Social-Media-Sorge vor "Super-Erkältung": Was es damit auf sich hat

·Freie Autorin
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Die Erkältungssaison ist über uns hereingebrochen, und es gibt Menschen, bei denen sich die Volkskrankheit in diesem Jahr heftiger bemerkbar macht als sonst. Auf Social Media ist sogar von einer "Super-Erkältung" die Rede. Dahinter könnte eine Atemwegserkrankung stecken, die mit Covid-19 nichts zu tun hat.

Manche trifft eine Erkältung härter als sonst - dahinter könnte eine Atemwegserkrankung stecken, die mit Covid-19 nichts zu tun hat (Bild: Getty Images)
Manche trifft eine Erkältung härter als sonst - dahinter könnte eine Atemwegserkrankung stecken, die mit Covid-19 nichts zu tun hat (Bild: Getty Images)

Dass die Infektionssaison in diesem Jahr härter um sich greift, ist eigentlich kaum verwunderlich. Masken, Abstand und Hygieneregeln schützten schließlich nicht nur vor dem Coronavirus. Nun, da sich der Lockdown langsam lockert, holen viele Menschen die Infektionen, die sie im vergangenen Jahr verpasst haben, jetzt nach. 

Doch für viele fühlen sich die üblichen Erkältungen anders an als sonst. Statt der gängigen Symptome wie Husten, Schnupfen, Kopf- und Gliederschmerzen sowie leichtem Fieber liegen empfinden viele Menschen die Infektion eher als starke Grippe.

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Auf Social Media ist deswegen von einer "supercold" (übersetzt "Super-Erkältung) die Rede. Um Covid-19 handelt es sich dabei nicht, wie negative Tests zeigen. 

Ernsthaft... hat sonst noch jemand diese Atemwegsinfektion, die kein Covid ist? Ich habe das seit zwei Wochen und bin total erschöpft. Ich bin froh, von Corona verschont zu bleiben, aber das ist etwas völlig anderes. Ich bin noch nie durchgehend krank gewesen. 

Schuld ist das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV)

Auch in Deutschland bemerken Ärzte viele Infektionen, die sich anders äußern als eine klassische Erkältung. Der Grund hierfür ist das sogennante Respiratorische Synzytial-Virus (RSV), der Medizinern zufolge in dieser Saison neben dem Influenzavirus besonders viele Menschen erwischen dürfte. 

In den Wintermonaten vor und nach dem Jahreswechsel geht dieses Virus stets um, doch in diesem Jahr verzeichnen Arztpraxen besonders viele Infektionen mit dem Erreger. Dieser macht "erstmal nur harmlose Erkältungsinfekte", wie Kinder- und Jugendarzt Jakob Maske der "Südwest Presse" erklärt. Daraus könne sich jedoch, gerade bei Kindern, eine stärkere Atemwegserkrankung entwickeln. 

Eine Infektion mit dem RS-Virus äußert sich durch folgende Symptome: 

  • Fieber

  • Schnupfen

  • Husten – teilweise keuchhustenartig

  • Atembeschwerden

  • Bronchiolitis

  • Lungenentzündung

In der Regel beträgt die Krankheitsdauer drei bis acht Tage. Betroffene sollten bei derartigen Symptomen immer einen Arzt aufsuchen. 

Wie man das RS-Virus vermeiden und behandeln kann

Wie bei vielen anderen Erregern können Maßnahmen wie Händewaschen, Maske tragen und Abstand halten auch vor der Infektion mit dem RS-Virus helfen. Gänzlich geschützt ist man vor derartigen Erregern jedoch nie.

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Hilfreich sind bei einer Atemwegsinfektion viele der Dinge, die auch bei einer gängigen Erkältung Linderung schaffen:

  • abschwellende Nasensprays

  • ausreichend trinken (Wasser und/oder Tee)

  • Inhalation

  • Ruhe und frische Luft

Unter Umständen können auch Schmerzmittel wie Paracetamol oder Ibuprofen helfen. Eine medikamentöse Behandlung sollte doch stets mit einem Arzt besprochen werden. Auch starke oder anhaltende Atemwegsbeschwerden sollten - auch bei negativem Corona-Test - nie im Alleingang behandelt werden.

Folgt nach dem Corona-Winter nun die Infektionswelle?

Auch Influenzaviren, die Grippe auslösen, und andere Erkältungserreger dürften in dieser Saison mehr Wirte finden als im vergangenen Winter, als noch strengere Lockdown-Regeln herrschten. Ob sich eine ausgewachsene Grippewelle daraus entwickelt, können Ärzte jedoch noch nicht sicher sagen. 

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