Tipps und Tricks: So laden Sie Ihr Handy richtig auf!

Willy Flemmer
Freier Autor für Yahoo

Ist der Handy-Akku leer, dann lade ich ihn eben wieder auf. Das Smartphone mit der Steckdose verbinden und warten, bis der Akku wieder voll ist. Nichts einfacher als dieses Kinderspiel. Denkste! Beim Akku-Aufladen kann man in so manche Falle tappen. Wir zeigen die größten Fehler, die man beim Handyladen machen kann, und wie man die vermeidet.

Kein Kinderspiel: Akku leer! Was nun? (Bild: Getty Images)

Handy nicht vollständig ent- und aufladen

Das ist der am häufigste vorkommende Fehler beim Aufladen eines Handy-Akkus: Das Smartphone wird so lange genutzt, bis der Akku leer ist. Anschließend wird das Gerät ans Netzteil geschlossen und wieder vollständig aufgeladen. Weder das eine noch das andere ist zu empfehlen. Warum? Die meisten aktuellen Handys sind mit einem Lithium-Ionen-Akku ausgestattet, und dessen Elektroden reagieren sowohl auf eine vollständige Aufladung wie eine vollständige Entladung empfindlich. Sie werden durch das eine wie das andere stark beansprucht. Und das kann zur Verminderung von Lebensdauer und Leistung des Akkus führen.

Optimale Ladekapazität: weder voll noch leer

Laut Expertenmeinung halten die Lithium-Ionen-Akkus am längsten, wenn man sie auf einem Energieniveau zwischen 65 und 75 Prozent belässt. Da diese Werte doch eher unrealistisch, weil unpraktisch sind, gelten die Grenzbereiche 30 und 80 Prozent als empfehlenswert.

Nicht über Nacht laden

Da die meisten Handy-Besitzer nicht wissen, dass eine vollstündige Aufladung des Akkus diesem Schaden zufügen kann, schließen sie ihr Gerät schon mal über Nacht ans Netzteil. Das hat zur Folge, dass sich der Akku stundenlang auf hundertprozentigem Ladeniveau befindet. Das ist unter anderem aus folgendem Grund schlecht für den Energieträger: Hat der Akku beim Aufladen die volle Kapazität erreicht, wird der Ladevorgang unterbrochen und erst wieder fortgesetzt, wenn die Energie ein bestimmtes Niveau unterschritten hat. Dieser Vorgang beansprucht den Akku stark.

Das Handy sollte nicht in der Nacht aufgeladen werden. Das schadet dem Akku. (Bild: Getty Images)

Handy beim Laden ausschalten

Die Dauer einer Akku-Aufladung variiert je nach Prozessortyp- und Art des Ladekabels (USB-C, Micro-USB usw.). Aber auch unabhängig davon kann man die Ladegeschwindigkeit optimieren. Als Faustregel gilt: Je geringer der Energieverbrauch während des Ladeprozesses ist, umso schneller lässt sich der Akku-Speicher füllen. Das heißt, das Handy sollte während des Ladens nicht benutzt werden. Selbst bei ausgeschaltetem Display ist die Ladezeit nicht optimal, da im Hintergrund diverse stromfressende Prozesse ausgeführt werden. Am besten, man schaltet das Handy beim Laden komplett ab oder aktiviert wenigsten den Flugzeugmodus.

Akku-Training vermeiden

Für Nutzer von Handys der ersten Generation war immer klar: Die Akkus von neuen Handys sollten mehrmals vollständig aufgeladen und genauso oft komplett entladen werden. Auf diese Weise werde eine optimale Leistungsfähigkeit des Akkus erreicht, hieß es seitens der Hersteller. Dieses Akku-Training ist heute Schnee von gestern. Es betraf Akkus der Generationen Nickel Cadmium und Nickel-Metallhydrid. Auf die aktuellen Lithium-Ionen-Batterien wirkt sich dieses Vorgehen nicht nur nicht vorteilhaft, sondern sogar negativ auf Leistung und Lebensdauer aus.

Richtige Nutzungstemperatur

Mit Akkus verhält es sich wie mit Menschen. Sie mögen es weder zu kalt noch zu heiß. Daher sollten sich Handys weder bei einer Umgebungstemperatur von unter 10 °C noch bei über 35 °C allzu lange im Betriebsmodus befinden. Beides schadet dem Akku.

Pflege und Lagerung

Wenn es um Pflege und Lagerung geht, dann ist Kälte durchaus gut für den Handy-Akku. Ist ein Nutzer beispielsweise im Besitz eines Wechsel-Akkus, dann sollte er den nicht genutzten Energiespeicher am besten in der kühlen Umgebungstemperatur etwa eines Kühlschranks lagern. Das schont den Akku und verlängert seine Lebensdauer. Wohlgemerkt: Kühlschrank und nicht Tiefkühlfach. Denn eine Lagerung unter 0 °C hat den gegenteiligen Effekt. Die Leistung des Akkus nimmt mit der Zeit ab. Außerdem raten Experten, den Akku etwa halb aufgeladen kühl zu lagern.

Schöne neue Welt: Das Handy einfach auf die Ladestation legen, schon wird es aufgeladen. (Bild: Getty Images)

Bedingte Schnellladefunktion

Viele Hersteller locken die Kunden mit dem Versprechen, Smartphone-Akkus mittels Schnellladefunktionen besonders schnell aufzuladen. Weniger als 30 Minuten, um einen Handybatterie halbvoll zu kriegen, ist längst Standard. Generell gilt: Die Ladegeschwindigkeit ist eine bedingte Größe. Sie hängt – wie oben schon erwähnt – vom Typ des Prozessors und des Ladekabels ab. Und: Die Ladezeit ist abhängig vom Energieniveau des Akkus. Der Akku lädt umso schneller, je leerer er ist. Und umgekehrt: Je voller der Energiespeicher ist, umso länger dauert der Ladeprozess.

Die Makel des kabellosen Ladens

Das kabellose Laden ist das neue Schwarz. Es ist erstens praktisch, weil damit der lästige Kabelsalat entfällt. Und es ist unkompliziert. Das Handy einfach auf den Ladestation legen und gut ist. Was die Hersteller bei der Vermarktung dieser Technologie gerne verschweigen und die Nutzer also wissen sollten: Das so genannte induktive Laden birgt auch so manchen Nachteil. Zum Beispiel ist das kabellose Laden nicht so effektiv wie das kabelgebundene, da ein großer Teil der Energiezufuhr zwischen Ladestation und Akku verloren geht. Das und die geringe elektrische Stromstärke von induktiven Ladestationen haben zweitens eine längere Ladezeit zur Folge.