Textilkunde: Was es mit Stoffen wie Baumwolle, Seide und Viskose auf sich hat

Was ist was? Nicht alle Textilien sind für jeden Hauttyp geeignet. (Bild: ddp Images)

Ob im Laden oder vor der Waschmaschine: Nicht selten fragen sich viele Menschen, worin der Unterschied zwischen Materialien wie Baumwolle, Seide, Viskose, Polyester und anderen Textilien besteht. Ist alles gleich gut für die Haut? Kann man alles zusammen in die Wäsche tun? Wie strapazierfähig sind diese Stoffe?

Baumwolle

Unter allen Stoffen ist die Baumwolle heutzutage die am meisten genutzte. Wer auf ein Pflege-Etikett schaut, sieht meist Angaben wie „100% Cotton“ oder „80% Cotton“. Die aus tropischen und subtropischen Gefilden stammende Baumwolle wird vorwiegend in Entwicklungsländern angebaut, Hauptproduzenten sind China und Indien.

Baumwolle ist deshalb so beliebt, weil sie gleich mehrere positive Eigenschaften mitbringt: Sie ist äußerst strapazierfähig, pflegeleicht und eignet sich wegen ihrer Hautfreundlichkeit auch für Allergiker. Allerdings hat der beliebte Stoff auch ein paar Nachteile: So verblassen die Farben in Baumwolltextilien schneller und das Material wärmt nur wenig.

Seide

Während Baumwolle pflanzlichen Ursprungs ist, handelt es sich bei Seide um eine tierische Faser. Sie wird aus dem Kokon des Seidenspinners gewonnen. Das überwiegend aus Protein bestehende Material ist die einzig natürliche Endlosfaser. Naturseide ist atmungsaktiv und wirkt temperaturausgleichend, sodass sie im Winter wärmt und im Sommer kühlt. Seide knittert zwar nicht, ist aber in der Reinigung recht anspruchsvoll: Nur im Schongang und mit maximal 30 Grad kann Seide in der Maschine gewaschen werden. Bei teuren und edlen Stücken sollte man über eine chemische Reinigung nachdenken.

Leinen

Wie Seide gehört Leinen zu den Naturtextilien, die temperaturausgleichend wirken. Wer schon mal im Sommer Leinenhosen getragen hat, wird bei heißem Wetter nur noch ungern kurze Hosen tragen. Der aus Flachs bestehende Stoff ist äußerst hautfreundlich und wird aufgrund seiner wärmeregulierenden Eigenschaften gerne als Bettwäsche genutzt. Leinen wirkt auf natürliche Art antibakteriell. Großer Nachteil ist allerdings, dass Leinen etliche Falten wirft und beim Waschen schnell eingeht.

Im Textil-Dickicht blickt man vor lauter Fachbegriffen oft nicht durch. (Bild: ddp Images)

Viskose

Sie wird aus der Zellulose verschiedener Baumarten wie Buche, Fichte oder Bambus gewonnen und ist unter allen Kunstfasern die natürlichste. Optisch ähnelt sie der Baumwolle und teilt auch etliche positive Eigenschaften mit ihr: Sie ist sowohl hautfreundlich, als auch für Allergiker geeignet. Allerdings ist Viskose nur mäßig strapazierfähig und kann beim Waschen schnell eingehen.

Modal

Reißfester und pflegeleichter als die Viskose ist eine andere Kunstfaser: Modal. Allerdings hat sie einen entscheidenden Nachteil: Modal besitzt keine temperaturausgleichenden Eigenschaften und wärmt nicht. Für chronisch unterkühlte Menschen ist dieses Material daher wenig geeignet.

Lyocell

Lyocell ist eine industriell hergestellte Naturfaser, die auch unter dem Namen Tencel bekannt ist. Produkte mit diesen Fasern können bei bis zu 60 Grad in der Maschine gewaschen werden und haben praktisch nur positive Eigenschaften: Sie sind atmungsaktiv, temperaturausgleichend, strapazierfähig, pflegeleicht und für Allergiker geeignet. Zudem ist Lyocell saugfähiger als Baumwolle.

Polyester

Die wohl bekannteste Kunstfaser ist Polyester. Besonders beliebt ist das synthetische Material nicht, da es nicht atmungsaktiv ist und daher schnell zu Schweißattacken führt. In der Pflege ist das Material dagegen extrem unkompliziert.

Elasthan

Bei Elasthan handelt es sich um eine Chemiefaser, die sehr elastisch ist. Meistens wird das Textil mit anderen Stoffen gemischt. Großer Nachteil: Elasthan ist nicht atmungsaktiv.