Studie zeigt, wie stark das Handy bei der Mutter-Kind-Bindung stört

·Freie Autorin
·Lesedauer: 2 Min.

Der ständige Blick aufs Smartphone behindert nicht nur die Konversation zwischen Erwachsenen. Auch bei der Kommunikation zwischen Mutter und Kind ist das Handy ein riesiger Störfaktor, der auch Folgen für die Entwicklung haben kann.

Der ständige Blick aufs Handy kann die Entwicklung von Kleinkindern behindern. (Symbolbild: Getty Images)
Der ständige Blick aufs Handy kann die Entwicklung von Kleinkindern behindern. (Symbolbild: Getty Images)

Ohne Smartphone geht heutzutage gar nichts mehr. Zu sehr sind wir mittlerweile mit sozialen Medien und Co. vernetzt, brauchen die ständige Berieselung am Bildschirm. Wer darunter mit am meisten leidet, sind die Kleinsten. Denn auch Mütter teilen ihre Aufmerksamkeit zwischen Kind und Smartphone auf. Leider oft zum Nachteil der Kinder, wie eine Studie herausfand.

Frau überrascht mit positivem Schwangerschaftstest: Mit dieser Reaktion hat sie nicht gerechnet

Forscher der Tel Aviv Universität in Israel baten dafür Mütter mit ihren Kleinkindern im Alter von zwei bis drei Jahren zu einem Experiment. Sie kreierten drei verschiedene Szenarien, um die Mutter-Kind-Interaktion zu analysieren. Im ersten sollten die Mütter auf einem Smartphone diverse Artikel oder Bilder liken, während das Kind spielt. Im zweiten Szenario sollten sie stattdessen Print-Artikel lesen. Und bei Nummer drei spielten die Mütter störungsfrei ohne Medien mit ihren Kindern.

Mütter sprechen viermal weniger mit ihren Kindern

Das Ergebnis der Wissenschaftler: Wird die Mutter durch Medien abgelenkt, leidet die Interaktion mit ihrem Kind besonders. Und zwar sowohl bei der Sprache als auch beim Spiel. Beides, das direkte Sprechen mit dem Kind sowie das interaktive Spiel sind wichtig für die Entwicklung. Konkret fanden die Forscher heraus, dass die Mutter während sie am Smartphone beschäftigt ist, rund viermal weniger mit ihrem Kind spricht und interagiert.

Entspannter als Familie: Fünf Wege, um als Eltern zufriedener zu werden

“Die Mütter tauschten sich weniger mit dem Kleinkind aus, gaben weniger unmittelbare und auf den Inhalt zugeschnittene Antworten und ignorierten häufiger explizite Fragen ihrer Kinder“, so Studienautorin Dr. Katy Borodkin. Dabei leidet auch die Qualität der Sprache.

"Selbst wenn sie während des Surfens antworten konnten, war die Antwort unüberlegt – denn die Mütter haben ihre Reaktionsfähigkeit auf ein Minimum beschränkt, um einen vollständigen Zusammenbruch der Kommunikation mit dem Kleinkind zu vermeiden", so Borodkin in ihrer Studie, die im Magazin “Child Development“ veröffentlicht wurde.

Zwar betonen die Wissenschaftler, dass es nicht zwingend zu Problemen in der Entwicklung der Kinder kommen muss, aber dass übermäßiger Smartphone-Konsum durchaus schädlich für die Mutter-Kind-Bindung sein kann – auch wenn sich die Folgen erst nach längerer Zeit zeigen.

VIDEO: Diese Fähigkeiten sollten Väter und Mütter in ihrem Lebenslauf schreiben

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.