Sonita Alizadeh: Junge Rapperin setzt sich gegen Kinderehen ein

Sonita Alizadeh sollte verkauft und gegen ihren Willen verheiratet werden. (Bild: Getty Images)
Sonita Alizadeh sollte verkauft und gegen ihren Willen verheiratet werden. (Bild: Getty Images)

Was in Deutschland unvorstellbar scheint, ist in vielen Ländern bittere Realität: Die Zwangsehe. Auch ein Mädchen aus Afghanistan sollte an einen fremden Mann verkauft werden. Doch sie wehrte sich. Mit ihrer Stimme…

Sonita Alizadeh war gerade einmal zehn Jahre alt, da sollte sie zum ersten Mal einen fremden Mann heiraten. Ihr Körper war nicht mehr als eine einfache Ware. Sechs Jahre später wurde die junge Afghanin, die damals im Iran lebte und den Rap für sich entdeckt hatte, ein weiteres Mal einem Mann versprochen – für 9000 Dollar. Doch Sonita tat etwas, das in diesen Regionen leider noch ziemlich ungewöhnlich für Frauen und Mädchen ist: Sie wehrte sich. Und das nicht nur gegen ihre Mutter und ihre Brüder, sie wehrte sich gegen eine Tradition, die mehrere Jahrhunderte alt ist. Seitdem rappt die Jugendliche gegen gesellschaftliche Missstände wie die Unterdrückung von Frauen, Zwangs- und Kinderarbeit. In ihrer Heimat wurde die junge Rapperin somit zum Star.

Die Musik der Rapperin soll ein Zeichen gegen die Zwangsehe setzen. (Bild: Getty Images)
Die Musik der Rapperin soll ein Zeichen gegen die Zwangsehe setzen. (Bild: Getty Images)

Ihre Stimme wurde zum Echo, ihre Lieder werden im Internet tausendfach angeklickt und sogar ein Dokumentarfilm wurde über die mutige Afghanin gedreht. Sie inspirierte auch andere, die sich in der gleichen Situation befanden. Sonita erhält regelmäßig Nachrichten von Mädchen, die ihr mitteilen, wie sehr ihre Musik ihnen geholfen habe. Als Sonita sich gegen ihr Schicksal wehrte, war sie selbst noch fast ein Kind – und dennoch eine Vorreiterin in ihrer Heimat. Heute ist die Afghanin 19 Jahre alt und lebt im US-Bundesstaat Utah, wo sie eine Privatschule besucht und ein normales Teenagerleben genießen darf. Sie nennt es ihr “Paradies”.

Die Musik der Rapperin soll ein Zeichen gegen die Zwangsehe setzen. (Bild: Getty Images)
Die Musik der Rapperin soll ein Zeichen gegen die Zwangsehe setzen. (Bild: Getty Images)

Laut “Süddeutscher Zeitung” werden jährlich immer noch 15 Millionen junge Mädchen zwangsverheiratet. Diese Ehen gegen Geld führen bei den Kinderbräuten zu Bildungsmangel, Armut und Diskriminierung. Außerdem erfahren die betroffenen Mädchen häufig sexuelle und körperliche Gewalt. Ein Menschenhandel, dem Sonita mit ihren Liedern den Kampf angesagt hat.

Sehen Sie hier den Trailer zur Doku “Sonita”:

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