Tanzender Tierpfleger stiehlt den Giraffen im Live-Stream die Show

Tierpfleger Adam, ein Mitarbeiter des Victoria Zoo im australischen Melbourne, hat mit einer Tanzeinlage der besonderen Art einen viralen Hit gelandet.

Tierpfleger Adam legt mit seiner schwungvollen Tanzeinlage los. Ein Kommentar auf Reddit bewundert vor allem seinen Hüftschwung. Foto: Screenshot / Facebook / Zoos Victoria

Während die Politik in vielen Ländern ein umfangreiches Kontaktverbot beschließt, um die Coronavirus-Ausbreitung zu verlangsamen, sind die kleinen Momente des Mit- und Füreinanders umso wertvoller. Wie diese Geschichte eines australischen Tierpflegers, der im Victoria Zoo in Melbourne arbeitet und einen Live-Stream für eine kurze Tanzeinlage genutzt hat. Damit hat er vermutlich nicht nur zahllosen Menschen an ihren Computern eine kleine Freude bereitet, er ist auch in wenigen Tagen zum viralen Hit geworden.

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In dem Video, das jemand festgehalten und innerhalb der Online-Community Reddit geteilt hat, schlendert der Mann, er wird auf offiziellen Kanälen des Victoria-Zoos „Tierpfleger Adam“ genannt, ins Bild. Das zeigt eigentlich den Außenbereich des Giraffen-Geheges, denn der Victoria Zoo hat sich unter dem Hashtag #AnimalsAtHome der Idee vieler Zoos angeschlossen: Sie wollen Menschen auf der ganzen Welt, die derzeit zuhause bleiben, einen virtuellen Zoo-Besuch zu ermöglichen.

So gibt es in Melbourne eine Löwen-Kamera, eine Kamera für die neugeborenen Schnee-Leoparden, auch die Zebras und Pinguine haben ihre eigenen Youtube-Streams.

Ihnen allen stahl aber nun Adam die Show. Er nutzte dabei aus, dass die Giraffen-Kamera auch einen kleinen Versorgungsbereich mitaufzeichnet. Hier, vor einem mit Schilfmatten blickdicht behangen Zaun, zeigt ihn das Reddit-Video. Er trägt eine kurze graue Hose, ein kurzes graues Hemd, ein Mundschutz baumelt um seinem Hals und – das wichtigste Accessoire – ein Faltfächer steckt in seiner Hosentasche.

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“So viel Großartigkeit”

Adam schaut sich kurz um, dabei streift sein Blick auch die Kamera. Dann zieht er ruckartig seinen Fächer hervor und öffnet ihn: Der Fächer zeigt die Regenbogen-Flagge. Adam wedelt sich kurz Luft zu, dann beginnt er zu tanzen. Mittlerweile gibt es den eigentlich tonlosen Stream auch, dank einer Twitter-Nutzerin, mit Musik unterlegt.

Am Ende seiner Performance schaut Adam mit einem das-war-für-euch-da-draußen-Blick direkt in die Kamera, macht auf dem Absatz kehrt und verlässt mit seinem Versorgungswagen im Schlepptau den eingezäunten Platz. Bevor er das Tor schließt, wedelt er zum Abschied noch einmal mit seinem Fächer durch die Luft. Dann ist er verschwunden.

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Dafür hat er eine Menge digitalen Beifall erhalten, die Kommentare unter seinem Video klingen in etwa so: „Darauf hat er sein ganzes Leben gewartet.“ Oder: „Wir sollten ihn nicht in Gefangenschaft halten. Solche Geschöpfe müssen frei sein und durch die Straßen laufen und uns allen mehr von ihrer Großartigkeit zeigen. Die Welt braucht diese Großartigkeit gerade mehr denn je.“ Oder auch: „Ich glaube, das ist einfach sein tägliches Workout.“

Es war nicht sein letzter Auftritt

Und tatsächlich ist es nicht bei einem einmaligen Tanz geblieben, denn Adam hat die Aufmerksamkeit mittlerweile für eine zweite Show genutzt. Sie ist in den Kommentaren zu seinem ersten Video auf Facebook zu finden. Und, so viel darf vorweggenommen werden, seinen Auftritt hat Adam dramatisch verbessert.