Sexualforscherin nutzt Vaginalsekret als Parfum

Ann-Catherin Karg
Freie Journalistin

Was beim einen den berühmten Aha-Effekt erzeugt, dürfte den anderen nur zum Naserümpfen bewegen: Eine Sexualforscherin nutzt ihren eigenen Vaginalfluor als Parfüm – und ist überzeugt von ihrem Konzept.

Die Sexualforscherin und Influencerin Shan Boodram ist davon überzeugt, dass sich Vaginalfluor als Parfum prima eignet. (Bild: Getty Images)

Kann das was oder muss das ganz schnell weg? Sexualforscherin Shan Boodram sorgt derzeit für Schlagzeilen, weil sie ihren eigenen Vaginalfluor als Parfüm verwendet und überzeugt davon ist, dass der Geruch anziehend auf ihre Gegenüber wirken kann.

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In einem Experiment für ihr Buch “The Game of Desire“ tupfte die Forscherin mit weiteren Probandinnen beim Ausgehen einen Hauch des jeweils eigenen Vaginalsekrets auf die Druckpunkte Hals, Dekolleté und Handgelenke, eine weitere Testgruppe stürzte sich ohne “Naturduft“ ins Getümmel. Obwohl sich bei beiden Gruppen keine signifikanten Erfolgserlebnisse einstellten, ist Boodram überzeugt davon, dass das Vaginalsekret anziehend auf grundsätzlich interessierte Gegenüber wirken kann.

Was steckt hinter dem Vaginalparfüm?

Hinter dem Phänomen stehen Pheromone - chemische Moleküle, die freigesetzt werden, um hormonelle Veränderungen auszulösen und Verhaltensreaktionen bei anderen hervorzurufen. Diese Signalmoleküle sind in Körperflüssigkeiten wie Genitalsekreten enthalten und wirken traditionell auf diejenigen Menschen, die sich von Vaginas angezogen fühlen.

Allerdings nicht immer: Boodram nutzt das Sekret aus der so genannten Bartholin-Drüse schon seit Jahren als Parfümersatz und vermeldet gemischte Ergebnisse. “Manchmal strömen die Leute zu mir, manchmal bemerke ich keinen Unterschied“, wird sie von "Refinery29" zitiert. Die Unterschiede könnten davon abhängig sein, in welcher Zyklusphase die Trägerin sich befindet. Oder aber ob sie wirklich überzeugt ist von ihrem Konzept und an den sich einstellenden Erfolg glaubt.

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Shan Boodram, die auf Instagram fast 250.000 Follower hat, sagt: “Jedes Mal, wenn ich es verwende, fühle ich mich wie eine verzauberte Göttin mit einem köstlichen Geheimnis.“ Boodrams Empfehlung stößt nicht bei allen auf offene Ohren – und offene Näschen. Allerdings steht und fällt der Erfolg zu allererst mit einer gesunden Vaginalflora, wie die Sexualforscherin auch auf Instagram sagt:

Einer Kommentatorin, die sagte, sie würde Chanel dem “Thunfisch-Gestank“ vorziehen, riet die Forscherin zu einem Besuch beim Gynäkologen, um die PH-Balance in der Vagina wiederherzustellen. Allen anderen kann Boodram das Fluor-Experiment nur empfehlen: “Ganz gleich, ob Vaginalpheromone eine Person wirklich unwiderstehlich machen oder nicht, die Tatsache, dass Sie glauben, dass dies der Fall ist, führt dazu, dass Sie mutiger und selbstbewusster handeln.“

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