Trinken Menschen weniger, wenn sie früh anfangen?

Hier und da mal am Bier des Vaters zu nippen, kann ja nicht schaden, oder? Viele Eltern glauben, es sei eine gute Idee, die Kinder in jungen Jahren schon an Alkohol zu gewöhnen, um später übermäßiges Trinken zu verhindern. Aber Experten warnen jetzt davor, dass häufig genau das Gegenteil eintritt.

Der Gedanke dahinter scheint Sinn zu machen – bekommt das Kind schon früh das ein oder andere Glas zu trinken, ist es später nichts Besonderes mehr und es muss weniger "ausgetestet" werden. Auch gehen viele Menschen davon aus, sie könnten dem Nachwuchs so verantwortliches Trinken beibringen, da sie selbst anwesend sind.

Diese Theorie bringt einige Eltern dazu, ihren Kindern schon vor dem 15. Lebensjahr Alkohol anzubieten. Da sie selbst so aufgewachsen sind, glauben sie an die Wirksamkeit dieses Handeln. Aber Experten warnen davor, dass Alkoholkonsum in so jungen Jahren bleibende Schäden hinterlassen kann. Es behindert was physische Wachstum und kann mentale Folgen haben, da man mit 15 Jahren noch nicht voll entwickelt ist. Selbst das Trinken vor dem 18. Lebensjahr wird noch als gefährlich angesehen. 

Abgesehen von den direkten, negativen Auswirkungen auf die Gesundheit des Kindes – was ist mit den späteren Trinkgewohnheiten? Eine Studie beobachtete das Verhalten von rund 2.000 Kindern und ihren Eltern. Es wurde untersucht, wie Kinder reagieren, die schon im jungen Alter von ihren Eltern an Alkohol herangeführt worden waren.

Das Ergebnis zeigt, dass Kinder mit frühem Kontakt zu Alkohol sogar eher zu übermäßigem Konsum neigen, wenn sie älter sind. Es tritt also genau das Gegenteil ein von dem, was die Eltern mit dem wohlgemeinten Verhalten beabsichtigten. 

Also dann doch: Finger weg vom Alkohol, bis es wirklich legal ist, und dann auch bitte nur in Maßen genießen.