Til kanns nicht lassen: Schweiger postet AKK als Putzfrau

Til Schweiger glänzt nicht immer mit qualifizierten Diskussionsbeiträgen (Bild: Franziska Krug/Getty Images)

So schnell, wie er schießt, sollte Til Schweiger vielleicht lieber Western drehen. Jetzt postete der Kinostar eine Fotomontage, auf der er die just ernannte Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) verhöhnt.

Als hätte es die Regierungszeit von Angela Merkel nicht gegeben, scheint sich die Kritik an der neuen Verteidigungsministerin und designierten Merkel-Nachfolgerin Annegret Kramp-Karrenbauer in erster Linie auf ihr Geschlecht und äußeres Erscheinungsbild zu fokussieren. Ungefragt mal wieder ganz vorne dabei: Blockbusterproduzent Til Schweiger.

Er postete aus dem Urlaub auf Mallorca eine Fotomontage auf seinem Instagram-Account, auf der die drei Verteidigungsminister von Russland, den USA und Deutschland zu sehen sind. Die Amtskollegen Mark Esper und Sergei Kuschugetowitsch Schoigu sind darauf seriös und in Anzug und Uniform zu sehen. Kramp-Karrenbauer (56) dagegen hampelt als Putzfrau verkleidet albern herum. Nun ist das Foto nicht etwa im Deutschen Bundestag entstanden, sondern bei einer Karnevalssitzung im Februar diesen Jahres im Saarland, wo die CDU-Politikerin als “Putzfrau Gretel” auftrat.

Sie dafür als unqualifiziert darzustellen, grenzt schon an Boshaftigkeit. Es passt aber ins Bewertungssystem des Schauspielers, sich bei AKK auf Oberflächlichkeiten zu konzentrieren. Auch Angela Merkel hatte vor allem in den Anfangsjahren ihrer Politikkarriere oft damit zu kämpfen, nicht auf ihre Outfits, Figur oder Haarfrisur reduziert zu werden. Es scheint so, als habe sich das Bild davon, wie ein Politiker auszusehen hat, in den vergangenen 20 Jahren bei manchen kaum verändert.

Talkshow-Provokateur Schweiger

Schweiger (55) war schon des öfteren mit relativ unqualifizierten Kommentaren zu politischen Themen aufgefallen. Durch seine provokativen Aussagen war der Schauspieler und Regisseur (“Honig im Kopf”) gern gesehener Gast in diversen Fernsehtalkshows, wo er sich sehr deutlich positioniert - aber eben auch oft über das Ziel hinaus schießt. Wie zum Beispiel, als er in der Sendung von Sandra Maischberger forderte, notfalls die Verfassung zu ändern, um den gegen Ausländer hetzenden Mob auf der Straße wegsperren zu können.

Auch zu Sexismus hat Schweiger natürlich eine Meinung, auch wenn er selbst gerne mal mit heftigen Beleidigungen gegen Gesprächspartner austeilt. In einem “Stern”-Interview aus dem vergangenen Jahr wurde Schweiger unter anderem zur MeToo-Debatte befragt und bezeichnete Situationen, in denen Männer ihre Machtposition in dieser Form ausnutzten als: "Absolut widerlich und erschütternd!"

Dass allerdings auch ein Instagram-Account wie sein eigener mit fast 300.000 Abonnenten durchaus eine Machtposition darstellt, scheint den Schauspieler nicht zu stören. Zumindest er selbst fand seinen Post urkomisch, mit “epic” und acht Smileys kommentierte er seinen Insta-Geniestreich.

Normalerweise sieht auch Kramp-Karrenbauer bei der Ausübung ihrer Tätigkeit eher seriös aus, wie hier bei einer Militärzeremonie in Berlin am 17. Juli. (Photo by Omer Messinger/Getty Images)

Schweiger hat ein gelinde gesagt kompliziertes Verhältnis zur deutschen Medienlandschaft. Oft fühlt er sich und seine kommerziell erfolgreichen Filme unberechtigter Kritik ausgesetzt. Meistens verweigerte er in den vergangenen Jahren Interviews mit Kinojournalisten komplett. Zuletzt trug er dafür einen Streit mit seinem ehemaligen Kumpel Jan Ulrich im Rampenlicht der Medien aus.

Schweiger war übrigens selbst einst in den Neunzigern berühmt geworden als trotteliger Schönling in “Manta Manta” und als nackt auf einem Tisch sitzender Gorilla in der Hit-Komödie “Der bewegte Mann”. Darauf möchte er seltsamerweise in seinem Schaffen aber lieber nicht reduziert werden. AKK jedenfalls zeigte Größe und postete kein Foto von Schweiger im Adamskostüm auf dem Couchtisch als Replik.