Trotz Verbot: Viele Lebensmittel mit Vitamin D erhältlich

·Freiberufliche Journalistin
·Lesedauer: 3 Min.

Vitamin D auf Verdacht einzunehmen, birgt gesundheitliche Risiken. Lebensmittel dürfen zugesetztes Vitamin D nur mit besonderer Genehmigung enthalten. Ein Marktcheck der Verbraucherzentralen ergab jedoch: Von 112 Produkten hatte über die Hälfte keine Erlaubnis, darunter auch viele für Kinder.

Die Verbraucherzentrale rät, Lebensmittel auf zugesetztes Vitamin D zu überprüfen. (Bild: Getty Images)
Die Verbraucherzentrale rät, Lebensmittel auf zugesetztes Vitamin D zu überprüfen. (Bild: Getty Images)

Vitamin D ist wichtig für den Körper. Es stärkt die Knochen sowie die Zähne und sorgt für ein starkes Immunsystem. Während andere Vitamine dem Körper über die Nahrung zugeführt werden, kann er Vitamin D selbst herstellen. Allerdings braucht es dazu die Einwirkung von Sonnenlicht.

Gerade jetzt, da die dunkle Jahreszeit beginnt, fragen sich viele Menschen, ob sie noch ausreichend mit Vitamin D versorgt sind.

Auch Vitamin D Vergiftungen möglich

Doch auf eigene Faust Vitamin D in Form von Nahrungsergänzungsmitteln einzunehmen, ist keine gute Idee. Denn neben einem Mangel kann es auch zu einer Vergiftung mit Vitamin D kommen. Dies ist laut Robert Koch Institut (RKI) darauf zurückzuführen, dass Vitamin D als fettlösliches Vitamin im Fett- und Muskelgewebe gespeichert werden kann.

Ein Rechenbeispiel der Verbraucherzentrale, wie ein Kind die täglich empfohlene Vitamin D-Zufuhr durch Lebensmittel überschreiten kann. (Bild: Verbraucherzentrale Hamburg)
Ein Rechenbeispiel zeigt, wie ein Kind die empfohlene Vitamin D-Zufuhr überschreiten kann. (Bild: Verbraucherzentrale Hamburg)

Über die körpereigene Vitamin-D-Bildung und die natürliche Ernährung sind Vergiftungen nicht möglich, so das RKI. Wohl aber durch übermäßig hohe Einnahmen von Nahrungsergänzungsmitteln, Medikamenten und einem hohen Konsum an angereicherten Lebensmitteln. Eine Überdosierung kann zu Übelkeit, Appetitlosigkeit, Bauchkrämpfen, Erbrechen oder in schweren Fällen zu Nierenschädigung, Herzrhythmusstörungen, Bewusstlosigkeit und sogar zum Tod führen.

Immer mehr Lebensmitteln wird Vitamin D zugesetzt

Auf dem Lebensmittelmarkt gibt es immer mehr Produkte, die mit Vitamin D angereichert sind. Allerdings ist dafür eine besondere Genehmigung nötig. Das scheint viele Hersteller jedoch nicht zu interessieren, wie die Verbraucherzentrale berichtet.

In einem Marktcheck untersuchte sie 112 Produkte mit zusätzlichem Vitamin D. Weit mehr als die Hälfte hatten dafür keine Genehmigung.

"Grundsätzlich zugelassen ist der Zusatz von Vitamin D in Deutschland nur für Margarinen und Streichfette. Hersteller anderer Lebensmittelgruppen brauchen eine Erlaubnis (Allgemeinverfügung oder Ausnahmegenehmigung), um ihren Produkten Vitamin D zusetzen zu dürfen. Lediglich bestimmte Lebensmittel wie Milch, Brot oder Pilze können durch UV-Bestrahlung mit Vitamin D angereichert werden", erklärt die Verbraucherzentrale.

Viele Produkte für Kinder ohne Erlaubnis

Insgesamt fanden die Verbraucherschützer 68 Produkte, denen Vitamin D zugesetzt wurde, die aber keine Erlaubnis dafür hatten. Darunter auch zahlreiche Lebensmittel für Kinder, zum Beispiel Milchprodukte wie Actimel Classic ohne Zuckerzusatz, Cheestrings mit Gouda und Fruchtzwerge Quetschies Erdbeere. Auch verschiedene Milchersatzdrinks von Alpro, Oatly und Vehappy hatten keine Genehmigung, ebenso wie die Cerealien-Produkte Milupa Kindermüsli Früchte und Oreo's Cereal.

Zudem fand die Verbraucherzentrale eine ganze Reihe Lebensmittel, die laut Empfehlungen des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) gar kein Vitamin D enthalten dürfen. Darunter waren beispielweise die Produkte Amecke + Vitamin D für die Abwehrkräfte, Innocent Ingwer Power scharf, Nestlé Toffee Crisp und Fruchtige Kräuterdrops von Em-eukal ImmunStark.

Auf der Facebook-Seite der Verbraucherzentrale Hamburg diskutieren Nutzer über dieses Thema:

Produkte sollten aus dem Handel genommen werden

Die Verbraucherzentrale fordert nun bessere Kontrollen sowie Produkte ohne Genehmigung aus dem Handel zu nehmen.

Konsumenten wird geraten, vor der Einnahme von Vitamin D-Präparaten auf jeden Fall ärztlichen Rat einzuholen und den Vitamin D-Spiegel überprüfen zu lassen. Beim Einkauf sollte zudem darauf geachtet werden, ob Lebensmittel zusätzlich mit Vitamin D angereichert sind – insbesondere dann, wenn die Produkte in größeren Mengen verzehrt werden.

Weitere Informationen zum Thema "Lebensmittel mit zusätzlichem Vitamin D" finden Sie hier auf den Internetseiten der Verbraucherzentrale Hamburg.

Im Video: Verboten - Diese Lebensmittel enthalten trotzdem Vitamin D

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