Theorie: Schreibt Starbucks Namen deshalb immer falsch?

Antonie Hänel
·Freie Autorin
·Lesedauer: 2 Min.

Schon seit längerem kursiert die Theorie, dass die oft falsch geschriebenen Namen auf Starbucks-Bechern nicht Schuld von schludrigen Baristas seien – sondern die von besonders cleveren Geschäftsführern.

Ob sie ihren Kaffee schon abfotografiert und gepostet hat? Wenn ihr Name falsch geschrieben wurde, wäre es sehr viel wahrscheinlicher. (Bild: Zhang Peng/LightRocket via Getty Images)
Ob sie ihr Getränk schon abfotografiert und gepostet hat? Wenn ihr Name falsch geschrieben wurde, wäre es sehr viel wahrscheinlicher. (Bild: Zhang Peng/LightRocket via Getty Images)

Wohl jeder hat schon mal in den sozialen Netzwerken das Foto eines Starbucks-Bechers gesehen, auf dem der Name eines Freundes oder einer Freundin grundfalsch geschrieben wurde, worüber sich dieser oder diese wahlweise genervt oder belustigt zeigt. Seit Jahren hält sich eine Theorie dazu wacker: Die falsch geschriebenen Namen seien Absicht - weil sie kostenlose Werbung für den Konzern generieren. 

Täglich werden Kaffeebecher mit falsch geschriebenen Namen gepostet

Die Seite "Brandwatch" hat die Erwähnungen von Starbucks bei Posts in den sozialen Medien ausgewertet und siehe da: Allein zwischen Juni und Juli 2017 wurden in den USA und Großbritannien rund 50 Tweets am Tag gepostet, in denen es um die Namen auf den Bechern ging – und jedes Mal war das Starbucks-Logo auf dem Foto zu sehen oder das Unternehmen wurde im Text genannt. Ein Blick auf Instagram und man sieht schnell: Das passiert immer noch regelmäßig. 

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Man kann nun davon ausgehen, dass die meisten eigentlich nicht vorhatten, ihren Kaffeebecher auf Instagram oder Twitter zu posten und es vor allem wegen des vermeintlichen Fauxpas gemacht haben. Und für einige ist es mittlerweile sogar zum Sport geworden, einmal den richtigen Name auf ihrem Becher stehen zu haben – womit jeder Starbucks-Besuch gepostet wird.

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Wenn es nach Starbucks geht, sollte das auch machbar sein. Ein Sprecher hatte sich schon 2016 einmal zu der "Verschwörungstheorie" geäußert und versichert, Starbucks würde seinen Mitarbeitern keine Anweisungen geben, die Namen der Kunden falsch zu schreiben. 

Gratis-Werbung für den Kaffeeriesen

So oder so: Es ist Gratis-Werbung für den Kaffeeriesen, die funktioniert. Niemand regt sich derart über einen falsch geschriebenen Namen auf, dass er die Kette meiden würde. Dafür werden mit jedem Post sehr viele Leute daran erinnert, dass es Starbucks gibt. Dabei springt dem Betrachter oft noch ein dampfender Kaffee oder ein verführerischer Muffin in Kombination mit dem grünen Sirenenlogo entgegen. 

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Clevere Strategie also, die höchstens zu Lasten der Außenwahrnehmung der Intelligenz von Starbucks-Mitarbeitern fällt. Aber wieso nicht einfach mal mit ihrer Kreativität spielen? In Zukunft könnten wir bei Starbucks nur noch sehr einfache Namen angeben wie Anna oder Ben. Mal sehen was sie daraus machen.

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