TikTok-Trend Chlorophyll: Was kann der gehypte Pflanzenstoff wirklich?

Hannah Klaiber
·Freie Journalistin
·Lesedauer: 3 Min.

Eine reinere Haut, ein besseres Wohlbefinden und stärkere Fingernägel: Viele TikTok-Nutzer schwärmen von Chlorophyll. Woraus besteht die Trend-Substanz und kann die Wirksamkeit auch wissenschaftlich untermauert werden? Alle Antworten zu dem grünen Wundermittel.

In grünen Smoothies steckt jede Menge Chlorophyll. (Bild: Getty Images)
In grünen Smoothies steckt jede Menge Chlorophyll. (Bild: Getty Images)
  • Chlorophyll ist ein natürlicher Pflanzenstoff, der beispielsweise in Grünkohl steckt

  • Studien belegen: Chlorophyll kann bei unreiner Haut helfen und gesundheitliche Vorteile bringen

  • Die DGE warnt vor hochdosierten Chlorophyll-Tabletten oder Tropfen

Was ist Chlorophyll?

Chlorophyll steckt in grünem Gemüse und Kräutern wie Grünkohl, Spinat, Gurke, Erbsen, Petersilie und Brokkoli. Der Stoff ist für die Farbgebung verantwortlich und fördert das Pflanzenwachstum, indem es die Photosynthese unterstützt.

Chlorophyll: Wie wirkt sich der Pflanzenstoff auf den Körper aus?

Als sekundärer Pflanzenstoff hilft Chlorophyll dem Körper bei der Aufnahme von Eisen und wirkt antioxidativ. Derzeit beschäftigt der bislang etwas vernachlässigte Stoff auch die Forschung: So experimentiert beispielsweise das Universitätsklinikum Erlangen mit Chlorophyll im Zusammenhang mit der Darmkrebsprävention.

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Gegenüber "br.de" sagte die Ernährungsmedizinerin Prof. Dr. med. Yurdagül Zopf vom Universitätsklinikum Erlangen: "Fakt ist, dass Chlorophyll, wie so viele andere Pflanzenstoffe, wichtig für uns sein und einen gesundheitlichen Vorteil bringen kann. Pflanzenstoffe können nachweislich die Entzündungsreaktion im Körper senken, Radikale abfangen. Aber es ist auch so, dass wahrscheinlich eher der Zusammenschluss von verschiedensten Faktoren den besten Effekt hat."

Studien belegen: So gesund ist grünes Gemüse

Auch andere Wissenschaftler haben sich mit den Auswirkungen von grünem Gemüse und dem darin steckenden Chlorophyll beschäftigt: Eine von der Universität von Chicago im Jahre 2015 veröffentlichte Studie legt nahe, dass grünes Gemüse dabei helfen kann, Demenz vorzubeugen. Eine andere Studie, die 2010 im "British Medical Journal" veröffentlicht wurde, kommt zu dem Schluss, dass schon eineinhalb Portionen grünes Blattgemüse pro Tag das Risiko von Diabetes Typ 2 um 14 Prozent verringern können. Laut der "Deutschen Gesellschaft für Ernährung" (DGE) bestärken die Ergebnisse diverser neuer Studien, dass sekundäre Pflanzenstoffe das Risiko für die Entstehung verschiedener Krankheiten senken können.

Chlorophyll: Ein gutes Mittel bei unreiner Haut?

Im "Journal of Drugs in Dermatology" wurde 2015 eine Studie veröffentlicht, die sich konkret mit der Auswirkung von Chlorophyll auf die Haut beschäftigt: Demnach konnte bei Hautwunden eine Verringerung von Entzündungen sowie von Bakterien bestätigt werden. Zudem hat Chlorophyll laut der Pilotstudie eine gute Wirkung bei Menschen mit Akne und großen Poren gezeigt.

Von hochdosierten Chlorophyll-Tropfen oder -Tabletten solltest du die Finger lassen. (Bild: Getty Images)
Von hochdosierten Chlorophyll-Tropfen oder -Tabletten solltest du die Finger lassen. (Bild: Getty Images)

Chlorophyll – ja! Tabletten oder Tropfen? Nein!

Viele TikTok-Nutzer schwören derzeit auf hochdosierte Chlorophyll-Tabletten oder -Tropfen. Laut DGE solltest du von diesen Nahrungsergänzungsmitteln aber besser die Finger lassen. Denn: Präparate mit Algen wie Chlorella oder Spirulina können sogar schaden, warnt die Verbraucherzentrale. Denn sie könnten mit Schadstoffen verunreinigt sein. Wie bei jeder isolierten, künstlichen Nährstoffzufuhr besteht zudem die Gefahr einer Überdosierung.

Greife zu natürlichen Chlorophyll-Lieferanten – mit grünen Lebensmitteln!

Wenn du gerne mehr Chlorophyll konsumieren möchtest, gibt es eine wesentlich gesündere und günstigere Möglichkeit: Greife einfach öfter zu grünem Gemüse! Grünkohl beispielsweise ist eine wahre Chlorophyll-Bombe – in 100g Grünkohl stecken 230mg Chlorophyll. Danach folgen Petersilie (212mg), Spinat (115mg) und Broccoli (32mg).

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