Smartphones, Tablets und Co. lassen unsere Haut altern

André Wagner
Freier Autor

Computer, Tablets und Smartphones sind nicht mehr wegzudenken. In vielen Bereichen erleichtern sie uns den Alltag, doch wie bei so vielen Dingen im Leben, hat auch dieser Luxus seine Schattenseite. Die Geräte strahlen blaues Licht aus, welches unsere Haut schädigen und den Alterungsprozess beschleunigen kann.

Stundenlanges arbeiten vor dem Computer kann die Haut schädigen und schneller altern lassen. (Symbolbild: Getty Images)

Es gibt viele Dinge, die unsere Haut schneller altern lassen: Zu viel Sonnenlicht,  Rauchen und auch ungesundes Essen lassen die Falten schneller auftreten als es uns lieb ist. Doch da gibt es noch eine Ursache im Leben fast jedes Menschen, die der Haut überhaupt nicht gut tut – das künstliche erzeugte Licht von Tablets, Computern oder Smartphones. Die Auswirkung des ausgestrahlten blauen Lichts wird von Digital-Aging-Forschern untersucht.

Blue Light verursacht Hautschäden

Nun ist blaues Licht kein rein künstliches Erzeugnis, es kommt auch im normalen Sonnenlicht vor. Dieses Blue Light, auch HEV-Licht (HEV steht für high-energy visible) genannt, besitzt eine Wellenlänge von 380 bis 500 Nanometer. Dieses kurzwellige Licht besitzt eine sehr hohe energetische Ladung,  welche es ihm ermöglicht, noch tiefer in die Haut einzudringen, als es bei den UVA- und UVB-Strahlen des Sonnenlichts der Fall ist.

"Das Blue Light hat gewisse Einflüsse auf Enzyme, die an der Kollagen- und Elastinsynthese beteiligt sind. Man kann mit hoher Sicherheit sagen, dass es durch diesen Einfluss einen gewissen Dichteverlust in der Dermis gibt. Der oxidative Stress führt zu Zellschädigungen", erklärt der Schweizer Dermatologe Dr. Felix Bertram in einem Gespräch mit ntv.de.

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Vereinfacht gesagt entstehen durch das blaue Licht viele frei Radikale, die Falten, Pigmentstörungen und schlaffe Gesichtspartien verursachen können. Zudem kann die natürliche Hautbarriere geschwächt werden, was Hautreizungen und Rötungen zur Folge haben kann.

Erste Studien, die sich mit dem Thema Digital Aging befasst haben, konnten solche Effekte bereits nachweisen.

Blaues Licht kann auch zu Schlafproblemen führen

Blaues Licht kann aber nicht nur negative Auswirkungen auf die Haut haben, auch Einschlafprobleme könnten auf das Blue Light zurückzuführen sein. Es gibt Hinweise, dass blaues Licht am Abend zu Störungen des Schlafrhythmus führen kann. "Blue Light simuliert Tageslicht und das kann dazu führen, dass der Körper im Tagesrhythmus bleibt", sagt Bertram. Besonders davon betroffen dürften Personen sein, die abends noch sehr viel Zeit mit technischen Geräten verbringen und generell schon einen leichten Schlaf haben.

Zusammengefasst kann man sagen, je mehr und länger die Haut blauem Licht ausgesetzt wird, desto mehr wird sie dadurch geschädigt. Wer also mehr als acht Stunden am Tag am Computer, dem Tablet oder dem Smartphone zugange ist, sollte dringend etwas unternehmen, um seine Haut vor dem schädlichen Blue Light zu schützen.

Unter anderem können Seren und Cremes die Antioxodantien enthalten, hilfreich sein. "Das hilft nicht nur gegen die Blue-Light-Belastung, sondern auch gegen den oxidativen Stress, der ein wesentlicher Faktor für die Hautalterung ist", erklärt Bertram.  Der Schweizer Dermatologe hat hierfür eine eigene Kosmetiklinie namens „viliv“ entwickelt. Diese schützt die Hautzellen vor Umweltgiften wie Feinstaub, sowie Infrarotstrahlung und Blue Light. Zudem werden auch noch die Kollagen- und Elastinproduktion angeregt.

Schützende Antioxidantien in Cremes und Nahrungsmitteln

Antioxidantien befinden sich jedoch nicht nur in Salben und Kosmetikartikel, man kann sie dem Körper auch über die Nahrung zuführen. Vor allem Spinat, Blaubeeren, Avocados, Zitrusfrüchte und Brokkoli enthalten besonders viel Antioxidantien. Aber auch alle anderen Obst- und Gemüsesorten, Grüner Tee und rohe Nüsse wirken der schädlichen Auswirkung des blauen Lichts entgegen. Und neben seiner Haut tut man damit auch seiner Gesundheit etwas Gutes, denn diese chemischen Verbindungen sind wahre Radikalfänger und wirken obendrein noch entzündungshemmend.

Obst und Gemüse kann Antioxidantien enthalten, die vor den Folgen von blauem Licht schützen. (Symbolbild: Getty Images)

Neben Cremes und Nahrungsmitteln gibt es noch weitere Möglichkeiten, Hautschädigungen durch zu viel blaues Licht zu verhindern. So besitzen viele technische Geräte und Apps mittlerweile einen sogenannten Nachtmodus. Android-Smartphones können auf kostenlose Apps wie „Night Screen“ zurückgreifen. iPhone-Nutzer finden in den Einstellungen unter „Anzeige und Helligkeit“ die „Night Shift“-Funktion. Computer mit Windows 10 besitzen die Funktion „Nachtmodus“, bei ältere Betriebssystemen kann mit dem Open-Source-Programm „LightBulb“ ein Nachtmodus eingeschaltet werden. Mac-User laden das Gratis-Programm "f.lux" für den Blaulichtfilter herunter.

Schutzfolien können Strahlung von blauem Licht vermindern

Im Nachtmodus haben Bildschirme oftmals die Angewohnheit, etwas gelblicher zu erscheinen. Sollte dem Nutzer dies auf Dauer unangenehm erscheinen, rät der Hautarzt von der Nutzung ab. "Wenn die Augen den ganzen Tag angestrengt sind, ist das nicht förderlich. Der Bildschirm sollte adäquat ausgeleuchtet sein. Deswegen muss man nicht den ganzen Tag Blue-Light-Filter verwenden und nachher hat man seine Augen geschwächt oder geschädigt", warnt Bertram.

Neben den zahlreichen verschiedenen Nacht-Modi gibt es aber auch Schutzfolien mit Blaulichtfilter, die für Tablets, Smartphones und Computer verwendet werden können, ohne eine gelbliche Färbung des Bildschirms zu verursachen.

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