Kinder: So können Sie in der Erziehung sinnvoll Geld sparen

Christian Bernhard
Freier Autor

Laut Statistischem Bundesamt sind im Schnitt um die 126.000 Euro nötig, um ein Kind von der Geburt bis zum 18. Lebensjahr aufzuziehen. Viel Geld wird dabei aber verschwendet oder ineffizient eingesetzt. So können Sie Geld einsparen, ohne dass das Wohl Ihrer Kinder zu kurz kommt.

Ein verantwortlicher Umgang mit elektronischen Geräten ist ein wichtiger Bestandteil der Kindererziehung. (Symbolbild: Getty Images)

Kleidung: Müssen es wirklich die Marken-Sneaker sein?

Kaum etwas ist so vergänglich, wie neue Baby- oder Kleinkinderkleidung. Ihr Kind wächst schneller als Sie denken: Gerade die neuen Schühchen gekauft - und schon ist eine neue Größe gefordert. Deshalb bringt es wenig, sein Kind mit teuren Marken-Klamotten einzudecken. Verwenden Sie lieber hochwertige Second-Hand-Kleidung vom Flohmarkt, aus dem Freundeskreis oder der Nachbarschaft.

Apps und Add-ons: Dafür wird das Taschengeld fällig

Elektronische Geräte und Technologie ist fester Bestandteil der heutigen und zukünftigen Generation. Einige Apps und Spiele können für die Entwicklung Ihrer Kinder hilfreich sein, doch Vorsicht: Es gibt viele, die kostenlos starten und ab einem bestimmten Punkt kostenpflichtig werden. Lassen Sie Ihren Kindern in diesem Bereich nicht freie Hand, denn sie werden sich höchstwahrscheinlich auf die kostenpflichtigen Updates stürzen. Jan Böhmermann hat diese Gefahr kürzlich bei dem Online-Handy-Spiel “Coin Master” aufgedeckt - ein Smartphone-Spiel für Kinder, das simuliertes Glücksspiel gegen echtes Geld anbietet. Der Vorwurf des Moderators: Das Spiel rege Kinder und Jugendliche zum Glücksspiel an, für das echtes Geld fällig werde. Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien leitete kurz nach der Sendung ein Verfahren ein, bei dem geprüft werden soll, ob das Spiel möglicherweise indiziert wird.

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Überprüfen Sie also besser genau, mit welchen Spielen und Apps sich Ihre Kinder die Zeit vertreiben. Wenn sie tatsächlich Geld für Add-ons oder kostenpflichtige Abos ausgeben möchten, sollten die Kids ihr eigenes Taschengeld dafür verwenden. So lernen sie gleichzeitig, sich ihr Geld einzuteilen.

Im Supermarkt und bei Kindergeburtstagen

Vorsicht beim Einkaufen: Speziell Kinderprodukte werden im Supermarkt bewusst auf Augenhöhe der Kleinen platziert. So lösen sie umgehend den “Ich möchte diese 'Frozen'-Zahnpasta”-Effekt aus. Lassen Sie sich von diesen meist teureren Produkten nicht blenden und entscheiden Sie sich für die qualitativ gleichwertigen, aber einfacher verpackten und weiter oben im Regal platzierte Varianten.

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Kindergeburtstage müssen in frühen Jahren noch nicht pompös und ausfallend sein. (Symbolbild: Getty Images)

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Kindergeburtstage sind etwas ganz Besonderes im Leben eines Kindes. Zum dritten Geburtstag müssen Sie aber noch kein Riesen-Fest aufziehen, da die Kleinen solche Events schlicht noch nicht bewusst wahrnehmen können. Auch auf teure Geschenke für die Mini-Gäste können Sie getrost verzichten: Viel schöner ist es doch, gemeinsam ein Andenken an den schönen Tag mit seinen Freunden zu basteln.

Vermeintlich günstige Familienkarten

Familienkarten für Zoo‘s oder Unterhaltungsparks können sinnvoll sein – müssen es aber nicht. Gehen Sie im Kopf durch, wie oft sie realistischerweise dazu kommen, dorthin zu gehen. Wenn Sie es tatsächlich regelmäßig machen, holen Sie sich die Familienkarte und sparen sie damit. Wenn nicht, zahlen Sie lieber den Standard-Eintrittspreis und kommen so am Ende des Jahres günstiger davon.

Haustiere nicht zu früh anschaffen

Fangen Sie sich nicht zu früh an, Ihrem noch kleinen Kind den Wunsch nach einem kleinen Haustier wie einem Hamster oder einem Fisch zu erfüllen. Kleinkinder finden das oft eine kurze Zeit spannend – und verlieren dann plötzlich das Interesse daran. Sie bleiben dann auf der Arbeit und den Unterhaltskosten sitzen, die sich selbst bei vermeintlichen kostengünstigen Tieren wie Nagern schnell summieren. Ihr Kind sollte verstehen können, was es bedeutet, ein Haustierchen zu haben und welche Verantwortung damit einhergeht.

Von Restaurantbesuchen hat niemand etwas

Den Teller leer zu essen, gehört in vielen Fällen nicht zu den Kernkompetenzen von Kleinkindern. Familiäre Restaurant-Besuche lohnen sich in dieser Phase deshalb oft nicht, da vieles übrig bleibt. Besser, Sie kochen Ihren Kindern Zuhause etwas – und gehen mit Ihrem Partner schön zu zweit essen, wenn die Kinder mal gehütet werden.

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