Studie: Coronavirus könnte sich vor allem beim lauten Sprechen übertragen

Ann-Catherin Karg
Freie Journalistin

Husten und Niesen sind nur zwei Verbreitungswege für Sars-CoV-2. In einem Test haben amerikanische Wissenschaftler nachgewiesen, dass beim lauten Vorlesen eines einzigen Satzes bis zu 1000 infektiöse Tröpfchen über zehn Minuten lang in der Luft eines geschlossenen Raumes zurückbleiben können.

Eine neue Studie unterstreicht, wie wichtig der Atemschutz vor allem in geschlossenen Räumen – wie hier in einem deutschen Supermarkt – ist. (Bild: Getty Images)

Laut einer im Fachblatt ”Proceedings of the Mational Academy of Sciences of the United States“ veröffentlichten Studie könnte sich Covid-19 vor allem beim Sprechen übertragen. Das legen Forschungen des National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases (NIDDK) nahe, für die Testpersonen in einem geschlossenen Raum 25 Sekunden lang laut den Satz "Stay healthy“ (”Bleib gesund“) wiederholten.

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Bei lautem Sprechen ist die abgegebene Viruslast besonders hoch

Mit speziellen Lasern machten die Wissenschaftler die Mikrotröpfchen in der Luft sichtbar, die die Probanden beim Sprechen ausstießen. Im Test blieben diese zwischen acht und 14 Minuten in der Luft, bevor sie zu Boden sanken. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass ein mit Covid-19-Infizierter, der laut redet, pro Minute mehr als 1000 virushaltige Tröpfchen an seine Umgebung abgeben könnte. Eine frühere Studie hatte gezeigt, dass bei leiserem Sprechen auch weniger Tröpfchen produziert werden.

Covid-19-Viren könnten sich beim Sprechen zwischen acht und 14 Minuten in der Luft halten. (Bild: Getty Images)

Enger Kontakt ist am gefährlichsten

Dass sich die Mikrotröpfchen bis zu 14 Minuten in der Luft halten können bedeutet nicht, dass sich jemand allein dadurch infiziert, dass er einen Raum durchläuft, indem sich Minuten zuvor ein Infizierter laut mit einem anderen Menschen unterhalten halt. Die größte Ansteckungsgefahr besteht nach wie vor in engem Kontakt mit einem Infizierten.

Mit Alltagsmasken und Abstand gegen Covid-19

Die Erkenntnisse könnten aber die Empfehlung zum Tragen von Alltagsmasken wissenschaftlich untermauern, die in vielen Ländern empfohlen und in einigen Bereichen verpflichtend sind. Wer das Risiko einer Infektion möglichst klein halten will, sollte vor allem in geschlossenen Räumen eine (Behelfs)-Maske tragen und sich mit anderen Menschen unter Wahrung des Mindestabstands von 1,5 Metern stets im Freien treffen.

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