Summende Mitbewohner: Imker findet 60.000 Bienen in Decke

Eine summende Biene im Garten ist ja ganz schön. 60.000 unter dem eigenen Dach hingegen sind schon eine Herausforderung (Bild: Paul Wood/Brisbane Backyard Bees via Reuters)

So wichtig Bienen auch für die Umwelt sind, so wenig möchte man zehntausende von ihnen im eigenen Haus entdecken, wie es einem Paar in Australien passierte.

Über Insekten im Haus freut sich normalerweise kein Mensch, besonders dann nicht, wenn sie einen Stachel haben. In diesem Fall waren es nicht nur ein paar Mücken, die den Hausbesitzern nördlich der australischen Stadt Brisbane zu schaffen machten. Nachdem sie immer wieder Bienen im Haus umher fliegen sahen, riefen sie den Fachmann Paul Wood von “Brisbane Backyard Bees” an. Es dauerte nicht lange, bis Wood den Ursprung der summenden Mitbewohner entdeckt hatte.

Unter der Decke hatten sich hinter der Holzverschalung etwa 60.000 Bienen eingenistet. Und das riesige Bienenvolk war keineswegs untätig. Denn Wood entdeckte ganze 50 Kilogramm Honig, den die Bienen produziert hatten in den Waben. Selbst der erfahrenen Bienenflüsterer war beeindruckt von dem Ausmaß des Baus. “Es ist immer wieder unglaublich wenn man die Verschalung öffnet und sieht, was für fantastische Arbeit die Bienen beim Bau ihres Nestes leisten,” sagte Wood der “Brisbane Times”.

Mit Hilfe einer Thermalkamera und eines Saugers gelang es Wood, den Bau nach und nach freizulegen. Es sei fast ein wenig schade, das Bauwerk auseinander zu nehmen, sagte er danach. Wenn die Königin einmal gefunden ist und er sie sicher in einem Glas verstaut hat, folgt ihr auch der Rest des Volkes. Wood beherbergt die Bienen dann temporär in Bienenstöcken in seinem Garten, bevor er Bienenfreunde findet, die das Volk bei sich aufnehmen.

Die Bienen wurden behutsam umgesiedelt (Bild: Paul Wood/Brisbane Backyard Bees via Reuters)

Das Riesenvolk ist noch nicht einmal das größte, das der Bienenretter bisher aus einem Haus entfernen musste. “Ich mache das fast jede Woche hier in Brisbane,” sagte er der Zeitung. “Vor ein paar Monaten habe ich ein Volk in St Lucia geborgen, das mehr als 100 Kilo Honig hatte.” Fast fünf Stunden habe die Rettung gedauert. Im australischen Frühling, der jetzt beginnt, würden immer mehr Bienenvölker nach neuem Unterschlupf suchen. “Die Bienen schicken ihre Kundschafter los, um geeignete Plätze zu suchen, in denen die Kolonie leben kann,” sagt Woods.

Da es nicht mehr ausreichend Bäume gäbe, suchten sie sich Zwischenräume in Wänden und Dächern von Häusern. “Menschenhäuser haben perfekte Hohlräume mit schön kleinen Eingängen, die die Bienen verteidigen können und die trotzdem groß genug sind, um den ganzen Schwarm zu beherbergen,” erklärt Wood die Vorliebe der Bienen, zu Untermietern zu werden.

Die 50 Kilogramm Honig teilte Wood fair zwischen sich und den Hausbesitzern auf, so dass diese am Ende doch noch etwas von den ungebetenen Gästen unter ihrem Dach hatten. Wood will seinen Anteil benutzen, um Chutneys und Marmeladen daraus zu machen.