Sinkende Abo-Zahlen: So will Netflix gegen Nutzerschwund und Account-Sharing vorgehen

Netflix will über 100 Millionen Haushalte durch Einschränkungen des Account-Sharings monetarisieren. (Bild: Sony)
Netflix will über 100 Millionen Haushalte durch Einschränkungen des Account-Sharings monetarisieren. (Bild: Sony)

Die Konkurrenz setzt Netflix heftig zu - der Streaming-Gigant verlor im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres fast eine Million Abonnenten. Um den Schwund zu stoppen, will man dem Account-Sharing Einhalt gebieten und ein werbefinanziertes Abo einführen.

Netflix laufen die Abonnenten davon. Auch im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres verzeichnete der Streaming-Gigant deutlich weniger Nutzer - 970.000, um genau zu sein. Ursachen sind unter anderem der verschärfte Konkurrenzdruck durch immer mehr Anbieter und eine hohe Marktdurchdringung. Dennoch ist das Unternehmen "zuversichtlich und optimistisch für die Zukunft", wie man die Aktionäre wissen ließ. Ein Grund: Netflix plant eine Reihe von Maßnahmen, um die Abonnentenzahlen und den Umsatz zu steigern.

Werbefinanziertes Abo soll Anfang 2023 kommen

Ein Baustein ist die Einführung einer preisgünstigeren werbefinanzierten Version des Abonnements Anfang 2023 "in einer Handvoll Märkten", in denen das Werbevolumen groß ist, heißt es in einem Brief an die Aktionäre. "Wie die meisten unserer neuen Initiativen ist es unsere Absicht, sie einzuführen, zuzuhören und zu lernen und schnell zu iterieren, um das Angebot zu verbessern. Daher wird unser Werbegeschäft in ein paar Jahren wahrscheinlich ganz anders aussehen als am ersten Tag". Als Technik- und Vermarktungspartner holte man Microsoft an Bord.

Netflix will Account-Sharing eindämmen

Darüber hinaus will Netflix massiv gegen das Account-Sharing vorgehen - also das Teilen der Zugangsdaten, das in den Nutzungsbedingungen zwar untersagt, aber von Netflix bislang toleriert wird. Der Streaming-Anbieter schätzt, dass man so über 100 Millionen weitere Haushalte monetarisieren könne.

Bereits im März 2022 testete Netflix in Chile, Costa Rica, Peru und anderen südamerikanischen Staaten eine Zusatzgebühr in Höhe von drei US-Dollar, die das Teilen des eigenen Kontos über Haushaltsgrenzen hinweg erlaubt. Ab August soll Netflix in den genannten Märkten zudem nur noch auf Smart-TVs laufen, die im eigenen Zuhause stehen. Werde das Abo länger als zwei Wochen an einem Ort außerhalb des eigenen Haushalts genutzt, will Netflix den Zugang auf dem entsprechenden Gerät blockieren.

Die Nutzung auf Smartphones, Tablets und Notebooks soll indes nicht eingeschränkt werden. "Unser Ziel ist es, ein benutzerfreundliches kostenpflichtiges Sharing-Angebot zu finden, von dem wir glauben, dass es für unsere Mitglieder und unser Unternehmen funktioniert und das wir 2023 einführen können", betonte das Unternehmen in dem Schreiben.

"Die heute weit verbreitete gemeinsame Nutzung von Konten durch die Haushalte untergräbt unsere langfristige Fähigkeit, in unseren Service zu investieren und ihn zu verbessern", begründet Chengyi Long, Director Of Production Innovation bei Netflix, die Maßnahmen, die bis Oktober 2022 auch in anderen Ländern eingeführt werden sollen.

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