Therapie-Hunde statten Kindern virtuelle Besuche ab

Ann-Catherin Karg
Freie Journalistin

Für die Patienten in einem Kinderkrankenhaus in Los Angeles gibt es einen Termin, auf den sie sich wie verrückt freuen: Den Besuch der Therapie-Hunde. Mit wedelnden Schwänzen tapsen sie in die Zimmer, schauen die Kinder mit ihren treuen Augen an und lassen sich ausgiebig streicheln. Weil das wegen des Social Distancings aktuell nicht möglich ist, laufen die Treffen zurzeit etwas anders ab.

Ein virtueller Hundebesuch bringt Kinderaugen zum Leuchten. (Symbolbild: Getty Images)

Normalerweise sind am Children’s Hospital in Los Angeles 127 Hunde regelmäßig im Einsatz, um die kleinen Patienten und deren Familien in ihren Zimmern zu besuchen und aufzumuntern. Schmerzen und Ängste werden schnell vergessen, wenn die Vierbeiner erst einmal da sind und nicht genug bekommen können von den Streicheleinheiten, mit denen sie überhäuft werden. 

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Die Hunde werden per Video-Konferenz zugeschaltet

Diese Besuche hat die Corona-Pandemie mit dem Gebot des Social Distancings unmöglich gemacht. Doch das bedeutet noch lange nicht, dass die Kinder ganz auf den Kontakt mit ihren tierischen Freunden verzichten müssen. Die Organisatoren der Hunde-Therapie setzen auf dasselbe Mittel der Kommunikation, mit dem Menschen beruflich und privat gerade überall auf der Welt in Kontakt bleiben: Video-Konferenzen. 

”Kannst du ihn mal hinter den Ohren kraulen?“

Insgesamt 60 Hunde samt deren Besitzer verfügen bereits über das nötige Equipment, um den Kindern wenigstens virtuelle Besuche abstatten zu können. Kate Buhrmaster, die für die Hunde-Therapie zuständig ist, beschreibt in einem Blogpost, wie die Interaktion zwischen Mensch und Tier meist abläuft. Zuerst höre man freudige Aaahs und Ooohs beim Anblick der Hunde, bevor die Kinder begännen, den Besitzern Fragen zu stellen. Die Klassiker: ”Kannst du ihn mal hinter den Ohren kraulen“ oder ”Kannst du ihn bitte für mich am Bauch streicheln?“. Und auch, wenn die Kinder das flauschige Fell nicht selbst berühren könnten, freuten sie sich über die entspannten und glücklichen Hundegesichter auf dem Bildschirm. 

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Die Botschaft: Wir stehen das zusammen durch

Ein besonderes Highlight sind die sogenannten ”Paws and Relax“-Meetings, die ein Mal in der Woche stattfinden und bei denen bis zu acht Hunde gleichzeitig zugeschaltet werden, um einem Patienten den Tag zu verschönern. Für die Organisatorin Buhrmaster ist klar, dass für die kranken Kinder, die momentan noch mehr Ängste haben als ohnehin schon, Botschaften wie die folgende wichtig und notwendig sind: ”Wir vernetzen uns, atmen tief durch und werden uns bewusst, dass wir alle im selben Boot sitzen, auch, wenn wir uns auf der anderen Seite des Computerbildschirms befinden.“

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