Studie beweist: Fußball-Fan sein ist nicht gut für die Gesundheit

Ben Barthmann
Sports Editor

Irgendwie haben wir es doch immer alle gewusst, oder? Das Fan-Dasein ist gar nicht gut für die Gesundheit. Das hat eine Studie festgestellt, die Zuschauer bei der WM 2014 auf Anzeichen von Stress untersuchte.

Ein Fan der brasilianischen Nationalmannschaft reagiert verärgert. (Bild: Getty Images)

Wie die BBC berichtet, bat die University of Oxford mehrere Fans bei der Weltmeisterschaft 2014 um Speichelproben vor, während und nach den Spielen ihrer Nationalmannschaft. Das Ergebnis: Die Werte für das Stresshormon Cortisol waren alarmierend hoch.

Insbesondere nach dem 7:1 der deutschen Nationalmannschaft über Brasilien war bei Fans offenbar eine hohe Konzentration festgestellt worden. Dabei zeigte sich, durchaus überraschend, kein Unterschied zwischen Frauen und Männern. Bislang war davon ausgegangen, dass sich Männer emotional stärker im Fußball involvieren würden.

Hohe Cortisol-Werte können dem Herz schaden

Dies ist offensichtlich nicht der Fall. Wohl aber konnte ein Zusammenhang zwischen emotionaler Identifikation mit dem Team und dem Cortisol-Wert nach einer Partie festgestellt werden. “Fans, die stark mit ihrem Team verbunden sind, erleben den größten physiologischen Stress”, stellte die untersuchende Dr. Martha Newson fest.

Langfristig führen derart hohe Werte von Cortisol unter anderem zu einem erhöhten Blutdruck, verengten Blutgefäßen und sind damit insbesondere für bereits beschädigte, kranke oder weniger fitte Herzen gefährlich. Psychisch wirkt sich Cortisol mit dem Gefühl von Angst und Schmerz aus.

Empfehlung: Ruhige Musik nach Abpfiff

Was also können Fußball-Fans tun? Dr. Newson sah bereits bei der WM 2014 erste Anzeichen für eine gute Stressbewältigung. Die Fans wandten von selbst sogenannte Coping-Strategien an, um ihre Emotionen zu regulieren: Sie umarmten sich oder nahmen die Ergebnisse mit Humor.

Einen Tipp hat sie für Veranstalter und Klubs: Nach den Spielen könnte das Licht gedämmt und angenehme Musik gespielt werden. Das könnte Fans dabei helfen, nach einem Spiel wieder auf ein normales Stressniveau zurückzukehren. Große Fußball-Fans würde sie dazu anregen, sich regelmäßig kardiologisch untersuchen zu lassen.