Streit um iPhone-Entschlüsselung: Machtkampf zwischen Apple und US-Justizminister verschärft sich

teleschau

Der US-Justizminister hat Apple vorgeworfen, dem FBI nicht zu helfen und die nationale Sicherheit zu gefährden. Der Tech-Konzern reagiert prompt und wirft William Barr "falsche Behauptungen" vor. Diese seien nur eine Ausrede.

US-Justizminister William Barr hat Apple scharf dafür kritisiert, den Strafverfolgungsbehörden bei der Entschlüsselung von iPhones nicht geholfen zu haben. Dies sei "inakzeptabel" und gefährde die nationale Sicherheit, sagte Barr bei einer Pressekonferenz. Konkret ging es um die Entsperrung des iPhones des Attentäters von Pensacola. Zuvor war es dem FBI gelungen, das Gerät durch einen Brute-Force-Angriff zu entschlüsseln, also letztlich durch das automatisierte Erraten des Passworts.

Die Reaktion von Apple ließ nicht lange auf sich warten. Die Äußerungen seien lediglich eine "Ausrede zur Schwächung von Verschlüsselung und anderen Sicherheitsmaßnahmen", die Millionen Nutzer und die nationale Sicherheit schützen würden. Auch eine Art Hintertür, immer wieder gefordert, sei eben nicht nur "für die Guten" machbar. Vielmehr würde ein solcher Schritt die Geräte anfällig für bösartige Angreifer machen. Wie es in der Stellungnahme weiter heißt, sollten Nutzer nicht zwischen Verschlüsselung und effektiver Strafverfolgung wählen müssen. Apple habe "iCloud-Backups, Kontoinformationen und Transaktionsdaten" mit den Behörden geteilt. Die Aussagen von Barr, man habe das FBI nicht unterstützt, seien "falsche Behauptungen".

Der Justizminister wendet sich seit Monaten immer wieder gegen Apple und auch andere Tech-Konzerne. Die sogenannte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ist Barr generell ein Dorn im Auge - er wünscht sich eine Art Hintertür für Strafverfolgungsbehörden. Dafür bekam er auch schon Unterstützung seines Präsidenten. Dass die Hintertüren in falsche Hände geraten könnten, sei ihm dabei egal, erklärte Donald Trump im Januar.