Teure Reise: Agentur verlangt 2000 Euro für 20 Minuten auf unbewohnter Insel

Die Insel "Rockall" liegt im Nordatlantik. Hier wurde sie während des Rekord-Versuchs von Nick Hancock im Jahr 2014 aus der Luft fotografiert. Viel gibt es auf der Insel nicht zu entdecken. Foto: gettyimages / Jeeves Torr

Die Reise ist bereits ausgebucht, alle 18 Plätze sind seit Februar belegt. Im kommenden Mai ist dann soweit: Eine britische Reiseagentur bietet zum ersten Mal eine Schifffahrt auf die entlegene Insel „Rockall“ an. Nur: Viel gibt es da nicht zu erleben.

Die britische Reiseagentur „Lupine Travel“ bietet zum ersten Mal einen Trip auf die unbewohnte Insel „Rockall“ an. Für umgerechnet knapp 2.000 Euro können Touristen eine Woche lang durch den Atlantik schippern, um am Ende Fuß zu setzen auf das steinige Eiland. Für den eigentlichen Aufenthalt dann veranschlagt die Reiseagentur aus Wigan jedoch nur 20 Minuten. Denn, so lässt sich der Veranstalter von der „Daily Mail“ zitieren: „Viel gibt es dort ja nicht zu tun.“ Zur Erklärung: Rockall, ein einsamer Steinklotz mitten in tiefem Blau, misst gerade 30 Meter in der Breite und 21 Meter in der Höhe. Dennoch sind alle 18 Plätze der exklusiven Reise, die für kommendes Jahr im Mai geplant ist, bereits seit Februar ausgebucht.

Die „alternative“ Reiseagentur, die ansonsten Ziele wie Tschernobyl oder Nordkorea im Portfolio hat, weiß anscheinend um die Wünsche ihrer Kunden. So hat sie für die Rockall-Tour einen Experten engagiert: Nick Hancock. Der hat im Jahr 2014 schon 43 Tage auf Rockall zugebracht. Allerdings ganz allein. Er wollte einerseits Geld für eine gute Sache sammeln und gleichzeitig einen Weltrekord ergattern. Was er geschafft hat, denn er verblieb drei Tage länger in der Einsamkeit, als je ein Mensch zuvor.

Zahlreiche Länder zanken sich um den Felsklotz

Was aber macht den kleinen Felsen so spannend, der sich laut „BBC“ 418 Kilometer westlich von Schottland befindet? Zunächst: Reiche Fischvorkommen, zudem wohl Gas- und Öl-Fördermöglichkeiten. Deshalb beansprucht zumindest das Vereinigte Königreich die Mini-Insel und ein Territorium von zwölf nautischen Seemeilen (22 Kilometer) drum herum. Doch auch Island und Dänemark haben ihren Hut in den Ring geworfen.

Die Republik von Irland hingegen glaubt nicht, dass Rockall – aufgrund seiner Abgeschiedenheit – überhaupt zu einem Land gehört. So sagte Leo Varadkar, der irische Regierungschef, jüngst: „Wir haben keinen Anspruch darauf und akzeptieren auch nicht, wenn ein anderes Land Anspruch erhebt.“ Dennoch kam es in der Vergangenheit immer wieder zu Disputen zwischen Fischerbooten unterschiedlicher Nationen, die dort ihre Netze auswarfen.

Was ist „the next big thing“?

Die geographische Lage und der Ressourcen-Reichtum machen die Insel nun geopolitisch interessant. Doch was könnten Touristen dort entdecken? Wenig – lautet die Antwort von James Finnerty, er hat die Reise initiiert: „Ich glaube, es geht unseren 18 Reisenden um das Abenteuer. Immerhin konnte mit uns zum ersten Mal überhaupt dieser Trip gebucht werden. Die meisten unserer Kunden haben schon einen Großteil der Welt bereist und suchen jetzt schlicht nach der nächsten großen Sache!“