"Stop Hate For Profit": Facebook-Boykott zeigt Wirkung

teleschau
·Lesedauer: 1 Min.

Der Facebook-Boykott durch zahlreiche Werbekunden macht sich in der Bilanz bemerkbar. Das Wachstum im Werbegeschäft verlangsamt sich für das soziale Netzwerk deutlich.

Der Boykott durch große Werbekunden beim weltgrößten sozialen Netzwerk Facebook zeigt Wirkung: Im Anzeigengeschäft musste das Unternehmen ein verlangsamtes Wachstum hinnehmen und nannte die Kampagne "Stop Hate For Profit" als einen der Gründe dafür. Im Juli folgten mehr als 1.000 Werbekunden, darunter Coca-Cola, dem Aufruf und schalteten keine Anzeigen mehr auf der Plattform. Im vergangenen Quartal gab es in der Folge nur noch elf Prozent Wachstum im Werbegeschäft - für Facebook-Verhältnisse wenig.

Chef Mark Zuckerberg beklagte sich bitterlich über die Wahrnehmung der Plattform: Kritiker würden fälschlicherweise annehmen, beim Großteil der geposteten Inhalte handle es sich um Politik, Nachrichten, Falschinformationen und Hass. Überdies betonte Zuckerberg, das Werbegeschäft sei ohnehin weniger von großen Firmen, sondern vielmehr von kleinen und mittleren Unternehmen wie Restaurants und Handwerksbetrieben abhängig. Zudem kritisierte der Facebook-Gründer die zunehmende Regulierung seiner Branche. Gleichwohl würden die geplanten Regeln zum Tracking der Webnutzung für Werbezwecke viel stärker kleinere Unternehmen treffen als Facebook selbst.

Während die Werbeeinnahmen nicht mehr sprudeln wie zuletzt, steigen die Nutzerzahlen weiter an. Im letzten Quartal gab es rund 100 Millionen zusätzliche aktive Nutzer. Mittlerweile greifen jeden Tag rund 1,8 Milliarden Menschen auf den Dienst zu. Zudem rufen jeden Monat 3,1 Milliarden Nutzer mindestens einen Dienst des Unternehmens auf - zum Konzern gehören auch die Bilderplattform Instagram sowie der beliebteste Instant Messenger WhatsApp.