ALS – Das steckt hinter Stephen Hawkings Erkrankung

Es gibt Krankheiten, die die Medizin immer noch vor Rätsel stellen. ALS (Amyotrophe Lateralsklerose) ist eine davon. Trotz intensiver Forschung konnten bis heute noch nicht alle Gründe, die zu der Erkrankung führen, aufgeklärt werden. Die Amyotrophe Lateralsklerose, auch kurz ALS genannt, ist eine degenerative Erkrankung des motorischen Nervensystems. Sie führt dazu, dass die Betroffenen nach und nach die Kontrolle über ihre Muskeln und somit ihre Körperteile verlieren. Einer der bekanntesten ALS-Patienten war der britische Wissenschaftler Stephen Hawking, bei dem die Krankheit bereits in jungen Jahren diagnostiziert wurde.

Einordnung

Die Amyotrophe Lateralsklerose, kurz ALS, ist eine degenerative Erkrankung des motorischen Nervensystems. Die Krankheit führt zu einer Schädigung der Nervenzellen, die für die Muskelbewegungen verantwortlich sind. Die Betroffenen verlieren zunehmend ihre Muskelkraft, was wiederum Auswirkungen auf das Sprechen und die Bewegungsfähigkeit des Körpers hat. Die Krankheit kann die ersten Motoneurone (motorische Nervenzellen in der motorischen Hirnrinde) sowie die zweiten Motoneurone (Zellen im Rückenmark) befallen. Die Fortsätze der ersten Motoneurone ziehen zu den zweiten Motoneuronen, die wiederum mit ihren Fortsätzen zur Skelettmuskulatur ziehen. Im Verlauf der Krankheit degenerieren die Neuronen und verlieren ihre Arbeitsfähigkeit.

Ursachen

Die Ursachen der Krankheit sind bis heute nicht vollkommen geklärt. ALS kann sehr plötzlich auftreten. Forschungsergebnissen zufolge ist die Krankheit nicht rein genetisch bedingt. Es konnte zumindest kein Gen nachgewiesen werden, das für den Ausbruch verantwortlich ist – auch wenn einige Patienten durch ihr Erbgut eine Veranlagung aufweisen.

Anzeichen und Diagnose

Die ersten Anzeichen können von Patient zu Patient variieren, je nachdem welcher Bereich des Körper als Erstes betroffen ist. Eines der Symptome können Muskelzuckungen (auch Fibrillation) sein, die plötzlich und ungewollt auftreten. Weitere Symptome sind Muskelschwäche und Krämpfe. Eine beeinträchtigte Sprachwiedergabe kann auch ein Anzeichen von ALS sein.

Da ALS eine sehr seltene Krankheit ist, kann die Diagnose nicht durch eine einzige Untersuchung gestellt werden. Um die Krankheit richtig zu diagnostizieren, sind mehrere Tests notwendig. Der Grund ist, dass einige der ALS-Symptome denen von anderen Krankheiten ähneln. Sie überschneiden sich zum Beispiel mit den Auswirkungen von Kinderlähmung oder von multipler Sklerose.

Eine Möglichkeit, um herauszufinden, ob ein Patient unter ALS leidet, ist die Elektromyografie. Bei diesem Test wird die elektrische Muskelaktivität während der Kontraktion und der Ruhephase des Muskels gemessen.
Blut- und Urintests liefern keine genaue Aussage über ALS-Erkrankungen. Mit ihrer Hilfe können aber andere Krankheiten ausgeschlossen werden, die ähnliche Symptome verursachen.
Man kann auch die Nervenleitgeschwindigkeit testen. Bei diesem Test wird ermittelt, wie schnell Nervenzellen Signale an die Muskeln oder durch das Rückenmark übermitteln können.
Ebenso kann eine Muskelbiopsie angewendet werden, um zu bestimmen, ob die Symptome einer bestimmten Muskelerkrankung zugeordnet werden können.
Ein MRT wird angewendet, um einen detaillierten Überblick über das Rückenmark und das Gehirn zu bekommen. Dadurch lassen sich Schlüsse auf den Ursprung der Symptome ziehen.
Dann gibt es noch die Lumbalpunktion. Sie ist eine weitere Methode, mit der ALS diagnostiziert werden kann. Dabei wird aus der Wirbelsäule eine Flüssigkeit entnommen und analysiert. So können neurologische Erkrankungen erkannt werden.




Wie wird die Krankheit geheilt?

Die Amyotrophe Lateralsklerose ist nicht heilbar. Die Lebenserwartung nach dem Ausbruch der Krankheit beträgt im Mittel 3 bis 5 Jahre.

Es gibt aber auch Ausnahmen. Einer der berühmtesten Betroffenen von ALS war der britische Physiker Stephen Hawking. Bei ihm wurde die Krankheit im Alter von 21 Jahren diagnostiziert. Er wurde 76 Jahre alt. Die bei Hawking festgestellte Form der Amyotrophen Lateralsklerose war allerdings die chronisch-juvenile ALS, die einen extrem langsamen Verlauf nimmt. Gewöhnlich tritt die Krankheit bei Männern ab einem Alter von 40 Jahren und bei Frauen ab einem Alter von 70 Jahren auf.

Die Krankheit selbst ist zwar nicht heilbar, allerdings können durch verschiedene Therapien, die Symptome gelindert werden.
Beispielsweise mit Physiotherapie und Ergotherapie. ALS hat Auswirkungen auf den Körper des Patienten, wodurch die normale Handlungsfähigkeit eingeschränkt wird. Mit einer Ergotherapie lassen sich neue Wege zu einer Verbesserung der Lebensqualität finden. Und einfache Übungen, die mithilfe eines Physiotherapeuten durchgeführt werden, können die Muskulatur kräftigen, die noch nicht von der Krankheit betroffen ist. Da im Verlauf der Krankheit die sprachliche Kommunikationsfähigkeit abnehmen kann, bieten Sprachtherapien einen Ansatz, um diese so lange wie möglich aufrechtzuerhalten.

ALS lässt sich nicht medikamentös behandeln. Allerdings können Ärzte Medikamente verschreiben, um die Symptome zu lindern. Zudem ist eine gesunde Ernährung ist das A und O bei Muskelerkrankungen. Dabei sollte auf eine ausgewogene Zufuhr von Ballaststoffen, Kalorien und Flüssigkeit geachtet werden.

Manchen Patienten kann auch eine Psychotherapie oder Beratung helfen. Diese Therapieformen eignen sich nicht nur für die Patienten, sondern auch für Familienangehörige oder Partner. Insbesondere für Personen, die direkt mit der Pflege eines Erkrankten betraut sind, empfiehlt sich der Besuch eines Therapeuten. Dabei können emotionale Probleme und Probleme im Umgang mit der Krankheit aufgearbeitet werden.

Es bleibt zu hoffen, dass die Forschung in der Zukunft die nötigen Fortschritte machen wird, um eine Behandlung für ALS und andere degenerative Nervenerkrankungen zu finden.