Sollten Großeltern dafür bezahlt werden, auf ihre Enkel aufzupassen?

Eine Mutter hat überlegt, ob sie ihre Mutter dafür bezahlen sollte, auf ihr Kind aufzupassen und sorgte damit für Diskussionen. [Foto: Getty]

Eine Mutter sorgte unter Eltern für Diskussionen, weil sie fragte, ob es angebracht sei, Großeltern für die Betreuung ihrer Enkel zu bezahlen.

Auf der Eltern-Website Mumsnet erklärte die Nutzerin, dass im Mutterschutz gewesen sei, aber nun in Teilzeit wieder an ihren Arbeitsplatz zurückkehren werde.

Sie hat ihre Eltern gebeten, ihr bei der Betreuung ihrer kleinen Tochter zu helfen. Diese stimmten zu, hätten aber gerne eine Bezahlung für die Kinderbetreuung.

„Werde nach dem Mutterschaftsurlaub bald wieder 3 Tage die Woche arbeiten gehen“, schrieb die Mutter.

„Meine Eltern meinten, sie würden es gerne machen, aber für 50 Pfund (ca. 55 €) pro Woche.“

Die Frage aller Fragen

Die Nutzerin beendete ihren Beitrag, indem sie fragte, ob ihre Annahme richtig sei, dass das nicht die Norm ist.

Das Forum war zu dem Thema sehr gespalten. Viele meinten, es sei total fair, Großeltern für die Kinderbetreuung zu bezahlen, während die Eltern auf Arbeit sind.

„Ich werde meinen Schwiegereltern Geld anbieten, wenn sie irgendeine Art von Kinderbetreuung übernehmen“, schrieb ein Nutzer.

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„Ich persönlich würde von niemandem außer mir und seinem Papa verlangen, das gratis zu machen, aber ich weiß nicht, ob das normal ist oder nicht.“

„50 Pfund ist ein Schnäppchen! Wie großzügig von ihnen, dir so viel Geld zu sparen“, stimmte jemand anderes zu.

„Ich finde, dass das nachvollziehbar ist, du sparst immer noch ziemlich viel Geld und es ist bestimmt für die Deckung ihrer Ausgaben“, kommentierte noch ein anderer Nutzer.

“Meine verlangen nichts”

Aber andere Nutzer teilten ihre Erfahrungen, bei denen ihre Eltern die Verantwortung für die Kinderbetreuung übernommen hatten, ohne Bezahlung dafür zu erwarten oder zu nehmen.

„Meine verlangen nichts“, teilte eine Nutzerin mit. „Mama hatte meinen Sohn an 2 vollen Tagen die Woche und jetzt holt sie ihn an 4 Tagen von der Schule ab.“

„Ich bezahle meine nicht“, kommentierte jemand anderes. „Essen, Spielzeuge, Ausflüge etc. summieren sich aber. Vielleicht geht es einfach darum, dass sie einen Teil der Kosten decken wollen?“

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„Ich habe nichts bezahlt“, schrieb jemand anderes. Die Person erklärte dann, dass ihre Eltern sich in den ersten zwei Jahren 24 Stunden pro Woche um ihren Sohn gekümmert hätten.

„Als er ein Baby war, habe ich die Windeln, Cremes, Folgemilch etc. beigetragen, aber sobald er feste Nahrung essen konnte, haben sie die Mahlzeiten gestellt“, fuhr sie fort.

„Ich glaube, dass ich sehr viel Glück hatte, aber ich habe noch nie jemanden kennengelernt, der dafür bezahlt. Die Eltern meiner Freundin machen das an 5 Tagen pro Woche (also zirka 50 Stunden) gratis und ich finde, das ist viel verlangt!“

Sollten Großeltern für die Kinderbetreuung bezahlt werden? [Foto: Getty]

Die Diskussion kommt kurz nachdem eine Statistik von Tombola aufgezeigt hat, dass Großeltern den britischen Eltern durchschnittlich 161,1 Milliarden Pfund (ca. 174 Milliarden €) ersparen, indem sie die Betreuung ihrer Enkelkinder übernehmen.

Die Umfrage fand heraus, dass zwei Drittel (65 %) der Großeltern Kinderbetreuungsaufgaben übernehmen, um ihren Kindern unter die Arme zu greifen.

Indem sie durchschnittlich 11,3 Stunden an inoffizieller Kinderbetreuung pro Woche übernehmen, ersparen die Großeltern den Eltern 1.786 Pfund (1.943 €) pro Jahr.

Ein strittiges Thema

Ob die Großeltern für die Kinderbetreuung bezahlt werden sollten, ist auf jeden Fall ein strittiges Thema, wie ein anderer Forenbeitrag verdeutlicht, der von einer Großmutter geschrieben wurde.

„Ich passe an 5 Tagen pro Woche auf das Baby meiner Tochter auf, von 7 in der Früh bis manchmal nach 17 Uhr“, schrieb die Großmutter auf der Elternseite Netmums.

„Bevor sie das Baby bekam, stimmte sie zu, mir dafür 40 Pfund (ca. 43 €) pro Woche zu bezahlen, was ich für angemessen halte. Aber irgendwie habe ich es am Ende alles gratis gemacht.“

Die Frau sagt weiter, dass sie ihren Enkelsohn zwar liebt, aber das Geld wirklich gut gebrauchen könnte.

Sie erwähnte, dass sie eine bezahlte Stelle haben könnte, wenn sie nicht auf ihren Enkel aufpassen müsste.

„Wie spreche ich das Thema bei ihr an? Ich will mich nicht mit ihr streiten, sie kann sehr empfindlich sein“, beendete sie ihren Beitrag.

Auch hier waren die Reaktionen gespalten – während manche meinten, sie würde zu Recht eine Bezahlung erwarten, sahen andere die Dinge eher vom Standpunkt der Mutter, die ansonsten mit sehr hohen Kinderbetreuungskosten zu kämpfen hätte.

Marie Claire Dorking