So sollten Sie Fangfragen im Bewerbungsgespräch beantworten

Tomas Soucek
Freier Autor

Schwitzende Handflächen, Angst vor Fangfragen und allgemeine Unsicherheit? So geht es wohl den meisten in einem Bewerbungsgespräch. Die größte Angst ist sicherlich, etwas Falsches zu sagen. Die folgenden Tipps helfen dabei, nicht ins Fettnäpfchen zu treten.

Beim Bewerbungsgespräch lauern viele Fallen. (Bild: Getty Images)

Ihre schriftliche Bewerbung wurde für gut befunden und Sie wurden zu einem persönlichen Treffen gebeten? Glückwunsch! Ein großer Schritt zum Traumjob ist gemacht. Doch im Bewerbungsgespräch lauern auch Fallen, die es zu vermeiden gibt. Besonders gerne wollen die Arbeitgeber wissen, wie man sich selbst beschreiben würde. Dabei sollten Sie auf gar keinen Fall die folgenden Formulierungen benutzen, denn sie sind aus verschiedenen Gründen ein Einstellungshindernis.

So geht's nicht

Bezeichnen Sie sich nicht als “innovativ”: Dieses Wort ist zunächst einmal schwammig und beschreibt auch keine persönliche Eigenschaft. Nur Erfindungen oder Produkte können innovativ sein.

Bezeichnen Sie sich auch nicht als “Experten”: Besonders wenn Sie Berufseinsteiger sind, wirkt das arrogant und übertrieben. Warum denn nicht gleich “Koryphäe”? (Vorsicht, Ironie :-)).

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Bezeichnen Sie sich auch nicht als “talentiert”: Es liegt nicht an Ihnen, sich selbst Talent zuzuschreiben, das müssen andere tun.

Bezeichnen Sie sich auch nicht als “Perfektionisten”: Viele bezeichnen das augenzwinkernd als ihre größte Schwäche, wenn sie danach gefragt werden. Doch diese Aussage ist genauso klischeehaft und anbiedernd wie das Wörtchen “innovativ”- und für den Arbeitgeber ein Ausschlusskriterium.

Bezeichnen Sie sich nicht als “kreativ”: siehe “Perfektionist” und “Innovativ”.

So geht's besser

Es gibt aber auch Formulierungen und Handlungen, die bei Arbeitgebern im Bewerbungsgespräch gut ankommen.

Nehmen Sie Stift und Papier zur Hand und machen Sie sich Notizen: Das zeigt nicht nur Ihr Interesse, sondern Sie können anhand dieser Notizen auch selbst Fragen an den Arbeitgeber stellen. Das erwartet dieser nämlich im Gespräch.

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Zeigen Sie, dass Sie an Ihren Schwächen arbeiten. Zum Beispiel: “Ich bin immer aufgeregt, wenn ich vor vielen Menschen auf einmal reden muss. Deshalb habe ich mich jetzt für einen Rhetorikkurs angemeldet, um sicherer zu werden.” Aber sagen Sie das nur, wenn es auch wirklich so ist. Man kommt Ihnen nämlich auf alle Fälle auf die Schliche.

Seien Sie ehrlich: Ein kurzes, aber ehrliches Statement wie “Ich schiebe lästige To-dos leider öfter auf, als ich sollte” kommt besser an als die Lüge, dass Sie immer alles prompt und begeistert (und innovativ, kreativ und perfektionistisch) erledigen.

Die Frage nach den eigenen Stärken und Schwächen im Bewerbungsgespräch zu beantworten, ist also gar nicht so schwer. Ehrliche Selbstkritik kommt gut an und zeigt dem Personaler, dass Sie zur Selbstreflexion fähig sind.

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