al-Mohammed hat deswegen ein schlechtes Gewissen: "Es gibt Tausende Menschen, die diese Flucht nötiger hätten. Mit diesem Gedanken zu leben, fühlt sich schrecklich an, aber ich habe es für mein Kind getan."