So schädlich sind Softdrinks – auch in der Light-Variante!

Hannah Klaiber
Freie Journalistin

Dass Softdrinks nicht gut für die Gesundheit sind, ist hinlänglich bekannt. Dass jedoch auch die Light-Varianten mit Zuckerersatzstoffen krankmachen können, zeigt nun eine Langzeitstudie der Weltgesundheitsorganisation WHO.

Softdrinks wie Coca-Cola schaden der Gesundheit (Symbolbild: Getty Images)

Für die Langzeitstudie begleiteten Experten der Internationalen Agentur für Krebsforschung über 450.000 Teilnehmer über einen Zeitraum von 16 Jahren. Das Ziel: herauszufinden, wie sich der Konsum von Light-Getränken langfristig auf die Gesundheit auswirkt.

Die Ergebnisse wurden nun im Fachblatt “Jama Internal Medicine“ veröffentlicht und zeigen: Vor allem Softdrinks mit künstlichen Süßstoffen erhöhen das Risiko für Herzerkrankungen drastisch, bei zwei Gläsern pro Tag sogar um die Hälfte. “Die Ergebnisse zeigen, dass 9,3 Prozent derjenigen, die weniger als ein Erfrischungsgetränk pro Monat tranken, während der Studie starben, verglichen mit 11,5 Prozent derjenigen, die zwei oder mehr 250-ml-Gläser pro Tag tranken", zitiert der britische „Guardian“ aus der Studie.

Sterberisiko steigt für Softdrink-Fans

Den Experten zufolge steigt nach der Berücksichtigung weiterer Faktoren wie Ernährung, Bewegung, Rauchen und Bildung das Sterberisiko sogar um 17 Prozent für diejenigen, die zwei Gläser pro Tag konsumieren, verglichen mit denen, die weniger als ein Glas pro Monat trinken. Dies gilt demnach für sowohl die zuckerhaltigen als auch die Light-Produkte. Allerdings unterscheiden sich je nach Getränk auch die Erkrankungen: Während bei zuckerhaltigen Getränken Verbindungen zu tödlichen Magen-Darm-Erkrankungen auffielen, zeigten sich bei süßstoffhaltigen Getränke mehr Kreislauferkrankungen. In Deutschland gelten Herz-Kreislauf-Erkrankungen als häufigste Todesursache, über 300.000 Deutsche sind jedes Jahr von einem Herzinfarkt betroffen.

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Studie hat Schwächen

Die Mega-Studie der WHO bestätigt andere aktuelle Forschungen, die süßstoffhaltige Softdrinks in Verbindung mit der allgemeinen Sterblichkeit bringen. Allerdings hat auch diese Studie ihre Schwächen: So berichten die Forscher lediglich von entdeckten Zusammenhängen, legen sich jedoch nicht so weit fest, dass Softdrinks verantwortlich für das erhöhte Sterberisiko sind. Es ist demnach möglich, dass die Probanden auch andere ungesunde Entscheidungen getroffen haben, die die Ergebnisse beeinflussten.

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Die Empfehlung der Forscher ist jedoch eindeutig: Statt Softdrinks – ob in der zuckerhaltigen oder künstlich gesüßten Form – sollte der gesundheitsliebende Mensch lieber zu Wasser greifen.