Transphober Angriff in Bar löst Proteste in den USA aus

Auf dem viralen Video ist zu sehen, wie die Ordner die Transfrauen gewaltsam aus der Bar schmeißen. (Screenshot: Facebook)

Khloe Perez-Rios wollte nach dem “DTLA Proud Festival” mit Freundinnen in der Bar “Las Perlas” in Los Angeles feiern. Doch für die Transfrauen endete der Abend mit Beleidigungen, Attacken und einem Rausschmiss.

Ein Paar am Nachbartisch begann plötzlich, die Gruppe mit transfeindlichen Anfeindungen zu beschimpfen, berichtete Perez-Rios gegenüber Buzzfeed. Auf Spanisch hätten die anderen Kunden sie ”Schwuchteln” genannte und ihnen Gewalt angedroht. “Sie sagten: ‘Wir kommen zurück und bringen euch um’”, erzählt Perez-Rios, die, wie auch die anderen Mitglieder ihrer Gruppe, in Los Angeles für eine NGO namens “Bienestar Human Services” arbeitet, die sich für Transgender-Rechte einsetzt.

Der Mann schlug dann auf Jennifer Bianchi, eine der Kolleginnen von Perez-Rios ein. “Wir haben uns um sie herum gestellt, um sie zu schützen,” so die Sozialarbeiterin. Das Paar sei stark angetrunken gewesen und immer aggressiver geworden. In dem Video, das virale Wellen in den ganzen USA geschlagen hat, ist zu sehen, wie die Türsteher der Bar nicht nur nicht schützend eingreifen, sondern die Frauen mitsamt ihren Angreifern aus der Bar schmeißen. Dabei gehen sie ziemlich rabiat vor und zerren die eigentlichen Opfer der Attacke mit Gewalt vor die Tür. Als die Polizei schließlich ankam, hatte sich das aggressive Paar schon abgesetzt.

LAPD-Sprecher Drake Madison sagte in einem Statement zu dem Vorfall: “Der Verdächtige drohte dann draußen vor der Bar damit, zurück zu kommen und den Manager sowie die Transgender-Personen zu erschießen.” Der Angriff wird auch deshalb unter dem Vorwurf eines “Hate Crimes” untersucht, auf das in den USA besonders schwere Strafen stehen. Der Vorfall schlug dermaßen hohe Wellen, dass sich auch Eric Garcetti, der Bürgermeister von Los Angeles, per Tweet einschaltete. Garcetti sprach sich gegen jede Art von Diskriminierung aus und versprach eine vollständige Aufklärung des Vorfalls durch die Polizei.

Nachdem das Video viral wurde, entstand schnell der Hashtag "#BoycottLasPerlas." Der Barbesitzer Cedd Moses versuchte auf der Facebookseite des “Las Perlas” den ganzen Vorfall als “Eskalation einer verbalen Auseinandersetzung” herunterzuspielen. Doch Unterstützer machten ihrem Unmut Luft und protestierten am vergangenen Samstag lautstark vor dem “Las Perlas”.

Moses scheint zumindest aus dem Fehlverhalten seiner Sicherheitsleute gelernt zu haben. Der Barbesitzer versprach nicht nur, die Einnahmen des Wochenendes an die NGO “Bienestar Human Services” zu spenden. Zudem soll auch neues Personal eingestellt werden und mit allen Angestellten Sensibilitäts-Trainings durchgeführt werden, um ähnliche Vorfälle in Zukunft auszuschließen.

Der Angriff ist keineswegs ein Einzelfall, was auch die heftige Reaktion der Community erklärt. Trans-Personen sehen sich in den USA tagtäglichen Anfeindungen ausgesetzt, oft bleibt es nicht bei Beleidigungen. Alleine in diesem Jahr sind bereits 16 Trans-Personen in den USA gewalttätig ums Leben gekommen, besonders gefährdet sind nicht-weiße Transfrauen. Perez-Rios kennt die Statistiken allzu genau aus ihrer Arbeit: “Es ist für Transfrauen immer erschreckend, in der Öffentlichkeit attackiert zu werden. Man kann sich nie sicher sein, ob diese Person einfach nur fies ist oder einen auch körperlich verletzen wird.”

Der Angriff in der Bar sei das erste Mal für sie gewesen, dass sie sich gefühlt habe, als könne eine von ihnen “zu einer weiteren Transfrau werden, die in diesem Land umgebracht wurde”, so Perez-Rios. Die Politik der Trump-Regierung sorgt zudem dafür, dass auch auf legaler Ebene die Rechte von Transmenschen beschnitten werden. Der bisher radikalste Vorstoß kam in der vergangenen Woche mit einem Gesetzesvorschlag, der es Unternehmen erlauben würde, Angestellte allein deshalb zu entlassen, weil sie Transgender sind.