Sohn verklagt Eltern wegen weggeworfener Pornos - und gewinnt

Moritz Piehler
·Freier Autor
·Lesedauer: 2 Min.

Ist dies ein bahnbrechendes Urteil für Teenager auf der ganzen Welt oder doch nur eine skurrile Justiz-Randnotiz?

Stack of magazines isolated on white background
Schundmagazine für die einen, wertvolle Sammlung für den anderen (Symbolbild: Getty Images)

Ein Richter im US-Bundesstaat Michigan gab jetzt einem Kläger recht, der seine eigenen Eltern auf Schadensersatz verklagt hatte. David Werking, der allerdings kein Teenager, sondern ein 42 Jahre alter Mann ist, verlangte von seinen Eltern, dass sie ihm die von ihnen aus dem Haus geworfene Sammlung von Porno-Magazinen und Sex Toys ersetzen. Der Bezirksrichter Paul Maloney aus Kalamazoo sah die Sachlage ähnlich und gab der Klage recht.

Werking schätzt den Wert seiner Sammlung auf 25.000 US-Dollar (umgerechnet etwa 20.400 Euro). Seine Eltern Beth und Paul Werking dagegen sahen in den Magazinen offensichtlich nur Schund und schmissen sie in den Müll. In einer Email, die dem Gericht nun als Beweisstück diente, schrieb der Vater an seinen erwachsenen Sohn: “Offen gesagt, David, haben wir Dir einen Riesengefallen getan, als wir das Zeug wegwarfen.”

Wertvolle Sammlung statt schmutziger Magazine

Das sah das Gericht anders. Der Anwalt des Klägers freute sich über das Urteil. Es sei nicht um ein paar schmutzige Magazine gegangen, sondern um eine “Sammlung unersetzbarer Gegenstände,” sagte sein Anwalt Miles Greengard laut der Website mlive. Nach seiner Scheidung vor vier Jahren war David wieder bei seinen Eltern eingezogen. Als er schließlich wieder seinen Umzug nach Muncie im US-Bundesstaat Indiana plante, bemerkte er, dass die Eltern mehrere Kisten mit seiner pornografischen Sammlung weggeschmissen hatten.

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Die Eltern behaupteten, sie hätten ihrem Sohn beim Einzug gesagt, er dürfe keine Pornos mit in ihr Haus bringen, oder sie würden zerstört. Doch das ließ der Richter nicht gelten. Maloney sagte in der Urteilsbegründung: “Es ist ganz offensichtlich, dass die zerstörten Gegenstände in Davids Besitz waren.” Die Angeklagten hätten mehrfach bestätigt, dass sie die Sammlung vernichtet hätten. Ein Gutachten soll nun den tatsächlichen Wert von Davids Sammlung einschätzen.

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