Studie: Kaffeetrinken kann die Gehirnfunktion vorübergehend beeinträchtigen

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Weltweit beginnen viele Menschen ihren Morgen mit einer kochend heißen Tasse Kaffee. Eine neue Studie legt nun jedoch nahe, dass dieses morgendliche Ritual negative Auswirkungen auf das Gehirn haben könnte, insbesondere auf das Gedächtnis.

A sad looking Coffee Cup on a brown rustic table.
Kaffee - der heißgeliebte Muntermacher hat nicht nur positive Auswirkungen auf unseren Körper. (Bild: Getty Images)

Während sich die meisten von uns auf das Getränk verlassen, um den dringend benötigten Energieschub am Morgen zu bekommen, nutzen es andere als Möglichkeit, mit Familienmitgliedern und in normalen Zeiten mit Kollegen im Büro zusammenzukommen und sich auszutauschen. Unabhängig davon, aus welchen Gründen das koffeinhaltige Getränk getrunken wird, sind sich viele von uns einig, dass es uns zugutekommt, morgens ein Tässchen zu schlürfen.

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Und während es eine Vielzahl von gesundheitlichen Vorteilen gibt, die mit regelmäßigem Kaffeetrinken in Verbindung gebracht werden, deuten neue Forschungsergebnisse darauf hin, dass es die Zusammensetzung des Gehirns leicht verändern könnte, insbesondere das Volumen der Grauen Substanz. Die kleine Studie, die in der Zeitschrift Cerebral Cortex veröffentlicht wurde, fand heraus, dass die Teilnehmer nach einer 10-tägigen „Koffeinabstinenz“ ein größeres Volumen der Grauen Substanz hatten als diejenigen, die Koffein konsumierten.

Was macht Koffeinverzicht mit unseren grauen Zellen?

Die Teilnehmer bestanden aus 20 gesunden Menschen, die regelmäßig Kaffee trinken. Sie bekamen zwei Tabletten (eine enthielt Koffein und die andere war ein Placebo), die sie über zwei verschiedene Zeiträume von zehn Tagen einnehmen sollten. Sie wurden gebeten, in beiden Zeiträumen keinen Kaffee zu trinken. Am Ende jeder 10-tägigen Phase untersuchten die Forscher die Graue Substanz der Teilnehmer mittels Gehirnscans.

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Das ursprüngliche Ziel der Studie war es, herauszufinden, ob Koffein einen Einfluss auf die Schlafqualität hat, da Schlafentzug die grauen Zellen des Gehirns beeinflussen kann. Die Ergebnisse zeigten jedoch, dass die Schlaftiefe der Teilnehmer gleich war, egal ob sie Koffein zu sich genommen hatten oder nicht. Was änderte sich? Das Volumen der Grauen Substanz im Gehirn wurde während der 10-tägigen „Koffeinabstinenz“ größer.

Die Graue Substanz war vor allem im rechten medialen Temporallappen größer, der den Hippocampus beinhaltet (auch bekannt als die Region, die für die Gedächtniskonsolidierung wichtig ist).

Negativer Einfluss auf unser Gehirn?

„Unsere Ergebnisse bedeuten nicht unbedingt, dass Koffeinkonsum einen negativen Einfluss auf das Gehirn hat“, sagte Dr. Carolin Reichert, eine der Hauptautoren der Studie, in einer Erklärung. „Aber der tägliche Koffeinkonsum beeinflusst offensichtlich unsere kognitive Hardware, was an sich schon Anlass zu weiteren Studien geben sollte.“

Während Koffein also das Volumen der Grauen Substanz zu reduzieren schien, regenerierte sich das Volumen der Grauen Substanz bei allen Studienteilnehmern deutlich, sobald sie 10 Tage lang kein Koffein zu sich nahmen. Dies zeigt, dass die Auswirkungen, die Koffein auf das Gehirn hat, wahrscheinlich nur vorübergehend sind. Es sind jedoch weitere Forschungen nötig, um zu sehen, wie sich dies sonst noch auf unsere tägliche Gehirnfunktion auswirken könnte, wenn überhaupt.

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