Test: So schneiden Edeka und Rewe im direkten Vergleich ab

Stefica Budimir-Bekan
Freie Autorin

Es ist eine der großen Fragen des Alltags: Wo kauft man ein? Welcher Supermarkt ist der beste für die eigenen Bedürfnisse? Der bekannte TV-Koch Nelson Müller hat für das ZDF Edeka und Rewe verglichen – und ist zum Teil zu überraschenden Ergebnissen gekommen.

Supermarkt-Produkte in Hülle und Fülle. (Bild: Getty Images)

Für “ZDFzeit” waren Testkäufer in sechs unterschiedlichen Städten unterwegs – ihr Auftrag lautete, 26 Markenprodukte einzukaufen. Erstaunlich: In Hamburg und München kostete derselbe Einkauf bei Edeka sieben beziehungsweise sechs Euro mehr als bei Rewe.

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In den restlichen vier Städten (Leipzig, Düsseldorf, Mainz, Berlin) unterschieden sich die Preise kaum, Rewe war lediglich leicht günstiger.

Eigenmarken haben das selbe Basisrezept

Beide Ketten bieten in ihrem Sortiment Eigenmarken an. Das Basisrezept dafür sei “immer das gleiche”, erklärte einer, der es wissen muss, der “Bild”: Edmund Besecke ist Geschäftsführer der XOX Group, die beide Supermärkte mit selbst hergestellten Knabbereien beliefert.

Unterschiede seien bei der Qualität der Zutaten, dem Öl und den Gewürzen vorhanden. Und dabei punktet anscheinend Edeka. 50 Testesser probierten fünf verschiedene Snack-Produkte – nur bei einem davon hatte Rewe die Nase vorn.

Regional bedeutet nicht immer regional

Müller nahm sich auch den Regionalitäts-Anspruch der Ketten vor. Geschützt ist der Begriff “regional” nicht, und das führt zu Kritik. “Wenn man nur eine regionale Marke ins Regal stellt, kann man sagen: Meine Region ist Deutschland”, erklärte Britta Schautz von der Verbraucherzentrale Berlin. Sie spielte damit darauf an, dass bei Rewe alle Regio-Waren das selbe Etikett tragen und der Kunde damit nicht nachprüfen kann, woher genau aus Deutschland das Produkt kommt.

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Edeka dagegen unterteilt Deutschland in sieben Genossenschaftsgebiete. Trotzdem punktete Rewe im Vergleich, da dessen Regio-Produkte im Schnitt aus einem Umkreis von 118 Kilometern kommen, bei Edeka sind es dagegen 133 Kilometer.

“Für uns Verbraucher herrscht keine Klarheit”, kritisierte Müller. “Hier ist die Politik gefragt: mit einem Siegel, das Regionalität definiert. Dann wäre vieles einfacher.”

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