Trinken ohne Kater - in drei Jahren könnte es so weit sein

Antonie Hänel
Freie Autorin

Trinken ohne die üblen Nebenwirkungen am Morgen danach - das könnte bald möglich sein: Seit Langem erforscht ein Professor ein Molekül, das einen Alkoholrausch auslöst, ohne gesundheitsschädlich zu sein. Was dahinter steckt.

Alkohol ja, aber bitte ohne Kopfschmerzen (Symbolbild: Getty Images)

Rausch ohne Reue? Der britische Psychiater und Wissenschaftler David Nutt arbeitet seit über einem Jahrzehnt daran, der Menschheit diesen Wunsch zu erfüllen. Das Ziel rückt immer näher: Alcarelle heißt der Stoff, der betrunken machen soll, ohne dem Körper zu schaden.

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Der synthetische Alkohol-Ersatz verursacht die positiven Effekte im Gehirn wie Geselligkeit und Lockerheit, ohne negative gesundheitliche Aspekte auszulösen wie Übelkeit oder eben den Kater am nächsten Morgen.

Kein Vollrausch

Auch interessant: Der Rausch soll vergleichbar sein mit dem Schwips, der sich nach zwei bis drei Getränken einstellt – und nicht darüber hinausgehen. Peinliche Partyaktionen wie die Breakdance-Einlage auf der Tanzfläche oder die gelallte Liebeserklärung an der Bar könnten damit auch verhindert werden.

Bisher kann sich nur das Forscherteam an dem Stoff erfreuen – was es nach eigener Aussage auch des Öfteren tut. Bis Alcarelle auf den Markt kommt, müssen allerdings noch ein paar Hürden genommen werden. Drei Jahre dauert das nach Einschätzung von Nutt mindestens noch. Nachdem das Wunder-Molekül entdeckt und erforscht wurde, muss es nun noch in ein Getränk inklusive eigener Flasche verwandelt werden, das nach Lebensmittelstandards zugelassen wird.

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Wie Nutt selber sagt, hätte Alkohol nach heutigen Standards übrigens keine Chance mehr auf eine Zulassung – weil es viel zu gesundheitsschädlich ist. “Wenn du Lebensmittelstandards ansetzt, läge die zugelassene Obergrenze für Alkohol bei einem Glas Wein pro Jahr”, so der Forscher zum “The Guardian”.

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