Touristin besucht beliebte Instagram-Location - was sie dort vorfindet, schockiert

Siobhán Mac Court buchte bei ihrem letzten Urlaub eine Reise, um einen auf Instagram enorm beliebten Ort in Indonesien zu besichtigen. Da hatte sie noch keine Ahnung, wie entsetzt sie von der Realität dort sein würde.

Die 30-jährige Irin nahm die Fähre von Bali nach Nusa Penida, eine Insel 45 Minuten südöstlich von Denpasar. Dort wollte sie eine Reihe von malerischen Orten besichtigen, die viele von uns schon einmal auf Instagram gesehen haben.

Siobhán Mac Court deckte die Realität hinter einigen der beliebtesten Instagram-Locations in Indonesien auf. Foto: Privat

Eigentlich wollte sie ihre Instagram-Seite mit beneidenswerten Aufnahmen von einer paradiesischen Insel füllen. Aber sie war über den Zustand der angeblichen Top-Location einfach nur entsetzt, denn hier türmten sich Berge von Müll. Und die schockierte Siobhán hielt alles mit ihrer Kamera fest.

„Ich habe mich von Bildern und Bewertungen online noch nie so irregeführt oder hintergangen gefühlt“, erzählte Siobhán Yahoo, nachdem sie Kelingking Beach, Broken Beach, Angel’s Billabong und Crystal Bay besichtigt hatte.

„Was man bei der Mehrheit der Online-Bewertungen und auf allen Bildern im Internet nicht sieht, sind die Müllberge, die überall auf dieser Insel herumliegen, sowie die endlos langen Menschenschlangen überall dort, wo man einen Ausblick genießen könnte.“

„Ich war wirklich entsetzt über die Menge an Müll. Ich sah eine Kuh, die bis zu den Schienbeinen in Plastikflaschen und Verpackungen stand. Ich sah eine hochträchtige Sau, die sich im Schlamm suhlte, um sich abzukühlen. Aber bei genauerem Hinsehen erkannte ich, dass auch sie sich in Plastikflaschen und Bechern suhlte.“

Statt die Insel alleine mit einem Motorrad zu erkunden, beschloss Siobhán, eine Bus-Tour zu machen. Sie behauptet, sie wäre „wie ein Stück Vieh von einem Instagram-Ort zum nächsten getrieben“ worden.

„Da waren so viele Leute. Ich mag keine geführten Touren oder alles Touristische. Wir mussten jemanden bezahlen, der uns herumfährt, weil die Straßen für unser Motorrad zu schlecht waren, aber das war wirklich verrückt“, sagte sie.

Sie war bei der Besichtigung einiger der Top-Sehenswürdigkeiten von den Plastikbergen angeekelt. Foto: Privat

Abgesehen vom Müll beschreibt Siobhán die Leute auf der scheinbar so ruhigen Insel als „irre“ – sie hätten „gedrängelt“, um an jedem Ort ein Foto machen zu können.

„An jedem Punkt waren hunderte von Leuten und am Kelingking Beach gab es nur eine chaotische Schlange mit hunderten von Leuten, um nach unten zu steigen“, sagte Siobhán über eine der beliebtesten Locations auf der ganzen Insel.

„Ich genoss den Ausblick für weniger als eine Minute, würde ich sagen – wenn überhaupt, vielleicht waren es nur 30 Sekunden. Unser Fahrer sagte mir, ich könne nicht hinunter an den Strand gehen, weil das mit Rückweg wegen der Menschenmassen zwei Stunden dauern würde und der Fahrer nicht auf uns warten wollte.“

„Gott bewahre, wenn man sich hinsetzen und tatsächlich die Aussicht genießen möchte.“

Siobhán sagt, wegen dieser Erfahrung zweifele sie seitdem an der Authentizität von Fotos, die Reisende von dem touristischen Hotspot posten. Foto: Privat

Siobhán machte sich nicht einmal die Mühe, am berühmten Angel’s Billabong Fotos zu machen. Dort waren nämlich so viele Leute, die ebenfalls versuchten, zu fotografieren, dass kein Zentimeter Platz für ein eigenes Foto blieb.

„Die Fotos, die die Leute von der Insel posten, grenzen an Betrug. Sie zeigen nicht, wie hunderte von Leuten nur darauf warten, dass man verschwindet, damit sie ihre „friedlich stille“ Aufnahme machen können. Auch der Schmutz und die Tatsache, dass man überall bezahlen muss, um diese Orte zu sehen, werden nicht gezeigt“, sagte Siobhán.

Siobhán gibt zu, dass auch sie auf Reisen gerne Erinnerungsfotos macht und über 20.000 Fotos in ihrer iCloud hat. Allerdings versuche sie immer, ein wahres Abbild ihres Erlebnisses auf Instagram zu posten – doch damit glaubt sich sich ziemlich allein.

Wo immer sie hinblickte, lag Müll am Straßenrand. Foto: Privat

Die Krönung des Tages war dann noch der Weg zurück ins Boot. Siobhán sagte, sie hätte durch „absterbende Korallen“ waten müssen, die „vom Tourismus völlig zerstört waren“.

„Diese Insel ist nicht auf die Menschenströme vorbereitet, die hierherkommen und es wäre ein großes Umdenken nötig, bevor das Ökosystem und die ganze Schönheit völlig zerstört sind“, sagte Siobhán.

„Andere sehen es vielleicht nicht so, aber das ist einfach meine ehrliche Meinung.“

Sarah Carty