Thomas Tuchel jongliert bei Paris Saint-Germain mit Problem-Profis

Ben Barthmann
freier Sportjournalist

Thomas Tuchel steht bei Paris Saint-Germain eine außergewöhnliche Ansammlung von Stars zur Verfügung. Doch der Trainer muss sich insbesondere mit deren Undiszipliniertheiten herumschlagen.

Thomas Tuchel hat bei Paris Saint-Germain alle Hände voll zu tun. (Bild: Getty Images)

Es könnte alles so einfach sein. PSG hat, spätestens mit der Verpflichtung von Mauro Icardi, eine irre Offensive zusammengestellt. Neymar, Kylian Mbappé, Edinson Cavani, Ángel di Maria und eben Icardi: Die Abteilung Attacke hat weltweit in Sachen Qualität und Quantität kaum mehr Konkurrenz.

In den letzten Monaten wurde aber eines immer wieder deutlich. Das Potenzial der PSG-Stars lässt sich nicht einfach aufaddieren. Vielmehr wagt Trainer Tuchel, einst in Mainz und Dortmund tätig, jeden Tag aufs neue einen schweren Seiltanz.

Der deutsche Coach war im ersten Jahr als PSG-Trainer schon mehr Dompteur als Übungsleiter. Der Verlauf der Dinge dürfte ihm die ohnehin schon hochkomplizierte Aufgabe alles andere als erleichtert haben.

Neymar wollte Paris Saint-Germain unbedingt verlassen. (Bild: Getty Images)

Neymar und Kylian Mbappé: In Paris gegen ihren Willen

Da wäre in erster Linie die schwere Beziehung zu Neymar. Der Brasilianer fehlte im letzten Jahr lange verletzt, dann kamen plötzlich Gerüchte um eine Rückkehr zum FC Barcelona auf. Zwar sprach sich der Spieler öffentlich nicht aus, die Zeichen aber waren deutlich: Er wollte PSG mit aller Macht verlassen.

Letztlich soll Neymar sogar 20 Millionen Euro aus eigener Tasche geboten haben, um seinen Vertrag bei den Franzosen möglichst bald auflösen zu können. Er wurde aber zum Verbleib gezwungen. Wie es weitergeht, steht in den Sternen. PSG bat die eigenen Ultras bereits darum, die Bemühungen der Eingliederung zu unterstützen.

Ähnlich wie Neymar erging es Mbappé. Der junge Franzose flirtete intensiv mit Real Madrid und äußerte sogar öffentlich seine Wechselgedanken. Auch in seinem Fall schob PSG einen Riegel vor. Das dürfte aber nicht bedeuten, dass das Interesse aus Spanien abklingt.

Edinson Cavani rückt bei Paris Saint-Germain oft in den Hintergrund. (Bild: Getty Images)

Edinson Cavani und Ángel Di Maria: Die Rebelle aus zweiter Reihe

Cavani und Di Maria plagt derweil ein anderes Problem. Beide wären wohl in jedem anderen Klub unter den größten Stars ihrer Mannschaft. Doch in Paris werden der Uruguayer und der Argentinier im Vergleich zu Neymar oder Mbappé oftmals nur als Spieler zweiter Klasse angesehen.

Das sorgt für manchen Zwist innerhalb der Mannschaft. Wenige Wochen nach dem Wechsel Neymars nach Paris stritt sich der Brasilianer mit Cavani um die Ausführung eines Elfmeters.

Ähnlich ereignete sich in der vergangenen Saison zwischen Mbappé und Di Maria. Der Argentinier wollte schießen, doch sein Teamkollege schnappte ihm den Ball vor der Nase weg. Das traurige Ergebnis: Di Maria verpasste seinen Hattrick und Mbappe verschoss den Strafstoß.


Mauro Icardi und Freundin Wanda Nara sind das neue Glamour-Paar in Paris. (Bild: Getty Images)

Mauro Icardi: Zusätzliche Extravaganz von Inter Mailand

Am letzten Transfertag sicherte sich PSG obendrein die Dienste von Icardi. Auch der Argentinier ist potenziell einer der besten Stürmer der Welt, konnte das zuletzt aber immer seltener unter Beweis stellen. Mit Ex-Klub Inter Mailand lag er für lange Zeit in der abgelaufenen Saison im Clinch.

Vertragsgespräche zwischen Spieler und Verein führten so weit, dass Icardi erst das Kapitänsamt und schließlich auch noch der Kaderplatz abgenommen wurde. Zwar rauften sich Icardi und Inter zum Ende der Saison wieder zusammen, die verbrannte Erde konnte aber nicht mehr kaschiert werden.

Mannschaftsintern soll es zu Streitigkeiten mit anderen Spielern gekommen sein. Immer wieder Thema: Icardis Frau Wanda Nara. Das aufbrausende Model ließ keine Möglichkeit aus, sich in den italienischen Medien zu äußern und zoffte sich öffentlich mit Icardis Schwester. Diese warf Nara vor, die Karriere ihres Bruders zu ruinieren.

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