Stecker raus! Darum solltest du ungenutzte Geräte nicht am Stromnetz lassen

Nina Baum
Freie Autorin für Yahoo Style
Wer Geld sparen will, sollte den Stecker ziehen, sofern Geräte nicht gebraucht werden. (Symbolbild: Getty Images)

Das Handy-Ladekabel zuhause einfach permanent in der Steckdose oder den Fernseher ständig auf Standby zu lassen, ist vielleicht bequem, aber bleibt nicht ohne Folgen – wie sich spätestens auf der Stromrechnung zeigt.

Auch wenn man Ladegeräte und andere elektronische Haushaltsgegenstände nicht aktiv nutzt, ziehen sie Strom, wenn man das Kabel in der Steckdose lässt. Grund dafür ist der eingebaute Transformator, der die Spannung von der Stromleitung auf das nötige Maß für die Geräte umwandelt und dafür Energie verbraucht. Davon betroffen sind vor allem Ladegeräte von Handys, aber auch von elektrischen Zahnbürsten, Rasier- und Fotoapparaten sowie Laptops oder Computer.

Faustregel für Ladegeräte

“Als Faustregel gilt: Je neuer das Ladegerät, desto sparsamer ist es”, erklärte Energie-Experte Jens Hakenes dem Online-Portal “TechBook”. “Seit dem Jahr 2014 sollten Ladegeräte und andere Netzteile eine EU-Verordnung einhalten. Die schreibt vor, dass Netzteile mit bis zu 51 Watt im Leerlauf nur 0,3 Watt verbrauchen. Ein solches Ladegerät kommt pro Jahr auf 2,4 Kilowattstunden und Kosten von 0,69 Euro (bei 22 Stunden Leerlauf pro Tag).” Bei manchen Geräten sei jedoch auch ein Leerlauf-Verbrauch von rund fünf Watt möglich, was jährlich Stromkosten von fast zwölf Euro verursachen würde.

Steckerleisten können den Stromverbrauch reduzieren. (Symbolbild: Getty Images)

Bei mehreren Geräten pro Haushalt kommen auf diese Weise schnell ein paar dutzend Euro mehr pro Jahr zusammen. Darüber hinaus lassen sich viele Haushaltsgeräte aber gar nicht per Knopfdruck komplett ausschalten, sondern gehen stattdessen nur in den Standby-Modus, in dem sie weiter Strom verbrauchen. Bei Fernsehern, Konsolen und Receivern etwa liegt das daran, dass sie sofort einsatzbereit sein sollen und man sie vom Sofa aus via Fernbedienung einschalten können muss. Aber auch Radios, Herde und Mikrowellen, die permanent die Uhrzeit anzeigen, sind nie wirklich ausgeschaltet.

Standby-Modus als Stromfresser

Wie die Energiespar-Beratungsgesellschaft “co2online” angibt, gehen etwa zehn Prozent der Stromrechnung auf den Standby-Verbrauch von Elektrogeräten zurück. Bei einer Standby-Dauer von 22 Stunden pro Tag verursacht ein LCD-Fernseher zum Beispiel 32 Euro Mehrkosten pro Jahr, eine Stereoanlage 35 Euro und eine Waschmaschine immerhin noch sieben Euro.

Viele dieser Kosten lassen sich ganz einfach vermeiden, indem man Steckdosenleisten mit Schaltern benutzt, mit denen man mehrere Geräte zentral und gleichzeitig vom Strom trennen kann, ohne dass man die Stecker ziehen muss. Um herauszufinden, ob ungenutzte Geräte Strom fressen, muss man sie übrigens nur anfassen und prüfen, ob sie warm sind. Manche Geräte geben außerdem ein leises Summen von sich, wenn Strom fließt.