So erklärt Karl Lauterbach das Ende der kostenlosen Corona-Schnelltests

Kostenlose Corona-Tests sind laut Karl Lauterbach zu teuer für den Staat. (Bild: ZDF)
Kostenlose Corona-Tests sind laut Karl Lauterbach zu teuer für den Staat. (Bild: ZDF)

Corona-Tests sind ab sofort nicht mehr generell kostenlos. Die Gründe dafür erklärte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach nun im "ZDF-Morgenmagazin". Außerdem äußerte er sich zur Impfkampagne für den Herbst und zur angestrebten Erhöhung des Kassen-Zusatzbeitrages.

Die Ära kostenloser Corona-Schnelltests ist vorerst Geschichte. "Ich hätte sie gerne weiterhin komplett kostenlos angeboten. Das konnten wir uns aber nicht mehr leisten", erklärte Karl Lauterbach nun in einem Interview im "ZDF-Morgenmagazin". In Abstimmung mit Finanzminister Christian Lindner sei man übereingekommen, die monatlichen Kosten von mehr als einer Milliarde Euro nicht mehr tragen zu können.

Anspruch auf einen kostenlosen Test haben laut der neuen Coronavirus-Testverordnung ab sofort nur noch bestimmte Bevölkerungsgruppen, etwa Schwangere, pflegende Angehörige oder Besucher von Pflege- und medizinischen Einrichtungen. "Eine kranke Oma kann jeder vortäuschen", fragte Moderatorin Harriet von Waldenfels in Bezug auf Betrugsvesuche. "Man ist immer auf die Ehrlichkeit der Bürger angewiesen", entgegnete Lauterbach der Kritik.

Gleichzeitig wolle man sich mit einem Formular vor einem möglichen Betrug schützen. "Der Aufwand ist überschaubar", bügelte der Gesundheitsminister die Nachfrage der Moderatorin nach bürokratischen Hürden ab.

Im "ZDF-Morgenmagazin" stellte sich Gesundheitsminister Karl Lauterbach den Fragen von Moderatorin Harriet von Waldenfels. (Bild: ZDF)
Im "ZDF-Morgenmagazin" stellte sich Gesundheitsminister Karl Lauterbach den Fragen von Moderatorin Harriet von Waldenfels. (Bild: ZDF)

Impfstoffe verspäten sich laut Karl Lauterbach

Den angekündigten Bericht des Sachverständigenrats über die Corona-Maßnahmen nannte Lauterbach derweil "ein Stück in einem großen Puzzle". Das Ergebnis sei aber "nicht die Blaupause für das, was wir im Herbst machen", machte der 59-Jährige klar. Das Sieben-Punkte-Programm, das er erarbeitet habe, sei indes von der Gesundheitsministerkonferenz "sehr wohlwollend angenommen" worden, berichtete er.

Eine wichtige Rolle spielt dabei auch die Impfkampagne. Allerdings musste der Gesundheitsminister einräumen: "Ich rechne mit den Impfstoffen doch etwas später, als zu erhoffen gewesen ist." Es könne "späterer Herbst" werden, so Lauterbach. Außerdem forderte er: "Wir brauchen ganz dringend eine bessere Verwendung der Arzneimittel."

Neben den Fragen zu den Corona-Tests stellte sich der SPD-Politiker auch den kritischen Nachfragen von Harriet von Waldenfels zur angestrebten Erhöhung des Kassen-Zusatzbeitrages. "Ich habe ein Defizit geerbt von 17 Milliarden Euro, das muss irgendwie gedeckt werden", verteidigte Lauterbach das Vorhaben. Nur Reserven zu mobilisieren und den Steuerzuschuss anzugleichen, habe nicht gereicht. "Das hat mir sehr leidgetan. Aber anders ist es nicht möglich, sonst hätten wir Leistungen kürzen müssen, und das möchte ich einfach nicht", sagte Lauterbach - besonders nicht "in einer Situation, in der Menschen sowieso knapp bei Kasse sind".

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