Studie zeigt: Auch Hunde kommen in die Pubertät

Ann-Catherin Karg
Freie Journalistin

Bei rebellischen Teenagern drücken vor allem Eltern, die sich noch gut an ihre eigene Pubertät erinnern können, öfter mal ein Auge zu. Mit den Hormonen spielt auch die Laune verrückt, was man am besten gelassen nimmt. Ein Tipp, den sich neben Eltern auch Hundebesitzer merken können, deren Vierbeiner sich in einem bestimmten Alter rebellisch zeigen.

Auch Hunde kommen in jungen Jahren in die Pubertät. (Bild: Getty Images)

Mit Eintreten der Pubertät verhalten sich nicht nur Kinder quasi schlagartig anders, sondern auch Hunde, berichten Wissenschaftler in den ”Biology Letters“ der britischen Royal Society. Für eine Studie nahmen sie das Verhalten von 162 Hunden in der Ausbildung zum Begleithund unter die Lupe und fanden heraus, dass diese Kommandos ihrer Besitzer in einem bestimmten Alter doppelt so häufig ignorierten, als davor und danach.

Im Körper von Säugetieren laufen ähnliche Veränderungen ab wie beim Menschen

In den so genannten Flegeljahren befanden sich die Schäferhunde, Golden Retriever, Labrador Retriever und Mischlinge ab dem achten Monat. Während sie Kommandos wie ”Sitz!“ oder ”Platz!“ oft nicht befolgten, wenn sie sie von ihren Besitzern bekamen, kamen sie der Aufforderung weiterhin nach, wenn sie von einer anderen Personen gegeben wurde. Das Forscherteam um Dr. Lucy Asher von der britischen Newcastle University in Großbritannien führt das veränderte Verhalten auf die hormonellen Veränderungen und die Tatsache zurück, dass sich bei Säugetieren beim Übergang vom Jugend- ins Erwachsenenalter auch das Gehirn neu organisiert.

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Wie stark die Rebellion ausfällt, hängt von der Bindung zum Besitzer ab

Die sensible Phase der Hunde zeigte sich auch darin, dass manche Tiere stark verunsichert wurden und begannen zu zittern, wenn sie sich von ihrem Halter trennen sollten. Für die Wissenschaftler ein Zeichen dafür, dass die Bindung zwischen Tier und Mensch in diesen Fällen eher instabil war. Die Analogie zu menschlichen Teenagern beschreibt Dr. Asher so: ”Im Allgemeinen sind Teenager, die eine weniger sichere Beziehung zu ihren Eltern haben, diejenigen, die mit größerer Wahrscheinlichkeit mehr Konfliktverhalten gegenüber ihren Eltern zeigen.“

Hundebesitzer sollten verständnisvoll reagieren

Forscher wissen aus früheren Studien, dass Hunde in den Flegeljahren, die bei ihnen nur wenige Monate dauern, besonders häufig ins Tierheim gegeben oder von ihren Haltern geschlagen werden. Die britischen Wissenschaftler äußerten die Hoffnung, dass genau das verhindert werden kann, wenn die Halter sich klar werden, warum die Hunde sich so verhalten und dass es sich dabei nur um einen vorübergehenden Zustand handelt.

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