Wespennester entfernen lassen: So schützen Sie sich vor Abzocke

Unseriöse Schädlingsbekämpfer fordern teils horrende Preise und setzen Kunden unter Druck (Bild: Getty)

Nur in Ausnahmen dürfen Wespennester entfernt werden, etwa wenn es sich direkt am Haus eines Allergikers befindet. Die Entfernung muss ein Fachmann durchführen. Die Verbraucherzentrale warnt nun vor schwarzen Schafen unter den Anbietern.

Wer für eine normale Wespennestentfernung mehr als 150 Euro zahlt, der liegt damit über dem üblichen Durchschnitt: Fürs Umsiedeln oder Töten von Wespen sind – je nach Region und Aufwand – laut Verbraucherzentrale Preise zwischen 80 und 150 Euro (inklusive Anfahrt) üblich. Teurer wird es allenfalls, wenn beispielsweise eine Hebebühne bestellt werden muss, um ans Nest zu gelangen oder wenn die Wespen sich in den Jalousienkasten verschanzt haben.

Wespen dürfen nur in Ausnahmefällen getötet werden

Generell gilt: Wespen stehen unter Artenschutz. Nur in Ausnahmen dürfen sie getötet werden. Wer eine geschützte Wespenart ohne Not tötet, muss theoretisch sogar mit einem hohen Bußgeld von bis zu 50.000 Euro rechnen. Eine Ausnahme bilden Wespennester auf der Spielfläche von Kindern oder wenn etwa Anwohner wegen Wespen ihr Haus nicht mehr betreten können - in diesem Fall muss ein Fachmann gerufen werden.

Doch bei der Verbraucherzentrale häufen sich in letzter Zeit Hinweise auf laienhaft arbeitende und überteuerte Notdienste. Der Verbraucherzentrale NRW nennt etwa Fälle, in denen Verbraucher bis zu 700 Euro für einen halbstündigen Einsatz zahlen mussten. In Thüringen habe sich eine Frau gemeldet, die satte 800 Euro zahlen sollte, um ein Wespennest entfernen zu lassen.

Bei derartig hohen Beträgen rät die Verbraucherzentrale dazu, die Polizei zu verständigen. Auch die Verbraucherzentralen helfen dabei, überzogene Rechnungen anzufechten.

Wenn Sie ein Wespennest entfernen lassen müssen, empfiehlt die Verbraucherzentrale folgende Vorgehensweise:

So schützen Sie sich vor Abzocke bei Notdiensten

  • Wählen Sie einen Anbieter mit Festnetznummer aus Ihrer Region. Beauftragen Sie niemanden, der nur eine 0800-Nummer oder Handynummer angibt.

  • Wenn Sie im Internet recherchieren, klicken Sie auf das Impressum der Seiten. Dort erfahren Sie, ob der Anbieter tatsächlich in Ihrer Nähe sitzt.

  • Schauen Sie sich über Berufsverbände nach Notdiensten in Ihrer Umgebung um.

  • Zahlen Sie niemals sofort. Sie haben das Recht, die Rechnung überprüfen zu lassen, zum Beispiel bei Ihrer Verbraucherzentrale.

  • Ein Profi stört oder tötet Wildtiere nicht unbegründet und arbeitet mit den Naturschutzbehörden zusammen.

  • Imker, zugelassene Schädlingsbekämpfungsunternehmen, Kammerjäger sowie einige Umweltschutzorganisationen sind die richtigen Ansprechpartner – mit der passenden Ausrüstung und sachkundigen Erfahrung. Fach- und Berufsverbände der Schädlingsbekämpfer sowie Stadtverwaltungen oder Umweltämter helfen bei der Suche nach Fachleuten aus dem Umkreis.