Streaming-Dienste profitieren von der Corona-Krise

teleschau
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Streaming-Dienste wie Netflix sind die Gewinner der Corona-Pandemie. (Bild: 2018 Getty Images)
Streaming-Dienste wie Netflix sind die Gewinner der Corona-Pandemie. (Bild: 2018 Getty Images)

In der Corona-Krise wächst die Popularität vieler Streaming-Dienste. Auf dem DVD-Markt sieht es hingegen düster aus.

Die Corona-Krise ist für viele ein Fluch, für manche aber auch ein Segen: Vor allem die Streamingdienste scheinen aus den in vielen Staaten geltenden Ausgangsbeschränkungen zu profitieren. Laut einer Analyse von Goldmedia haben Abodienste wie Disney+, Netflix, Prime Video der Sky Ticket im Jahr 2020 einen Umsatz von 2,5 Milliarden Euro erzielt. Dies entspricht einem Wachstum von 28 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt würden auf die digitale Ausleihe und den Digitalkauf von Filmen und Serien 500 Millionen Euro Umsatz entfallen, berichtet Goldmedia weiter.

Weniger rosig sieht es derweil bei DVDs und Blu-rays aus: Deren langjähriger Umsatzverfall ist, laut einem Artikel der IT-Nachrichtenwebsite "heise online", auch in der Pandemie nicht aufzuhalten: Seit zehn Jahren in Folge gingen die Verkäufe in den USA kontinuierlich bergab. In den vergangenen vier Jahren seien die Verkäufe jeweils in zweistelligen Prozentbereichen gefallen. Kein Wunder also, dass erste Filmstudios wie Universal Pictures oder Warner bereits reagieren: Der Science-Fiction-Film "Monster Problems" soll hierzulande wohl nur auf Netflix, nicht aber als DVD oder Blu-ray erhältlich sein.

Netflix und Disney+ erhöhen die Preise

Auch die Streaming-Anbieter selbst scheinen auf ihre zunehmende Popularität zu reagieren: Sowohl Netflix als auch Disney+ kündigten jüngst eine Erhöhung ihrer monatlichen Abogebühren an. So verlangt Netflix seit Mitte Januar in seinem Standard-Tarif 12,99 Euro statt den bislang fälligen 11,99 Euro pro Monat. Der Premium-Tarif steigt sogar um zwei Euro von vormals 15,99 Euro auf 17,99 Euro im Monat. Lediglich der Basistarif ohne HD-Qualität kostet unverändert 7,99 Euro im Monat. Während die Preise für Neukunden bereits gelten, sollen die Gebühren bei Bestandskunden in den kommenden Monaten erhöht werden. Begründet wird die Erhöhung durch die steigenden Kosten für Eigenproduktionen, welche für viele User besonders attraktiv sind.

Disney für Erwachsene

Disney+ hingegen begründet seine Preissteigerung mit einem wachsenden Angebot an Filmen und Serien: Ab 23. Februar ergänzt der Mauskonzern seinen Streamingdienst erstmals durch Inhalte jenseits der FSK-12-Freigabe. Die Unterkategorie "Star" wird zum Start mehr als 270 Filme und 60 Serien von Disney und seinen Tochterfirmen enthalten, darunter der Marvelfilm "Deadpool" sowie einige sogenannte "Originals", die in den USA bereits auf ABC oder Hulu liefen, wie die Krimiserie "Big Sky" sowie die Zeichentrickserie "Solar Opposite". Ab der Einführung zahlen Neukunden 8,99 Euro pro Monat oder 89,90 Euro pro Jahr. Bestandskunden können die alten Preise von 6,99 Euro pro Monat oder 69,99 Euro pro Jahr für weitere sechs Monate nutzen.

Sorgenkind Apple TV+

Weniger gut scheint es hingegen für den Apples Streamingdienst Apple TV+ zu laufen: Einer Erhebungen von JustWatch zufolge soll der Dienst in den USA im vierten Quartal 2020 mit drei Prozent Marktanteil nur rund halb so viele Kunden gehabt haben wie der erst im Juli 2020 gestartete NBCUniversal-Dienst Peacock. In Deutschland schaffte es Apple TV+ ebenfalls nicht in die Top 6 der Streamingdienste. Grund dafür könnte die Konzentration auf Eigenproduktionen sein, weshalb Apple TV+ deutlich weniger Titel im Portfolio hat als die Konkurrenz. Kunden, die mit dem Kauf einer Apple-Hardware die Streaming-Nutzung gratis dazubekommen haben, können sich jedenfalls über eine erneute Verlängerung bis Juli freuen. Alle anderen zahlen für Apple TV+ unverändert 4,99 Euro pro Monat.

Insgesamt hat der Streaming-Betrieb in Deutschland im vergangenen Jahr drei Milliarden Euro eingenommen. Für 2021 wird ein ähnliches Wachstum von 25 Prozent erwartet. Somit ist mit einem Umsatz von 3,5 Milliarden Euro für den Gesamtmarkt zu rechnen.