Studie: Rotes Fleisch erhöht Risiko für Herzkrankheiten

Stefica Budimir-Bekan
·Freie Autorin
·Lesedauer: 3 Min.

Schon vor Jahren hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rotes Fleisch als krebserregend eingestuft. Vor allem Darmkrebs soll eine Folge von hohem Fleischkonsum sein. Nun hat eine Studie aus Großbritannien herausgefunden, dass rotes und verarbeitetes Fleisch auch im Zusammenhang mit Herz-Kreislauf-Krankheiten steht.

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Wer viel Fleisch isst, tut sich nicht unbedingt einen Gefallen (Symbolbild: Getty Images)

"Frühere Studien haben gezeigt, dass es eine Verbindung zwischen einem großen Konsum von rotem Fleisch und einem erhöhtem Herzinfarktrisiko sowie dem Tod durch Herzkrankheiten gibt", sagte die Studienautorin Dr. Zahra Raisi-Estabragh von der Queen Mary University of London. Zum ersten Mal untersuchten die Forscher nun auch den Zusammenhang zwischen dem Fleischverzehr und der Anatomie und Funktion des Herzens. "Das könnte uns helfen, die Mechanismen zu verstehen, die den bereits beobachteten Verbindungen mit Herz-Kreislauf-Krankheiten zugrunde liegen", erklärte Raisi-Estabragh.

In der Studie mit 19.408 Teilnehmern, die aus der UK Biobank stammen, wurden die Daten der kardiovaskulären Magnetresonanztomografie (CMR) ausgewertet, die in der klinischen Praxis zur Beurteilung der Herzfunktion eingesetzt wird. Damit kann das Ventrikelvolumen und die Pumpfunktion des Herzens gemessen werden. Dann wurde die Form und das Gewebe der Herzen untersucht, denn die geben einen Hinweis darauf, ob der Herzmuskel gesund ist. Auch wurde die Elastizität der Blutgefäße unter die Lupe genommen. Mit eingeflossen sind zu guter Letzt auch Faktoren wie Alter, Geschlecht, Mangelerscheinungen, Bildung, Rauchen, Alkoholkonsum, Sport, Bluthochdruck, hohe Cholesterinwerte, Diabetes und BMI. 

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Alle analysierten Daten kamen zum gleichen Ergebnis: Ein erhöhter Verzehr von rotem und verarbeitetem Fleisch steht mit schlechteren bildgebenden Werten der Herzgesundheit in Zusammenhang. Studienteilnehmer mit einem höheren Konsum an rotem Fleisch verfügten über kleinere Ventrikel, eine schlechtere Herzfunktion und steifere Arterien – alles Hinweise auf ein schwächeres Herz-Kreislauf-System. 

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Um einen Vergleich ziehen zu können, wurde in der Studie auch die Verbindung zwischen den bildgebenden Werten des Herzens und dem Verzehr von fettreichem Fisch untersucht. Im Gegensatz zu Fleisch wirkt sich der Konsum von Fisch positiv auf den menschlichen Körper aus: Wurde der Fischkonsum erhöht, verbesserte sich auch die Herzfunktion und die Arterien waren dehnbarer. 

Die Verbindung zwischen den bildgebenden Werten des Herzens und dem Fleischkonsum kann laut Raisi-Estabragh nur teilweise mit Bluthochdruck, hohen Cholesterinwerten, Diabetes und Fettleibigkeit erklärt werden. "Beispielsweise ist es möglich, dass erhöhter Fleischkonsum zu erhöhten Cholesterinwerten führt und das wiederum Herzerkrankungen verursacht. Unsere Studienergebnisse deuten darauf hin, dass diese vier Faktoren eine Rolle im Zusammenhang zwischen dem Fleischkonsum und der Herzgesundheit stehen, aber sie erzählen nicht die ganze Geschichte."

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Die Wissenschaftler glauben auch, dass rotes Fleisch das Mikrobiom des Darms verändert und so zu höheren Werten bei bestimmten Stoffwechselprodukten im Darm führt, die ihrerseits mit einem höheren Risiko einer Herzkrankheit in Verbindung gebracht werden. Raisi-Estabragh betonte, dass es sich nur um eine Beobachtungsstudie gehandelt habe: "Im Allgemeinen erscheint es aber sinnvoll, den Konsum von rotem und verarbeitetem Fleisch einzugrenzen – dem Herzen zuliebe."

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