Sommerzeit ist Badezeit: Vorsicht vor Keimen im Gartenpool

Hannah Klaiber
Freie Journalistin

Der heimische Plastikpool im Garten ist nicht nur näher als das örtliche Freibad, sondern auch günstiger. Doch wer das Wasser in den tausenden Liter fassenden Becken nicht ständig austauschen will, muss auf eine adäquate Reinigung achten, um Keimen und Bakterien keine Heimat zu bieten. Worauf man beim Baden im heimischen Pool achten sollte und wie man das Becken sauber hält.

Auch ein Gartenpool muss mal gereinigt werden (Symbolbild: Getty Images)

Gerade mal zwischen 30 und 100 Euro muss man ausgegeben, um sich stolzer Gartenpool-Besitzer nennen zu können: Denn für diesen Preis ist ein mittelgroßes Plastikbecken bereits im Handel erhältlich, in dem Kinder bequem schwimmen und ein Erwachsener zumindest entspannt planschen kann. Ein Schnäppchen, möchte man meinen, um sich in diesem Jahrhundertsommer abkühlen zu können. Schließlich müssen die überdimensionalen Planschbecken ja nur aufgeblasen und über einige Stunden mit Wasser gefüllt werden – und schon steht dem Badespaß nichts mehr im Wege, oder?

Doch ganz so einfach ist es nicht – zumindest nicht auf lange Sicht: Rund 5.000 Liter fasst ein mittelgroßer Gartenpool aus stabilem Kunststoff – eine Wassermenge, die zum einen nicht mal eben so auf die Schnelle ausgetauscht werden kann und zum anderen auch Kosten verursacht. Wie reinigt man den Pool also, wenn man sich im Becken keine Keime und Krankheiten holen will?

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Die WDR-Sendung “Markt“ hat sich des Themas angenommen und Experten zu Rate gezogen. Demnach vermehren sich Algen, Pilze und Fäkalbakterien im sommerlichen Poolwasser prächtig und können beim Badenden Durchfall (durch E.coli-Bakterien), Lungenentzündung (durch Legionellen) und Ohrentzündung (durch Staphylokokken) verursachen. Doch während in öffentlichen Bädern das Wasser nonstop getestet, umgewälzt und im großen Stil gereinigt wird, bleibt das schmutzige Wasser im Heimpool oft unerkannt.

Chlortabletten helfen dabei, das Wasser im Pool sauber zu halten (Symbolbild: Getty Images)

Wie reinige ich meinen Gartenpool?

Ohne Chemie geht es Experten zufolge nicht. Wichtig für die Reinigung ist allerdings zunächst eine Messung des PH-Werts. Dieser kann ganz einfach mit einem Pooltester aus dem Baumarkt bestimmt werden. Erst bei einem bestimmten Wert kann die anschließende Behandlung des Wassers mit Chlor ihre volle Wirkung entfalten. Die Chlortabletten werden dabei in einem Schwimmer platziert und gelangen so erst nach und nach ins Wasser – hier sollte allerdings jeglicher Kontakt des Schwimmers mit Kinderhänden vermieden werden. Der Chlorgehalt des Wassers sollte regelmäßig überprüft werden – zu viel Chlor verursacht wie auch im Schwimmbad gereizte Augen und Bindehautentzündungen.

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Zusätzlich zur Chlorung kann dem Wasser mit einem Poolbesen, Käscher und einer zusätzlichen Sandfilteranlage auf die Sprünge geholfen werden. Am darin enthaltenen Quartzsand bleiben praktischerweise nicht nur Algen und Schmutzpartikel hängen, sondern auch Bakterien. Mit einem Preis von rund 100 Euro ist diese Filteranlage zwar nicht gerade günstig, dafür werden Wasserkosten gespart, weil das Wasser nicht so häufig ausgetauscht werden muss. Wird der Pool dann nachts auch noch abgedeckt und so vor Blättern und anderen Schmutzteilchen geschützt, bleibt das Wasser möglichst lange sauber.

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