Spülmaschine, Waschmaschine und Co.: Wasserschaden in Abwesenheit – zahlt die Versicherung?

Hannah Klaiber
Freie Journalistin

Morgens vor der Arbeit die Waschmaschine anstellen, beim Heimkommen von den Wassermassen auf der Treppenschwelle begrüßt werden: Zahlt die Versicherung, wenn der Besitzer seine Geräte in Abwesenheit laufen lässt?

Die Waschmaschine benutzen wir in der Regel mehrmals pro Woche, doch müssen wir immer dabei sein, wenn sie läuft? (Symbolbild: Getty Images)

Darf ich bei laufendem Geschirrspüler, oder gerade eben angestellter Waschmaschine eigentlich die Wohnung verlassen? So genau wissen es die wenigsten – bei der Mehrheit der Verbraucher herrscht die Hoffnung “Wird schon nichts passieren“ vor. Wer sich darauf nicht verlassen und bei einem Wasserschaden nicht von der Versicherung enttäuscht werden will, hält sich besser an die Regeln. Denn die sind genau definiert – es lohnt sich allerdings, aufs Kleingedruckte zu achten.

Es kommt auf die Dauer der Abwesenheit an

Grundsätzlich gilt: Der Besitzer muss die Funktionsfähigkeit seines Geräts auch während des Betriebs überprüfen können. Das heißt nicht, dass er während der gesamten Laufdauer neben der Waschmaschine sitzen muss. Die Anwesenheit in der Wohnung reicht aus und auch ein Gang zum Briefkasten oder Bäcker ist erlaubt. Wer allerdings zwei bis drei Stunden das Haus verlässt, handelt Versicherungsexperten zufolge grob fahrlässig und riskiert, dass die Versicherung für den gegebenenfalls während dieser Zeit entstandenen Wasserschadens nicht aufkommt.

Ernstfall: Diese Geräte darf man nicht laufen lassen, wenn man aus dem Haus geht

Sonderregelungen für Geräte mit Aquastop?

Die meisten modernen Geräte mit direktem Wasseranschluss verfügen über einen so genannten Aquastop – ein Sicherheitssystem, das die Wasserzufuhr zeitnah automatisch stoppt. Wasserschäden werden so vorgebeugt. Entsprechend dürfen Besitzer von neuen oder nachgerüsteten Geräten mit Aquastop auch zum Einkaufsbummel aufbrechen, wenn ihre Maschine läuft. Doch natürlich gibt es auch hier ein wichtiges Detail zu beachten: Ein möglicher Versicherungsschutz tritt nur ein, wenn das System nachweislich von einem Profi angeschlossen wurde.

Smart Devices und Versicherungen

Stichwort “moderne Geräte“: Auch bei Smart Devices und einer entsprechenden Fernsteuerung von Waschmaschine, Geschirrspüler und Co. durch Apps greift der Versicherungsschutz, wenn das Gerät in den Versicherungsvertrag aufgenommen wurde. Sogar extra “Smart Insurances“ werden nun von der Versicherungswirtschaft angeboten, die sich zum Teil jedoch mit bestehenden Gebäude- und Hausratversicherungen doppeln dürften. In jedem Fall lohnt sich ein Blick aufs Kleingedruckte der Policen und das Aufbewahren sämtlicher Kauf- und Anschlussbescheinigungen. Denn:

Versicherung oder? Wer zahlt bei Wasserschaden durch smarte Waschmaschine?

Jeder Einzelfall wird vom Versicherer geprüft

Bei jedem Schadensfall versucht der Versicherer auszuloten, ob eine Zahlung tatsächlich berechtigt ist. Ob durch Besuch am Schadensort oder durch einen detaillierten Fragebogen mit Beweispflicht: Nur wer im konkreten Einzelfall beweisen kann, dass er nicht fahrlässig gehandelt und sich an alle Vorgaben gehalten hat, kann am Ende auf Kostenübernahme durch den Versicherer hoffen.

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