Studie: Diese Bewegung hilft bei Mathe und Erinnerungen

Johannes Giesler
·Freier Autor
·Lesedauer: 2 Min.

Wer einfache Matheaufgaben lösen möchte, sollte dafür besser sitzen. Wer allerdings im Gedächtnis nach etwas kramt, sollte dafür einen kleinen Spaziergang machen.

Matheaufgaben lassen sich am besten sitzend lösen. Das hat jetzt eine französische Studie herausgefunden. (Foto: Symbolbild / gettyimages / Catherine Falls Commercial)
Matheaufgaben lassen sich am besten sitzend lösen. Das hat jetzt eine französische Studie herausgefunden. (Foto: Symbolbild / gettyimages / Catherine Falls Commercial)

Ständiges Sitzen schadet: Das hat haben bereits zahlreiche Untersuchungen gezeigt, darunter eine groß angelegte Studie australischer Mediziner*innen aus dem Jahr 2015. Das Ergebnis: Aktivere Proband*innen wiesen einen geringeren Bauchumfang, einen niedrigeren BMI, bessere Blutzucker- und Blutfettwerte auf.

Nur: Der Alltag wird meist sitzend verbracht. Ob auf dem Weg zur Arbeit, per Auto oder Bus, danach auf dem Bürostuhl oder später in der Freizeit am Esstisch oder vor dem Fernseher – kaum Bewegung. Dabei, schreibt die Apothekenumschau, ist der Mensch nicht für ständiges Sitzen gemacht. Dadurch steige das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen und Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes.

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Bewegung für Gesundheit und Gedächtnis

Aber nicht nur aus gesundheitlichen Gründen ist Bewegung sinnvoll, wie Psycholog*innen der Université de Paris diese Woche in Experimental Brain Research veröffentlicht haben. Demnach ist Bewegung nicht nur gesund, sondern hilft sogar während einer Denkaufgabe.

Für ihr mehrstufiges Experiment haben die Forschenden um Gabriella Abou Khalil ihren Proband*innen Mathe- und Gedächtnisaufgaben gestellt. Diese Aufgaben mussten nacheinander sitzend, stehend und gehend gelöst werden. Das Ergebnis: Bewegung beeinflusst vor allem das Gedächtnis positiv. Bei Mathe hingegen fielen die Ergebnisse sitzend besser aus.

Insgesamt nahmen 18 Männer und Frauen an der Studie teil. Im ersten Teil mussten sie sich 33 Begriffe einprägen, die ihnen gezeigt wurden. Danach wurden für zwei Minuten Fragen aus dem Allgemeinwissen gestellt, daraufhin sollten sich die Proband*innen an so viele der 33 Begriffe wie möglich erinnern.

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Einschränkung: nur einfache Aufgaben gehend lösen

Im zweiten Teil mussten sie insgesamt 30 Kopfrechnungen, einfache Additionen, lösen. Beide Teile wurden sitzend, stehend und gehend durchgeführt. Beim Gedächtnistest fielen die Ergebnisse im Sitzen und Stehen beinahe gleich aus, im Laufen hingegen konnten sich die Proband*innen signifikant besser erinnern. Die Matheaufgaben lösten die Proband*innen in allen drei Körperhaltungen ähnlich gut, sitzend fanden sie die Antworten jedoch erheblich schneller.

Einschränkend schreiben die Forschenden am Ende ihrer Studie, dass ihre Ergebnisse vermutlich nicht für alle Altersgruppen gelten, da sich bevorzugte Körperhaltungen im Laufe des Erwachsenwerdens ändern würden. Zudem sei bekannt, dass, vor allem auf die Gedächtnisleistung bezogen, die Komplexität der gestellten Aufgaben Einfluss auf das Ergebnis nehme. So zeigten frühere Studien, dass Proband*innen immer langsamer gingen, je schwieriger die Gleichungen würden.

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